Motorsport Formel1
Massa erobert die Pole Position, Hamilton Vierter

Felipe Massa hat sich für das Formel-1-Finale in Sao Paulo die Pole Position gesichert. Der WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton beendete die Qualifikation auf dem vierten Platz.

Als Felipe Massa auf den Ferrari stieg und von rund 100 000 Landsleuten stürmisch gefeiert wurde, begann bei Lewis Hamilton das große Zittern. Der schon sicher gelaubte Titelgewinn des Silberpfeil-Stars könnte beim Formel-1-Finale 2008 am Sonntag (18 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) vor Massas Haustür in Sao Paulo nochmal ernsthaft in Gefahr geraten.

Hamilton landete im Qualifying zum Großen Preis von Brasilien nur auf dem vierten Platz, während Rivale Massa beim Heimspiel zum dritten Mal in Folge auf die Pole Position raste. "Das Rennen ist sehr lang, es kann noch viel passieren. Ich kämpfe hier bis zum Schluss um meine Chance", meinte Massa.

Doch aus eigener Kraft kann es der 27-Jährige nicht schaffen. Massa muss gewinnen und hoffen, dass Hamilton bestenfalls Sechster wird. Sieben Punkte hat der 23-jährige Brite Vorsprung, schon ein fünfter Platz würde dem Mclaren-Mercedes-Piloten reichen, um sich zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte zu krönen.

Die Brasilianer feierten Massas sechste Pole Position in diesem Jahr allerdings schon wie den WM-Titel. Samba-Stimmung und Karneval auf den Tribünen. Nicht auszudenken, was passiert, wenn ihr Idol am Sonntag tatsächlich die Fahrer-Krone erobert. Massa wäre der vierte brasilianische Weltmeister und der erste nach dem legendären Ayrton Senna 1991.

Gänsehaut-Atmosphäre in Sao Paulo

Massa war von den Emotionen auf den Rängen völlig überwältigt und sprach von einer Gänsehaut-Atmosphäre: "Wenn man diese Fans hier hinter sich spürt, die Begeisterung sieht, dann ist das einzigartig - das ist 100 Prozent Gefühl." Jedesmal, als Massa auf der riesigen Leinwand im Autodromo zu sehen war, brandete Jubel auf. Rivale Hamilton wurde bei jeder Einblendung gnadenlos ausgebuht.

Norbert Haug sieht nach Hamiltons viertem Platz keinen Grund zur Sorge. "Massa ist nicht unser Gegner, wir wollen die nötigen Punkte holen. Und wir haben eine Strategie, die uns das möglich machen sollte", sagte der Mercedes-Sportchef.

Hamilton gab sich cool, kein Gedanke mehr an den Albtraum des Vorjahres. Auch damals kam der Brite mit sieben Punkten Vorsprung zum Saisonfinale - und verspielte alles. Den Titel staubte Massas Teamkollege Kimi Räikkönen als lachender Dritter ab. Der Finne steht am Sonntag hinter Toyota-Pilot Jarno Trulli (Italien) auf Position drei. Der Weltmeister muss Massa als Wasserträger helfen, Hamiltons Teamkollege Heikki Kovalainen (Finnland) steht auf Platz fünf.

Mit Rechenspielen will sich Hamilton nicht aufhalten. Er müsse im Rennen nur seine Position behaupten, dann reiche es schon, sagte der Brite. Haugs Erfolgsrezept ist ebenfalls denkbar einfach: "Lewis muss am Sonntag die erste Kurve überstehen und danach zuverlässig sein." Dieser Einschätzung pflichtete sogar die Konkurrenz bei. "Für das Qualifying gibt es noch keine Punkte. Es ist wichtig, aber das reicht noch nicht", meinte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali.

Vettel als Siebter bester Deutscher

Bester der fünf deutschen Fahrer war Shooting-Star Sebastian Vettel (Heppenheim) auf Platz sieben. Der Hesse fährt in Sao Paulo seinen letzten Grand Prix für Toro Rosso, 2009 startet er für das Schwesterteam Red Bull. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) landete im BMW-Sauber auf Rang acht, Toyota-Pilot Timo Glock (Wersau) wurde Zehnter.

Eine Enttäuschung erlebte Nico Rosberg, der im Williams nicht über den 18. Platz hinauskam. "Wir haben bei der Abstimmung einen Kompromiss gewählt, das ging aber voll nach hinten los. Das hätte ich nicht gedacht, eine Katastrophe", sagte Rosberg. Schlusslicht war Adrian Sutil (Gräfelfing/Force India) auf dem 20. und letzten Rang.

© SID

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