Motorsport Formel1
Massa zeigt Alonso die Rücklichter

Ein schneller Felipe Massa im Ferrari, ein zurückhaltender Weltmeister Fernando Alonso und ein enttäuschter Ralf Schumacher. Die Bilanz des ersten freien Trainings der neuen Formel-1-Saison umfasst alle Facetten.

Als die Formel 1 in eine neue Ära fuhr, dürfte Michael Schumacher daheim in der Schweiz auf dem Sofa vor Freude in die Hände geklatscht haben. Während Ehefrau Corinna und die Kinder noch tief und fest schliefen, saß der Frührentner mitten in der Nacht vermutlich hellwach vor dem Fernsehschirm und drückte die Daumen für die roten Renner - und das half.

"Michael hat es sich angeschaut, aber wir wussten schon vorher, dass die Roten gut sind", sagte Schumachers Manager Willi Weber, der selbst "selig geschlafen" hat, am Freitagmorgen dem sid: "Es ist aber erst der Freitag. Da ist noch niemand bei 100 Prozent." Am Donnerstagabend hatte Schumacher in Frankfurt/Main bei den 13. Deutschen Sponsoringtagen seinem Freund noch eine Auszeichung für dessen Lebenswerk überreicht. "Ich hatte nicht den Eindruck, dass er die Formel 1 vermisst", sagte Weber.

Massa vor Alonso

Beim ersten Auftritt der Formel 1 seit Schumachers Rücktritt vor fünf Monaten schockte das Ferrari-Team, für das der 38-Jährige jetzt als Berater tätig ist, die Konkurrenz im freien Training für den Großen Preis von Australien am Sonntag (4.00 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) mit einem Doppelschlag. Allerdings dominierte im Albert Park von Melbourne zunächst der "falsche" Mann: Felipe Massa (Brasilien) fuhr in 1:27,352 Minuten die erste Bestzeit der neuen Saison vor seinem Teamkollegen und Schumacher-Nachfolger Kimi Räikkönen (Finnland/1:27,750).

Bester des deutschen Fahrer-Quartetts war der Mönchengladbacher Nick Heidfeld im BMW-Sauber auf Rang fünf (1:27,970). Nico Rosberg aus Wiesbaden kam im Williams-Toyota in 1:28,055 auf Position acht. Ralf Schumacher blieb im Toyota auf Platz 16 (1:29,574) weit hinter den Erwartungen zurück, Neuling Adrian Sutil aus Gräfelfing bei München wurde im Spyker-Ferrari 21. (1:31,108) und lag einen Rang vor seinem Teamkollegen Christijan Albers (Niederlande/1:31,175). BMW-Sauber-Testpilot Sebastian Vettel aus Heppenheim landete auf Platz 20 (1:30,857).

Heidfeld war zufrieden

"Ich bin insgesamt recht zufrieden mit dem ersten Trainingstag der Saison. Die guten Eindrücke von den Tests haben sich bestätigt", sagte Heidfeld nach beiden jeweils 90-minütigen Trainingssitzungen. Am 28. April wartet auf "Quick Nick" unterdessen ein ganz besonderes Erlebnis. Dann dreht er mit seinem BMW-Sauber eine Runde über die legendäre Nordschleife des Nürburgrings - die erste eines Formel-1-Autos seit 31 Jahren.

Die erste Ausfahrt des Formel-1-Jahres 2007 begann mit wechselhaften Bedingungen. Nach Regenfällen in der Nacht und am frühen Morgen war der 5,3 km lange Kurs im Albert Park zunächst nass, am Nachmittag fuhren alle bei trockenen Bedingungen. "Wir haben langsam angefangen und uns gesteigert, das war ein interessantes Training", sagte Nico Rosberg. Ganz vorne lag der Williams-Pilot bei einer Umfrage des Online-Informationsdienstes Motorsport-Total.com. Auf die Frage, wer am ehesten aus deutscher Sicht die Persönlichkeit habe, um das Erbe von Michael Schumacher anzutreten, nannten 44,5 Prozent der insgesamt 3 500 Befragten den Sohn des ehemaligen Weltmeisters Keke Rosberg. Dahinter folgte Heidfeld (38,07) auf Rang zwei. Noch vor Schumachers Bruder Ralf, der nur auf 6,07 Prozent der Stimmen kam, platzierte sich Sutil (11,36).

Einen guten Einstand hatte der 22-jährige Brite Lewis Hamilton, der im Mclaren-Mercedes in 1:27,829 Minuten hinter dem Ferrari-Duo auf Rang drei fuhr. Damit stahl er seinem Teamkollegen Fernando Alonso aus Spanien die Show, denn der zweimalige Weltmeister musste sich am ersten richtigen Arbeitstag für seinen neuen Arbeitgeber mit dem siebten Platz (1:28,040) zufrieden geben.

Alonso wollte das Ergebnis allerdings nicht überbewerten und sprach von einem produktiven Arbeitstag. Er freue sich auf seinen ersten Grand Prix im Silberpfeil: "Wir sind auf dem richtigen Weg und haben eine gute Basis für das Rennen." Laut Mercedes-Sportchef Norbert Haug sei man für den Anfang schon ganz schnell unterwegs gewesen. Das beurteilte Mclaren-Boss Ron Dennis genauso: "Das war ein ganz guter Start in die Saison. Wir haben unser Programm wie geplant abspulen können.

© SID

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