Motorsport Formel1
Mclaren-Mercedes hat "schlagkräftigen Gegenbeweis"

Formel-1-Rennstall Mclaren-Mercedes hat sich zu den neuen Vorwürfen in der Spionage-Affäre geäußert. Bei der Anhörung am 13. September werde man "einen schlagkräftigen Gegenbeweis antreten", hieß es in einer Mitteilung.

Mclaren-Mercedes holt zum Gegenschlag aus: Nach den neuen Vorwürfen in der Spionage-Affäre der Formel 1 haben sich die Silberpfeile zwei Tage vor dem Großen Preis von Italien in Monza zu Wort gemeldet. Bei der Anhörung am 13. September werde man "einen schlagkräftigen Gegenbeweis antreten", hieß es in einer Mitteilung des Rennstalls am Freitagnachmittag. Weitere Stellungnahmen oder Äußerungen werde es auf Anraten der Anwälte bis dahin nicht geben.

Ebenfalls am Freitag hatte der Automobil-Weltverband FIA ein Schreiben von Präsident Max Mosley vom 31. August veröffentlicht, in dem die drei Mclaren-Mercedes-Piloten Fernando Alonso, Lewis Hamilton und Ersatzfahrer Pedro de la Rosa aufgefordert werden, sich zu den neuen Vorwürfen zu äußern.

Weltmeister Alonso bezeichnete den am Donnerstag aufgekommenen Verdacht, er sei in die Spionage-Affäre verwickelt, als unwahr. "Das ist eine Lüge", erklärte der Spanier in Monza. Die Fachzeitschrift "auto motor und sport" hatte in ihrer Online-Ausgabe berichtet, Alonso sei bereits im März über Abstimmungs-Details des WM-Konkurrenten Ferrari informiert gewesen.

Demnach habe es zu Saisonbeginn einen Schriftwechsel via E-Mail zwischen Alonso und de la Rosa gegeben, noch bevor der inzwischen entlassene ehemalige Mclaren-Chefdesigner Mike Coughlan ein 780 Seiten umfassendes Dossier über den F2007 vom ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erhalten hatte. Für den Fall, dass relevante Informationen zurückgehalten werden sollten, drohte die FIA den Fahrern nun mit "ernsthaften Konsequenzen".

Mclaren-Mercedes-Piloten könnten in die Affäre verwickelt sein

Durch den Brief wird klar, dass die FIA dem Verdacht nachgeht, auch die Mclaren-Mercedes-Piloten seien in die Spionage-Affäre verwickelt. Ob Alonso allerdings Ferrari-Informationen erhalten hat, und wenn ja, welcher Art diese waren und ob sie sogar Verwendung gefunden haben, geht daraus nicht hervor.

In dem Schreiben fordert Mosley die Fahrer auf, sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Informationen beim Weltverband einzureichen - elektronischer Schriftverkehr inklusive. "Die FIA wurde darauf aufmerksam gemacht, dass einer oder mehrere Mclaren-Fahrer schriftliches Beweismaterial besitzen könnten. Es ist daher dringend notwendig, dass Sie uns relevante Informationen so schnell wie möglich zugänglich machen", schrieb Mosley.

"Wegen neuer Erkenntnisse" hatte die FIA am Mittwoch mitgeteilt, dass es am 13. September vor dem World Motor Sport Council in Paris nicht zur ursprünglich angesetzten Berufungsverhandlung kommen wird, sondern stattdessen Mclaren-Mercedes zu einer Anhörung vorgeladen wird. Ferrari hat angekündigt, daran teilzunehmen.

Am 26. Juli war Mclaren-Mercedes vom World Council zunächst freigesprochen worden, weil nicht nachgewiesen werden konnte, dass der Rennstall von vertraulichen Ferrari-Informationen profitiert hatte und diese in die Entwicklung des aktuellen Formel-1-Autos eingeflossen waren. Allerdings hatte das 26-köpfige Gremium sich die Möglichkeit offengelassen, beim Auftauchen neuer Beweise Mclaren-Mercedes erneut vorzuladen, und mit dem WM-Ausschluss für 2007 und 2008 gedroht, falls doch noch eine Schuld festgestellt werden sollte.

© SID

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