Motorsport Formel1
Mercedes erwägt offenbar Formel-1-Ausstieg

Laut Daimler-Chef Dieter Zetsche erwägt der Konzern den Ausstieg von Mercedes aus der Formel 1. Mögliche Szenarien sollen dabei am Montag im Daimler-Vorstand debattiert werden.

Der Daimler-Konzern erwägt im Zusammenhang mit der "Lügen-Affäre" einen möglichen Ausstieg von Mercedes aus der Formel 1. "Wenn sich das Umfeld ändern sollte, etwa durch eine unangemessene Bestrafung durch die FIA, wäre es möglich, dass wir das Engagement überdenken", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche dem Focus. Nach Informationen des Nachrichtenmagzins soll am Montag im Daimler-Vorstand über mögliche Ausstiegsszenarien aus der Formel 1 debattiert werden.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug bestätigte in Bahrain bei RTL entsprechende Aussagen von Zetsche, meinte aber, dass es "kein Ausstiegsszenario" sei. "Wir haben immer gesagt, sollten die Rahmenbedingungen nicht stimmen, dann denken wir nach. Und zu den Rahmenbedingungen gehört auch, dass wir eine gerechte Strafe erhalten", sagte Haug.

Entscheidung über "Lügen-Affäre" am Mittwoch

Das World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA entscheidet am Mittwoch in Paris in einer außerordentlichen Sitzung über eine mögliche Bestrafung von Mclaren-Mercedes wegen der "Lügen-Affäre". Von einer Geldstrafe über eine Sperre für mehrere Rennen bis hin zum WM-Ausschluss ist alles möglich.

Mercedes ist gemeinsam mit Mclaren in der Formel 1 vertreten - das gemeinsame Projekt kostet geschätzte 270 Mill. Euro pro Jahr - und beliefert zudem Brawn und Force India mit Triebwerken. Wegen der hohen Kosten hatte zuletzt auch der Daimler-Betriebsrat den Ausstieg aus der Formel 1 gefordert.

Zur "Lügen-Affäre" hatte Haug zuvor im Vorfeld des Großen Preises von Bahrain (Sonntag, 14.00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) dem SID gesagt: "Wir kooperieren mit der FIA. Ansonsten wollen wir uns auf den Sport konzentrieren, jeder weiterer Kommentar zu diesem schwebenden Verfahren bringt Unruhe." Die Diskussionen über mögliche Probleme werde man in Stuttgart und nicht an der Rennstrecke führen. "Ich kann verstehen, wenn da Emotionen hochkommen", sagte Haug am Samstag, würde darüber aber lieber intern sprechen. In Bezug auf den Werbeeffekt sei die Formel 1 für viel Geld eine sehr günstige Geschichte, meinte er.

© SID

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