Motorsport Formel1
Mercedes will ersten Saisonsieg am Nürburgring

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hofft auf den ersten Saisonsieg seiner "Silberpfeile" auf dem Nürburgring: "Kein Team war in den ersten vier Rennen dieses Jahres zuverlässiger als wir."

Ein "Silberpfeil"-Pilot am Nürburgring ganz oben auf dem Treppchen - ein Traum, der beim nächsten Formel-1-Rennen laut Mercedes-Sportchef Norbert Haug durchaus in Erfüllung gehen kann. "Wir sind auf Augenhöhe mit Michael Schumacher, also genauso schnell wie Ferrari. Kein Team war in den ersten vier Rennen dieses Jahres zuverlässiger als wir", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug vor dem "Heimspiel" am Sonntag (14.00 Uhr/live in Premiere und RTL) dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Nachdem Mclaren-Mercedes vor dem Großen Preis von Europa bei den Tests in Silverstone 1689km ohne Probleme zurückgelegt hat, träumt Haug vom ersten Saisonsieg und seiner Lieblingszeile: "Gold für die Silberpfeile." Nur Renault mit Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) könnte den Schwaben in der Eifel einen Streich spielen. Haug schätzt den Rückstand auf den WM-Spitzenreiter auf "drei bis fünf Zehntelsekunden", fügt aber angriffslustig hinzu: "Wir sind am Aufholen."

Wechsel-Gerüchte lassen Haug kalt

Er habe einen schwierigen Saisonstart erwartet, meint Haug, und genau das sei eingetreten. Allerdings liege man im Fahrplan und habe sich im Vergleich zum Vorjahr erheblich verbessert. Die Rechnung des Mercedes-Sportchefs ist denkbar einfach: "2005 lag Kimi Räikkönen nach den ersten vier Rennen schon 31 Punkte hinter dem WM-Führenden zurück, jetzt sind es nur 18." Man sei zwar immer noch nicht da, wo man hinmöchte, doch der Anfang sei gemacht, so Haug: "Wir sind bei der Musik."

Relativ entspannt verfolgt Haug die ständigen Wechsel-Gerüchte um Räikkönen und einen angeblichen Vorvertrag bei Ferrari. Erst in Imola habe Ferrari-Boss Luca di Montezemolo verlauten lassen, dass nichts fix sei, und genau das behauptet seit Wochen auch Räikkönen, meint der Mercedes-Sportchef. "Ich weiß, dass Kimi bei uns unter Vertrag steht, und nur das zählt für mich", erklärt Haug, der den "Iceman" auch in den kommenden Jahren im "Silberpfeil"-Cockpit sehen möchte.

Räikkönen will zurückschlagen

Räikkönen selbst blockt alle Nachfragen ab, für den Finnen zählt derzeit nur das Titelrennen. Da war der fünfte Platz zuletzt in Imola eine bittere Niederlage, zumal Teamkollege Juan Pablo Montoya (Kolumbien) als Dritter auf dem Treppchen stand. Auf dem Nürburgring will Räikkönen zurückschlagen: "Dort können wir unsere Strategie für das Qualifying und Rennen hoffentlich besser umsetzen und ein gutes Ergebnis erzielen." Der Mercedes-Star hat allerdings nicht die besten Erinnerungen an den Ring: Vor einem Jahr fiel er in der letzten Runde in Führung liegend aus.

Für Haug ist das "Heimspiel" in der Eifel kein Rennen wie jedes andere: "Der Nürburgring ist die Geburtsstätte des ´Silberpfeils´, und darauf sind wir sehr stolz." Deshalb sei es eine Verpflichtung für alle im Team, "hier zu den Besten zu gehören". Das weiß inzwischen auch Montoya: "Dieses Rennen zu gewinnen, ist für Mercedes etwas Besonderes. Ich hoffe, dass wir um den Sieg mitfahren können."

Geburtsstunde der "Silberpfeile"

Die Geburtsstunde der "Silberpfeile" schlug vor 72 Jahren vor dem Eifelrennen, es war zugleich der Einstand von Rennfahrer-Legende Manfred von Brauchitsch. Sein Wagen war der berühmte W 25, der erste Mercedes-Benz der 750-kg-Formel (Gewicht ohne Sprit, Öl, Kühlmittel, Reifen). Das gute Stück war beim Wiegen am Abend vor dem Rennen ein Kilogramm zu schwer - das Aus für Mercedes, an ein Abspecken war nicht zu denken.

"Da müssen Sie sich eben einen Ihrer berühmten Tricks einfallen lassen", sagte von Brauchitsch damals zu dem legendären Rennleiter Alfred Neubauer: "Sonst sind wir die Lackierten." Lack? Das wars! Die ganze Nacht über wurde geschabt, gekratzt, geschliffen, bis nur noch das blanke Aluminium zu sehen war. Das eine Kilo war runter, der erste "Silberpfeil" geboren - und siegreich.

© SID

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