Motorsport Formel1
Michael Schumacher bekommt eigene Kurve

Große Ehre für Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher: Der Kerpener hat als erster Rennfahrer überhaupt seine eigene Kurve auf dem Nürburgring erhalten. Am Sonntag wurde das "Michael-Schumacher-S" eingeweiht.

Es war fast wie früher: Michael Schumacher winkte aus einem offenen Ferrari-Cabrio den Fans zu und wurde noch einmal so gefeiert wie bei seinen fünf Triumphen auf dem Nürburgring. Bei der Einweihung seiner Kurve hatte man extra für den Rekordchampion einen roten Teppich ins Kiesbett gelegt. Und als dann um 13.00 Uhr die rote Plane fiel und den Schriftzug "Michael-Schumacher-S" freigab, musste auch der früher oft so reservierte und kontrollierte Kerpener ein bisschen schlucken.

"Ich bin absolut begeistert, so eine Situation erleben zu dürfen", sagte der sichtlich bewegte Schumacher über Lautsprecher zu den Fans: "Ich danke allen, die so zahlreich gekommen sind." Zuvor hatten Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz, der als Hausherr die Idee zu dieser Aktion hatte, und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck Schumacher gelobt.

"Der siebenmalige Weltmeister hat für den Nürburgring viel getan. Es soll für ihn auch eine Erinnerung sein, noch oft an den Nürburgring zu kommen", sagte Kafitz. Für den SPD-Bundesvorsitzenden Beck war es ein großartiger Tag: "Der Nürburgung und die Formel 1 gehören zusammen, und dass Michael Schumacher dazugehört, das haben wir in den letzten Jahren erfahren."

Neben diesen beiden nahmen auch Ingolf Deubel, Finanzminister von Rheinland-Pfalz und Aufsichtsratsvorsitzender des Nürburgrings, sowie Formel-1-Chefpromoter Bernie Ecclestone an der Zeremonie teil. Ecclestone interessierte sich dabei auch besonders für Schumachers Cabrio, in dem während der Ehrenrunde ein Junge Platz nehmen durfte, der dieses einmalige Erlebnis in einer Verlosungsaktion gewonnen hatte.

Am Samstag hatte bereits WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton das Schumacher-S in die Schlagzeilen gebracht. Der Mclaren-Mercedes-Pilot war dort im Qualifying von der Strecke abgekommen und in die Reifenstapel gekracht. Erst am Sonntagmorgen hatte der Brite danach von Rennarzt Gary Hartstein grünes Licht für seinen Start erhalten.

Für den dreimaligen Weltmeister Niki Lauda ist die Benennung der Kurve ein Witz: "Ich verstehe nicht, warum man nur eine Kurve nach Michael Schumacher benennt. Der ganze Kurs sollte seinen Namen tragen. Das hätte er verdient und wäre die richtige Maßnahme gewesen."

Aber auch so viel Lob wird Schumacher nicht dazu bewegen, ein Comeback in der Formel 1 zu geben. "Ich bin froh, den permanenten Druck über viele Jahre losgeworden zu sein", sagte der 38-Jährige, der vor einigen Tagen die Rückkehr ins Cockpit ebenso kategorisch ausgeschlossen hatte wie die Übernahme des Teamchef-Postens bei Ferrari. Seine aktuelle Position als Berater seines früheren Rennstalls gefällt ihm da viel besser: "Ich lasse mein Wissen einfließen, habe permanent Kontakt, auch wenn ich nicht immer dabei bin."

Ansonsten genießt der erfolgreichste Formel-1-Pilot aller Zeiten, der in 250 Rennen 91 Siege feierte, sein Leben als Privatmann und Familienvater. "Ich habe keine offenen Wünsche, muss ich gestehen", meinte Schumacher: "Meine Familie steht jetzt im Mittelpunkt, und es macht viel Freude zu sehen, wie sich der Nachwuchs entwickelt."

© SID

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