Motorsport Formel1
Montoya kehrt der Formel 1 den Rücken

Nascar statt Formel 1: Mclaren-Mercedes-Pilot Juan Pablo Montoya hat sich entschieden der "Königsklasse" des Motorsports den Rücken zu kehren und die US-Serie zu wechseln.

Spektakuläre Personalie in der Formel 1: Juan Pablo Montoya wird der Königsklasse am Saisonende nach sechs Jahren den Rücken kehren und wechselt völlig überraschend in die Nascar-Serie in den USA. Diesen spektakulären Coup gab sein alter und neuer Teamchef Chip Ganassi am Sonntag vor dem Nascar-Rennen in Chicago bekannt.

"Es dauerte nur eine Stunde, um alles zu klären. Es war ganz einfach", sagte Montoya, der selbst bei Ganassi angefragt hatte: "Ich habe schon lange darüber nachgedacht, aber es musste einfach passen. Ich habe mit Chip schon einige Jahre gearbeitet. Deshalb hätte die Situation für mich nicht besser sein können", sagte der Mclaren-Mercedes-Pilot.

Er ist einer der besten Rennfahrer der Welt

Der Kolumbianer, dessen Kontrakt bei den Silberpfeilen zum Saisonende ausläuft, war schon vor seinem Wechsel in die Formel 1 in der US-Cart-Serie für Ganassi gefahren und hatte in dessen Team 1999 die Gesamtwertung sowie ein Jahr später die berühmten 500 Meilen von Indianapolis gewonnen. "Wir sind froh, einen Fahrer seines Kalibers bekommen zu haben. Er ist einer der besten Rennfahrer der Welt", sagte Ganassi. Montoya wechselt als erster Stammpilot aus der Formel 1 in die Nascar-Serie, die in Amerika Mill. Zuschauer in ihren Bann zieht und in der Gunst der Rennfans mit weitem Abstand die Nummer eins ist, und erhielt einen langfristigen Vertrag.

In der Formel 1 fuhr der 30-Jährige zunächst von 2001 bis 2004 für BMW-Williams und seit 2005 für Mclaren-Mercedes. Mit dem Ausstieg zieht er damit selbst die Konsequenz aus seinem zum wiederholten Mal gescheiterten Angriff auf den WM-Titel und der wachsenden Kritik an seiner Person. Neben schwachen Leistungen - mit 26 Punkten liegt er in der WM-Wertung nur auf Rang sechs - fiel er zuletzt vor allem dadurch auf, dass er Schrott produzierte.

"Wenigstens haben die Zuschauer eine gute Show gesehen."

Vor zwei Wochen in Montreal verursachte er einen Unfall mit Williams-Pilot Nico Rosberg, sieben Tage später kollidierte er in Indianapolis in der ersten Kurve mit Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland) und löste eine Massenkarambolage aus, in deren Folge BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld sich viermal überschlagen hatte. Montoyas Kommentar lautete nur: "Wenigstens haben die Zuschauer eine gute Show gesehen."

Schon vor dieser Saison zeichnete sich ab, dass die Ehe zwischen Montoya und Mclaren-Mercedes wohl Ende 2006 geschieden würde. Das Team verpflichtete schon im Dezember vorigen Jahres Weltmeister Fernando Alonso für 2007 und verzichtete auf eine Option, den Vertrag mit Montoya über 2006 hinaus zu verlängern. Inzwischen hoffen die Silbernen noch darauf, Räikkönen trotz eines angeblichen Vorvertrages mit Ferrari halten zu können.

Nach Ende der Formel-1-Saison am 22. Oktober in Sao Paulo will sich Montoya mit ausgiebigen Testfahrten auf sein Nascar-Debüt vorbereiten, da er überhaupt keine Erfahrung mit den PS-starken Stock-Cars hat. In der Formel 1 holte Montoya bislang in 95 Grand Prix sieben Siege.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%