Motorsport Formel1
Montoya kehrt der Formel 1 den Rücken

Frustriert, aber auch mit Vorfreude auf die amerikanische Nascar-Serie kehrt Juan Pablo Montoya der Formel 1 den Rücken: "Formel 1 ist nur noch Technologie, Nascar dagegen Show", sagte der Mercedes-Pilot.

Die Rodeo-Einlage von Indianapolis gegen den eigenen Teamkollegen hat Heißsporn Juan Pablo Montoya den Job bei Mclaren-Mercedes gekostet. Der umstrittene Kolumbianer kam seinem drohenden Rauswurf zum Saisonende zuvor und kündigte den Wechsel von der Formel 1 in die amerikanische Nascar-Serie an.

Gerüchte, dass Montoyas bis zum Saisonende laufender Vertrag in der Königsklasse jetzt mit sofortiger Wirkung aufgelöst werde, wies Mclaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh zurück. Der Kolumbianer werde beim Großen Preis von Frankreich am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) in Magny-Cours für den englisch-deutschen Rennstall fahren, sagte der Brite.

Lustloses und launisches Auftreten

Montoya tanzt den Bossen seines Noch-Arbeitgebers seit geraumer Zeit auf der Nase herum. Lustlos und launisch ist das Auftreten des 30-Jährigen. Seit die Verpflichtung von Weltmeister Fernando Alonso (Spanien/Renault) für die Saison 2007 feststeht, verrichtet Montoya für die Jahresgage von rund neun Mill. Euro nur noch Dienst nach Vorschrift.

Unrühmlicher Höhepunkt der Provokationen war der Rammstoß gegen Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland) in Indy, der eine Nullnummer für Mclaren-Mercedes bedeutete. Als er dann von seinem Arbeitgeber zur Rede gestellt wurde, meinte er nur lapidar: "Was wollt ihr überhaupt? Die Fans haben doch eine tolle Show gesehen."

Da auch Räikkönen das Team angeblich verlassen wird, muss sich Mclaren-Mercedes nun auf die Suche nach Ersatz machen. Als mögliche Kandidaten werden schon die britischen Testfahrer Gary Paffett und Lewis Hamilton gehandelt. "Lewis macht in der Formel 1 einen guten Job", sagt Paffett, trotzdem sieht er sich im Vorteil: "Ich fahre ein Formel-1-Auto und er nicht. Ich leiste gute Arbeit, habe mich als Fahrer entwickelt und bin jetzt sehr nützlich."

Dieses Kapitel ist nach diesem Jahr für mich abgeschlossen

Für Montoya wird es nach sechs Jahren in der Königsklasse keine Rückkehr mehr geben. "Nein, dieses Kapitel ist nach diesem Jahr für mich abgeschlossen", sagte der Südamerikaner, der vor der Zeit bei Mclaren-Mercedes von 2001 bis 2004 für BMW-Williams fuhr. Mit dem Ausstieg zieht er selbst die Konsequenz aus seinem zum wiederholten Mal kläglich gescheiterten Angriff auf den WM-Titel und reagiert auf die wachsende Kritik an seiner Person. Mit 26 Punkten liegt er in der Gesamtwertung nur auf Rang sechs. Montoya fuhr bislang 95 Grand Prix und feierte dabei sieben Siege.

Geld habe bei dem Wechsel absolut keine Rolle gespielt. Es sei eine Entscheidung gewesen, die er aus dem Herzen getroffen habe und nicht aus finanziellen Gründen. Montoya: "Was bringt es mir, mehr Geld zu verdienen, wenn ich den ganzen Tag schlecht gelaunt und unzufrieden bin." Für ihn steht fest, dass er in der Nascar-Serie glücklicher sein werde als in der Formel 1.

Formel 1 sei nur noch Technologie, Nascar dagegen Show

Formel 1 sei nur noch Technologie, Nascar dagegen Show. In der Nascar sei es selten, dass ein Pilot zwei oder drei Rennen im Jahr gewinne, meint Montoya und übt Kritik: "In der Formel 1 gewinnen immer die gleichen Fahrer, obwohl weniger Autos mitfahren."

In der Nascar-Serie fährt Montoya künftig für das Team von Chip Ganassi, für den er vor seinem Wechsel in die Formel 1 schon in der US-Cart-Serie engagiert war. Für Ganassi hatte er 1999 den Titel geholt und nur ein Jahr später die 500 Meilen von Indianapolis gewonnen.

© SID

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