Motorsport Formel1
Mosley stellt dem FIA-Senat die Vertrauensfrage

Die FIA wird am 3. Juni über die Zukunft seines Präsidenten Max Mosley entscheiden. Bei der Sitzung in Paris soll in einer geheimen Wahl die Vertrauensfrage gestellt werden.

Die Frage, ob Max Mosley auch weiterhin der Präsident des Automobil-Weltverbands FIA bleibt, wird am 3. Juni in Paris entschieden. Der Verband bestätigte am Mittwoch, dass der FIA-Senat einstimmig Mosleys Wunsch nach einer außerordentlichen Generalversammlung entspricht. Bei der Sitzung in Paris soll dann in einer geheimen Wahl die Vertrauensfrage gestellt werden. Damit schafft die FIA einen Präzedenzfall, denn bislang war ein solches Vorgehen in den Verbandsstatuten nicht vorgesehen.

Mosley war zuletzt durch ein von einem britischen Boulevard-Blatt veröffentlichtes Sex-Videos massiv in die Kritik geraten. Einige Automobilverbände hatten den Rücktritt des 67 Jahre alten Briten gefordert, was der aber zurückgewiesen hat. Mosleys aktuelle Amtszeit würde regulär noch bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung 2009 laufen.

Zu den FIA-Mitgliedsverbänden, die zumindest indirekt Mosleys Rückzug gefordert hatten, gehörte auch der Adac. Dessen Forderung hatte der FIA-Chef, der um seinen ehrenamtlichen Posten kämpft, in einem Brief zurückgewiesen und sein Verhalten als "harmlos und komplett legal" bezeichnet.

In dem Video hatte Mosley Sex-Szenen mit fünf Prostituierten, die teilweise in Uniformen auftraten und deutsch sprachen. Mosleys Vater Oswald hatte 1932 die faschistische Partei BUF in Großbritannien gegründet. Mosley behauptete, dass die Zeitung die Naziverbindung nur hergestellt habe, um diese Story anzuheizen und seine familiären Hintergrund zu benutzen.

Mosley: "Ich war Opfer in einer hässlichen Konspiration"

"Das Nazi-Element ist pure Erfindung. Ich denke, dass ich nichts falsch gemacht habe", erklärte Mosely: "Wenn ich exzessiv schnell gefahren wäre oder das Alkohollimit überschritten hätte, hätte ich am gleichen Tag zurücktreten müssen. Aber ich war ein Opfer in einer hässlichen Konspiration."

Der Brite reichte eine Klage wegen des Eingriffs in seine Privatsphäre gegen die Zeitung "News of the World" ein. Der High Court in London wies aber inzwischen Mosleys Wunsch zurück, dass die Zeitung das Video nicht mehr auf ihrer Internetseite zeigen dürfe. Begründung: Der Streifen sei bereits so bekannt, dass Mosley nicht mehr darauf drängen könne, diese Sache aus der Öffentlichkeit herauszuhalten.

Der bislang angesehene Patentanwalt Mosley hatte nur den angeblichen Nazi-Hintergrund dementiert, nicht aber generell seine Teilnahme an der Sex-Orgie. "Ich denke, nichts von dem sollte meine Arbeit für die mobile Sicherheit, die Umwelt oder den Sport beeinflussen. Ich glaube, dass sich erwachsene Menschen im 21. Jahrhundert keine Gedanken über private sexuelle Dinge machen, solange sie legal und harmlos sind. Viele Leute haben in ihren eigenen Schlafzimmern Angewohnheiten, die andere widerlich finden", hatte Mosley erklärt.

Neben zahlreichen FIA-Mitgliedsverbänden hatten auch die in der Formel 1 engagierten Automobilhersteller BMW, Mercedes, Honda und Toyota in Frage gestellt, ob Mosley nach dieser Affäre sein Amt weiter ausüben könne. Auch frühere Formel-1-Weltmeister wie Niki Lauda, Jody Scheckter oder Sir Jackie Stewart hatten Mosleys Demission gefordert.

© SID

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