Motorsport Formel1
Mosley weiterhin im Kreuzfeuer der Kritik

Der Sieg von FIA-Präsident Max Mosley in der Vertrauensabstimmung hat weltweit heftige Kritik ausgelöst. Die spanische Sporttageszeitung AS titelte: "Ein Ergebnis gegen den Sport."

Der Sieg von FIA-Präsident Max Mosley in der Vertrauensabstimmung von Paris hat weltweit für Verstimmung gesorgt. Selbst in seiner Heimat Großbritannien gab es heftige Kritik. "Zur Überraschung der Außenwelt entscheidet der Motorsport-Weltverband, seinen Präsidenten nicht zu feuern. Er hat weiteren unnötigen Schaden für den Motorsport-Weltverband und die Formel 1 ausgelöst, die ihm komplett den Rücken zuwenden", schrieb die Times.

Der Independent merkte an: "Mosley gewinnt den härtesten Test in seiner 14-Jährigen Amtszeit - aber nur auf Kosten einer potenziellen weltweiten Spaltung des Motorsports." In Spanien kommentierte As: "Ein Ergebnis gegen den Sport. Es ist schwierig, einen rauszuschmeißen, der an der Macht klebt." Unterstützung kommt nur aus dem Ferrari-Mutterland Italien. "Mosley ist ein perfekter Führer, der sich trotz der scharfen Polemik retten konnte", schrieb die Gazzetta dello Sport.

Die internationalen Pressestimmen im Überblick:

England

The Times: "Mosley überlebt die Geheimwahl. Zur Überraschung der Außenwelt entscheidet der Motorsport-Weltverband, seinen Präsidenten nicht zu feuern. Der außergewöhnliche Sieg hat aber seinen Preis. Nachdem er sein Leben mit den Reichen und Schönen verbracht hat, wird er nun den Rest der Amtszeit als Einsiedler im Büro sitzen. Er hat weiteren unnötigen Schaden für den Motorsport-Weltverband und die Formel 1 ausgelöst, die ihm komplett den Rücken zuwenden. Auch die Außenwelt wird einen genauen Blick auf einen Organisation werfen, die einem Präsidenten erlaubt im Amt zu bleiben, der überall anderswo längst entlassen wäre."

The Guardian: "Mosley gewinnt die Geheimwahl spielend. Der Rückhalt für den Präsidenten spaltet die Motorsport-Welt. Mosley sprüht keinen Champagner vom Balkon in Paris, stattdessen sagt er kein Wort."

The Independent: "Mosley gewinnt den härtesten Test in seiner 14-Jährigen Amtszeit - aber nur auf Kosten einer potenziellen weltweiten Spaltung des Motorsports."

Daily Telegraph: "Mosley gewinnt die FIA-Abstimmung und die Empörung folgt. Er ist eine verwundete Figur als Chef einer Institution, deren Bedeutung radikal reduziert sein könnte."

The Sun: "Mosley gewinnt Geheimwahl. Eine große Zahl von Verbänden will seinen Rücktritt, aber er lehnt ab."

Italien

Gazzetta dello Sport: "Mosley bleibt mit überwältigender Mehrheit FIA-Präsident. Mosley ist ein perfekter Führer, der sich trotz der scharfen Polemik retten konnte. Italien hat Mosley sein Vertrauen ausgesprochen, die sadomasochistische Nazi-Orgie ist als Bagatelle bewertet worden. Mosleys Verdienste für den Automobilsport waren entscheidend, um ihn solidarische Unterstützung zu garantieren. Seine Position bleibt jedoch schwierig, weil der Präsident eines Verbands auch ein Botschafter des eigenen Sports in der Welt ist. Mosleys Ansehen, seine Moralität sind angekratzt worden."

Corriere dello Sport: "Der Präsident bleibt, doch die starken Wähler drohen mit der Spaltung. Auch wenn Mosley das Vertrauen des Verbands erhalten hat, muss er sich in eine Festung einschliessen. Mosley hat seinen Platz gerettet, er hat eine politische Partie gewonnen, er hat jedoch den FIA-Verband an den Rande eines verheerenden Bruchs gezerrt."

Tuttosport: "Mosley siegt wieder einmal, doch dem FIA-Verband droht die Unregierbarkeit. Mosley hat all seine gute Verbindungen eingesetzt, um Allianzen zu schmieden und sich zu retten. Er hat beschlossen, sich gegen die Formel 1 zu stellen und er hat gesiegt. Das Match ist beendet und Mosley kann sein Mandat zu Ende führen, wie er wollte. Trotzdem ist seine Position geschwächt. Die deutsche Front stemmt sich gegen Mosley. Das Rennen um seine Nachfolge hat bereits begonnen."

Il Messaggero: "Mosley bleibt im Amt und die Formel 1 spaltet sich. Mosley geht gestärkt, unbeschadet, stolz und fast gestärkt aus der Abstimmung in Paris hervor. Er bleibt der unbestrittene König des FIA-Verbands."

Spanien

As: "Ein Ergebnis gegen den Sport. Es ist schwierig, einen rauszuschmeißen, der an der Macht klebt."

Sport: "Max klebt an der Macht. Die Vertrauensfrage war nicht mehr als ein Schachzug von Mosley. Das Votum führt zu einer Spaltung in die Pro-Mosley-Fraktion und Contra-Mosley-Fraktion. Deutschland sagt sich offenbar von der FIA los."

El Mundo Deportivo: "Generalversammlung stimmt für Mosley. Ecclestone macht sich Sorgen um die Formel 1."

ÖSterreich

Kurier: "Der Video-Star bleibt doch FIA-Präsident."

Österreich: "Max Mosley darf im Amt bleiben."

© SID

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