Motorsport Formel1
Mosleys Zukunft völlig offen

Die Zukunft von Max Mosley als FIA-Präsident ist derzeit noch völlig offen, liegt nun in den Händen der Generalversammlung des Automobil-Weltverbandes.

Die Zukunft von Max Mosley als FIA-Präsident liegt in den Händen der Generalversammlung des Automobil-Weltverbandes und ist noch völlig offen. Sollte das höchste FIA-Gremium am Dienstag in Paris den 68-jährigen Briten wegen seiner Sexvideo-Affäre nach 15 Jahren im Amt abwählen, stünden gleich mehrere potenzielle Nachfolger bereit.

Neben den FIA-Vizepräsidenten Marco Piccinini, der Mosley zuletzt schon beim Großen Preis von Monaco bei offiziellen Anlässen vertreten hatte, und Hermann Tomczyk wurden in den letzten Wochen auch der ehemalige Ferrari-Teamchef Jean Todt, der frühere Mercedes-Vorstand Jürgen Hubbert und sogar der französische Premierminister Francois Fillon ins Gespräch gebracht.

Eine absolute Mehrheit - 50 Prozent plus eine Stimme - ist nötig, wenn die Generalversammlung bei ihrer außerordentlichen Sitzung im FIA-Hauptquartier am Place de la Concorde in Paris über Mosleys Zukunft abstimmt. In der 222-köpfigen Versammlung hat jedes Mitgliedsland die gleiche Anzahl Stimmen.

Mosley selbst will bis zum regulären Ende seiner Amtszeit im Herbst 2009 bleiben. Für den Fall, dass ihm am Dienstag das Vertrauen entzogen wird, stellt der Sport-Informations-Dienst (sid) einige der ins Gespräch gebrachten Nachfolger vor:

Marco Piccinini: 1952 in Rom als Sohn eines Großindustriellen geborenen, war er von 1978 bis 1988 Motorsportdirektor und Formel-1-Teamchef bei Ferrari. 1993 wurde er Präsident des italienischen Motorsport-Verbandes Csai, 1994 einer von sieben Vize-Präsidenten der FIA im Bereich Sport. 1998 wurde er zum verantwortlichen 1. Vizepräsidenten Sport gewählt und in den Jahren 2001 und 2005 in dieser Funktion jeweils bestätigt.

Hermann Tomczyk: Der 57-Jährige ist seit 1998 Sportpräsident des Adac und seit Oktober 2005 einer der Vizepräsidenten der FIA im Bereich Sport. Der Rosenheimer ist aktuell regelmäßig als Sportkommissar in der Formel 1 im Einsatz. Von 2006 bis 2008 stand Tomczyk als Präsident an der Spitze des Deutschen Motor Sport Bundes (Dmsb), dessen Leitung er nach einer erfolgreichen Umstrukturierung vor einigen Monaten an Torsten Johne abgegeben hat.

Jean Todt: Der 62-jährige Franzose wechselte nach einer Karriere als Rallye-Beifahrer 1990 an den Kommandostand wurde zunächst Sportchef bei Peugeot. 1993 ging er als Teamchef zu Ferrari und holte Ende 1995 Michael Schumacher zur Scuderia. Um den Kerpener baute er das Erfolgsteam auf, das zwischen 1999 und 2004 sechsmal den Konstrukteurstitel gewann und in Schumacher fünfmal den Weltmeister stellte. Todt stieg bei Ferrari zum Geschäftsführer und Generaldirektor auf. Anfang 2008 legte er seinen Posten als Geschäftsführer nieder, blieb jedoch Mitglied des Vorstandes.

Jürgen Hubbert: Der 68-Jährige war von 1988 bis zu seinem Ruhestand 2004 Vorstandsmitglied bei Daimler-Benz und später Daimler-Chrysler und dabei lange Zeit Chef der Automobil-Sparte Mercedes. In seiner Funktion als Vorstandsmitglied war Hubbert mitverantwortlich für die Motorsport-Aktivitäten von Mercedes unter anderem in der Formel 1. Hubbert war außerdem Vorsitzender der Formel-1-Herstellervereinigung Gpwc, bis er diesen Posten an BMW-Vorstand Burkhard Göschel übergab.

Francois Fillon: Der 54-Jährige ist seit dem 17. Mai 2007 französischer Premierminister, nachdem er früher schon die Ministerien für Arbeit und Sozialwesen sowie Bildung und Forschung geleitet hatte. Fillon ist Stammgast bei den 24 Stunden von Le Mans, gehört dem veranstaltenden Automobile Club de l'Ouest an und ist selbst bereits häufig bei historischen Straßenrennen und Rallyes gestartet.

© SID

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