Motorsport Formel1
Neue Hoffnung im "Krieg der Sterne"

Im zuletzt vieldiskutierten "Krieg der Sterne" zwischen den beiden Mclaren-Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Fernando Alonso zeichnet sich ein Burgfriede ab. "Wir befinden uns nicht im Krieg", beschwichtigte Hamilton.

Offenbar sind sich Lewis Hamilton und Fernando Alonso wieder näher gekommen und haben beim vieldiskutierten "Krieg der Sterne" das Kriegsbeil vorerst begraben. "Wir sind beide sehr ehrgeizige Fahrer, die unbedingt gewinnen wollen, aber wir befinden uns nicht im Krieg", ließ WM-Spitzenreiter Hamilton in einem auf seinen Wunsch von Mclaren-Mercedes veröffentlichten Statement wissen: "Wir haben nach dem Ungarn-Wochenende miteinander gesprochen und werden auch weiterhin ein professionelles Verhältnis pflegen. Fernando und ich planen ein Treffen in der Urlaubsperiode."

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht die aktuelle Situation im Team relativ gelassen. "Sicher ist bei uns keine Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung, aber die wollen wir auch gar nicht", sagte Haug im Gespräch mit dem sid: "Es ist doch normal, dass eine gewisse Anspannung da ist, wenn zwei Fahrer aus einem Team um die Weltmeisterschaft kämpfen."

Ein Blick in die Statistik belegt diese Aussage: Ob Gilles Villeneuve und Didier Pironi 1982 bei Ferrari, Nigel Mansell und Nelson Piquet 1987 bei Williams, Ayrton Senna und Alain Prost 1988 und 1989 bei Mclaren, Prost und Mansell 1990 bei Ferrari oder Damon Hill und Jacques Villeneuve 1996 bei Williams - im teaminternen Titelkampf überschritten die Protagonisten bei ihrer gegenseitigen Missachtung so manche Grenze.

Und nun also Rookie Lewis Hamilton und der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso, eine Konstellation, die Haug im Vorfeld der WM 2007 nicht annähernd so brisant eingeschätzt hatte, wie sie sich dann sehr schnell entwickelte. "Ich glaube, das konnte keiner ahnen", sagte der Schwabe: "Tatsache ist natürlich, dass Alonso lernen muss, mit diesem Zustand umzugehen." Der Spanier liebäugelt angeblich mit einem vorzeitigen Ausstieg aus seinem bis Ende 2008 laufenden Vertrag, was Haug ganz entschieden dementiert: "Er wird seinen Vertrag bei uns erfüllen.".

Dass einer der beiden Piloten teamintern bevorzugt wird, bezeichnet Haug als absoluten Nonsens: "Rennfahrer neigen dazu, in jedes Detail etwas reinzuinterpretieren, aber damit würden wir doch gegen uns selbst arbeiten. Schließlich gewinnen Lewis und Fernando gemeinsam Punkte für die Konstrukteurs-WM, und die ist uns sehr wichtig."

Damit die Gemeinsamkeit im Sinne des Teams künftig auch nach außen hin wieder besser dargestellt wird, soll in der Woche vor dem türkischen Grand Prix in Istanbul (26. August) eine Gesprächsrunde mit den Fahrern und ihren Beratern stattfinden. "Sicher sind im Qualifying in Budapest Dinge passiert, die es so nicht mehr geben wird", sagte Haug: "Alle Beteiligten habe ihre Fehler offen eingestanden und werden daraus lernen."

Einen ihm vorgeworfenen Fehler streitet Hamilton allerdings vehement ab. Niemals habe er während der hitzigen Qualifikation in Budapest seinem sportlichen Ziehvater Ron Dennis am Kommandostand von Mclaren über den Boxenfunk ein "Fuck you" an den Kopf geworfen.

"Wir haben diese Vorwürfe genau untersucht und den Boxenfunk noch einmal komplett abgehört", heißt es in dem Statement am Freitag: "Deshalb können wir kategorisch versichern, dass Lewis das F-Wort zu keiner Zeit während der Kommunikation mit dem Team benutzt hat."

© SID

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