Motorsport Formel1
Nico Rosberg gewinnt zweites Training

Williams-Pilot Nico Rosberg hat das zweite Training zum Großen Preis von Barcelona gewonnen. Der Deutsche fuhr mit 1:21,588 Minuten die schnellste Zeit.

Trainings-Weltmeister Nico Rosberg ganz vorn, WM-Spitzenreiter Jenson Button und Sebastian Vettel in der Spitzengruppe und die einstigen Top-Teams Ferrari, Mclaren-Mercedes und BMW-Sauber in Schwierigkeiten: Beim Europaauftakt der Formel 1 in Barcelona wurden die alten Kräfteverhältnisse trotz neuer Anstrengungen noch nicht wiederhergestellt. Die Verbesserungen, die alle Teams vor dem Großen Preis von Spanien am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) mit viel Aufwand vorgenommen hatten, beeinflussten die Ergebnisse im freien Training noch nicht.

"Unsere Daten haben sich auf der Strecke bestätigt, es ist ein Schritt nach vorne. Ein wie großer, kann man noch nicht sagen", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, dessen Team nach dem Debakel von Bahrain mit den beiden letzten Plätzen die komplette Aerodynamik erneuert hatte.

Im Klassement hatte das aber für Robert Kubica (Polen) und Nick Heidfeld (Mönchengladbach), der zudem erstmals auch ohne das Energie-Rückgewinnungs-System Kers ins Rennen gehen wird, nur für die Plätze neun und 14 gereicht. "Leider haben wir am Vormittag ziemlich viel Zeit mit einer Reihe von Problemen verloren", sagte Heidfeld, bei dem unter anderem die Bremsanlage gewechselt werden musste: "Das war schade, denn mit einem so neuen Paket ist jeder Kilometer wichtig." Theissen ist dennoch zuversichtlich: "Wir haben noch Potenzial in der Abstimmung, die Top zehn sind weiter unser Ziel. "

Mclaren-Mercedes macht Schritt nach vorne

Ähnlich geht es auch Mclaren-Mercedes. "Wir sind bei weitem noch nicht da, wo wir hinwollen, aber es war ein Schritt in die richtige Richtung", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach den Plätzen 16 und 19 für Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) und Heikki Kovalainen (Finnland). "Bei den Tests vor zwei Monaten hier waren wir ganz hinten, jetzt liegen wir irgendwo in der Mitte. Wenn wir in die Top Ten fahren könnten, wäre das schon ein guter Schritt."

Auch bei Ferrari gab es enttäuschte Gesichter. Bei der gebeutelten Scuderia reichte es trotz umfangreicher Umbauarbeiten für Kimi Räikkönen (Finnland) und Felipe Massa (Brasilien) nur zu den Plätzen zwölf und 18. Toyota-Pilot Timo Glock (Wersau) fiel von Platz acht am Vormittag noch auf Rang 17 zurück, hatte aber viel an der Rennabstimmung gefeilt. Schlusslicht war Adrian Sutil (Gräfelfing), der seinen Force-India-Mercedes am Nachmittag mit technischen Problemen komplett stehen lassen musste.

Vettel punktet für extra WM-Prämie

Vettel will unterdessen auf jeden Fall weiter punkten, um seinen Traum vom WM-Titel vielleicht sogar schon in diesem Jahr zu verwirklichen - und eine zusätzliche WM-Prämie einzustreichen. Denn laut der Bild-Zeitung hat der 21-Jährige schon im vorigen Jahr bei den Verhandlungen mit Red Bull gemeinsam mit seinem Vater Norbert einen Weltmeister-Zuschlag von zehn Prozent ausgehandelt. Das wären bei einem geschätzen Jahresgehalt von 3,5 Mill. Euro immerhin 350 000 Euro.

Teamchef Christian Horner bestätigte indirekt eine solche Zusatzklausel. "Es wäre blöd, wenn er keine ausgehandelt hätte. Und blöd ist Sebastian ganz sicher nicht", sagte Horner, "er braucht keinen Manager. Es gibt niemanden, der ihn besser vertreten könnte als er selbst."

Wie früher Vettels letztjähriger Toro-Rosso-Chef Gerhard Berger regelt der Heppenheimer seine Angelegenheiten selbst. "Ein so genannter Manager ist für mich mehr als jemand, der sich nur um Finanzen und so weiter kümmert", sagte Vettel zuletzt in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Es sollte in erster Linie ein Jemand sein, dem man zu hundert Prozent vertrauen und mit dem man über alles reden kann. Diese Menschen gibt es für mich. Ich sehe im Moment nicht, dass ich daran etwas ändern müsste." Vor dem 5. von 17 WM-Läufen liegt Vettel in der Gesamtwertung mit 18 Punkten nur hinter den beiden Brawn-Piloten Button (31) und Rubens Barrichello (19).

Rosberg geht im Training das Benzin aus

Rosberg muss sich indes weiter die Fragen anhören, wann er im Rennen die guten Ergebnisse vom Freitagstraining (dreimal Erster, einmal Zweiter) bestätigen kann. "Vielleicht fahren wir mal mit mehr Benzin, dann stellt sich diese Frage erst gar nicht", hatte er vor dem Training geflachst. Sein Team hielt sich aber nicht daran: Eine Minute vor Ende des Trainings rollte Rosberg nach seiner schnellsten Runde offenbar ohne Sprit aus ...

© SID

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