Motorsport Formel1
Noch viele offene Fragen bei BMW

Eigentlich hätte BMW in dieser Saison angreifen wollen. Die Realität sieht anders aus - das Team fährt derzeit hinterher. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sucht nun Lösungen.

Nick Heidfeld fuhr chancenlos hinterher und wurde fast von einem herumfliegenden Rad getroffen, Robert Kubica konnte nur bei seinem spektakulären Crash Höhenluft schnuppern - BMW ist nach dem Desaster von Shanghai in der Titel-Krise. Statt wie geplant um die Weltmeisterschaft zu kämpfen, liegt Heidfeld auf WM-Platz sieben und sieht kein Licht am Ende des Tunnels.

"Wir werden von Rennen zu Rennen schlechter", schimpfte "Quick Nick": "Abschreiben will ich uns noch nicht, aber es wird mit jedem Rennen schwerer, unsere Ziele zu erreichen. Wir wollten schließlich um den Titel kämpfen." Auch der glückliche zweite Platz zuvor in Malaysia konnte seine Laune nicht bessern.

Dreijahresplan gerät ins stocken

Die Münchner schienen nach den erreichten Zwischenetappen Podestplatz 2007 und Sieg 2008 in ihrem Dreijahresplan auf einem guten Weg, doch nach dem schlechten Beginn des Jahres mit nur vier Punkten bleibt nicht viel mehr als das Prinzip Hoffnung. Das Auto ist einfach zu langsam.

"Wir sind mit dem Saisonauftakt nicht zufrieden, aber wir werden nach dem dritten von 17 Rennen nicht unsere Saisonziele aufgeben. Wir müssen die Fragezeichen auflösen und unser Auto verstehen", sagt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen tapfer. Er schloss aus, dass man den WM-Titel 2009 vorzeitig abschreiben und sich frühzeitig auf nächstes Jahr konzentrieren werde: "Wir geben weiter Gas und müssen jetzt eben Riesenschritte machen. Der Rückstand ist aufholbar."

Trotz aller Durchhalteparolen scheinen die Nerven im Team blank zu liegen. In China leisteten sich beide Fahrer in der Qualifikation Fehler und fielen im Rennen nur durch (bei Heidfeld unverschuldet) Unfälle auf. Kubica hatte Riesenglück, dass er nach seinem Aufprall ins Heck samt nachfolgendem Flug auf das Auto von Toyota-Mann Jarno Trulli (Italien) unverletzt blieb. Auf seinem Heckflügel stand dabei "Active Hybrid" - obwohl das Energie-Rückgewinnungssystem Kers nach einem Test am Freitag aus seinem Auto ausgebaut worden war.

Fehlender Doppel-Diffusor

Die auch von Heidfeld wegen der Gewichtsprobleme nicht mehr geliebten Zusatz-PS bringen längst nicht so viel wie erhofft - dazu kommt das Problem mit dem im Gegensatz zu WM-Spitzenreiter Brawn fehlenden Doppel-Diffusor.

Kubica forderte für das Rennen am Sonntag in Bahrain ultimativ neue Teile. Obwohl die Konkurrenten Mclaren-Mercedes und Renault schon in China mit einer Diffusor-Lösung einen Schritt nach vorn machten, kann ihm Theissen jedoch keine Hoffnungen machen: "Ein großes neues Paket kommt erst beim Europa-Auftakt am 10. Mai in Barcelona."

Der Motorsportdirektor setzt in der "für die Fans sehr spannenden Saison" darauf, dass es wie schon in Shanghai unerwartete Verschiebungen des Kräfteverhältnisses gibt. Etwas Trost vermittelt der Fakt, dass in Ferrari und Mclaren-Mercedes auch die anderen großen Teams massive Probleme haben. Immerhin sorgt ein ehemaliger BMW-Angestellter für Furore: China-Sieger Sebastian Vettel. Theissen: "Er hat eine fehlerfreie Meisterleistung abgeliefert. Aber wir wollen dahin, wo er jetzt ist." Derzeit ist das freilich nur ein frommer Wunsch.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%