Motorsport Formel1
Nur Button in Shanghai schneller als Rosberg

Nur knapp musste sich Nico Rosberg im Training zum Großen Preis von China Jenson Button geschlagen geben. Der WM-Spitzenreiter drehte in 1:35,679 Minuten die schnellste Runde.

Mclaren-Mercedes bleibt im Gespräch, Nico Rosberg mit Williams-Toyota im Rennen: Während Mercedes-Sportchef Norbert Haug mit seiner Kritik am Partner Mclaren das nächste Kapitel der silbernen Krisengeschichte aufschlug, weckte der im Training zum Großen Preis von China in Shanghai nur hauchdünn geschlagene Zweite Nico Rosberg einmal mehr deutsche Hoffnungen.

Einen kleinen Lichtblick gab es am Freitag dann aber auch noch für Mclaren-Mercedes: Titelverteidiger Lewis Hamilton bestätigte, dass er auch nach dem endgültigen Abschied seines Ziehvaters Ron Dennis (Hamilton: "Ich war nicht enttäuscht darüber") seinen bis 2012 laufenden Vertrag bei den Silberpfeilen erfüllen wird.

Haug gibt Trennungs-Spekulationen neue Nahrung

Derweil gab Haug am Tag nach dem Rückzug von Dennis Spekulationen über eine mögliche Trennung von Mercedes und Mclaren neue Nahrung. Vor der am 29. April in Paris anstehenden Entscheidung des FIA-Councils in der "Lügen-Affäre" schloss er jedenfalls keine Option aus. "Ob und wie wir reagieren, werden wir sehen", sagte er dem ARD-Hörfunk. Das mögliche Strafmaß für die Silberpfeile reicht bis zu einem WM-Ausschluss.

Für WM-Spitzenreiter Jenson Button, der mit einem Mercedes-Motor im Heck seines Brawn erneut zur Bestzeit fuhr, hatte Haug dagegen ein dickes Lob parat: "Zumindest sind wir der Motor im Tempomacher, Brawn macht einen sehr guten Job." Allerdings liege der Mercedes-Fokus derzeit nach wie vor auf Mclaren, und da gebe es großen Aufholbedarf: "Das liegt nicht nur am Diffusor, die Aerodynmik ist zu schwach. Im letzten Jahr den Grand Prix zu gewinnen, war für uns einfacher als jetzt einen Punkt zu holen."

Hamilton fährt überraschend Bestzeit

Man sehe deutlich, was für einen Unterschied das Auto mache, meinte Haug. Button war mit dem gleichen Mercedes-Motor über eine Sekunde schneller als Mclarens Weltmeister Lewis Hamilton (beide Großbritannien), der mit einem überarbeiteten Diffusor und einem neuen Frontflügel überraschend im ersten Trainingsteil am Vormittag Bestzeit gefahren war.

In den zweiten 90 Minuten hielt dann aber nur Rosberg mit den dominanten Brawn-Autos mit, am Ende fehlten ihm in 1:35,704 Minuten lediglich 25 Tausendstelsekunden zu Buttons Bestzeit (1:35,679). Rosberg stapelte dennoch tief, obwohl er schon beim letzten Rennen in Malaysia als Führender der ersten 15 Runden nur durch strategische Fehler des Teams einen Podestplatz verloren hatte.

Rosberg hofft auf Podestplätze

"Ich denke nicht an Siege", sagte der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg: "Ich hoffe, dass ich vielleicht das eine oder andere Mal aufs Podest fahren kann." In Shanghai sei sein Williams-Team beim Rennen am Sonntag (9.00 Uhr Mesz/live in Premiere und RTL) wohl nur die dritte Kraft hinter Brawn und Toyota. Die drei mit Doppel-Diffusoren ausgestatten Rennställe dominierten mit sechs Fahrern unter den Top Acht erneut.

In diese Phalanx drang nur Red Bull ein, Sebastian Vettel (Heppenheim) landete trotz eines vorzeitigen Feierabends wegen Problemen mit den Stoßdämpfern in 1:36,167 Minuten auf Platz fünf. "Wir sind schnell unterwegs und wollen gewinnen. Ob das klappt, ist eine andere Sache", meinte Vettel.

Enttäuschender Heidfeld nur auf Platz 18

Timo Glock (Wersau/1:36,548) im Toyota wurde vor leeren Rängen Achter, meldete aber Ansprüche an: "Im Rennen will ich weiter nach vorn." Der in Malaysia zweitplatzierte Nick Heidfeld enttäuschte im BMW-Sauber in 1:37,544 Minuten auf Platz 18. "Unser Ziel bleibt der Titel, aber das wird ganz schwer", sagte der Gladbacher.

Adrian Sutil (Gräfelfing) belegte im Force India in 1:36,829 Minuten einen ordentlichen elften Platz mit seinem Mercedes-Motor im Heck. Damit war der Hinterbänkler sogar noch schneller als der am Ende auf Platz 13 hinter Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien) gelandete Hamilton (1:36,941) im Silberpfeil.

Hamilton: "Kleine Fortschritte gemacht"

"Wir haben kleine Fortschritte gemacht, müssen aber noch einen langen Weg gehen", erklärte der strauchelnde Champion. Zur Verhandlung der "Lügen-Affäre" vor dem Automobil-Weltverband FIA am 29. April in Paris wollte Hamilton nichts sagen.

Nicht nur Rosberg ist sicher, dass "für Mclaren der WM-Zug abgefahren ist". Dagegen steht Brawn für Renault-Teamchef Flavio Briatore schon jetzt als Weltmeister fest. Der Italiener glaubt allerdings, dass das Titelduell zwischen Button (15 Punkte) und dem im Training drittplatzierten Brasilianer Rubens Barrichello (10) niemanden interessiert: "Die WM wird ausgefochten zwischen einem Fahrer, der praktisch schon zurückgetreten war, und einem anderen, der zwar ein netter Kerl, aber so langsam wie ein Betonpfeiler ist."

© SID

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