Motorsport Formel1
Räikkönen gewinnt Trainings-Duell gegen Hamilton

Im zweiten freien Training zum Großen Preis von Australien hatte Lewis Hamilton im Mclaren-Mercedes zwar die Nase vorn. Die Tagesbestzeit fuhr aber Kimi Räikkönen im Ferrari.

Die neue Rennsaison in der Formel 1 hat mit dem erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Top-Teams Ferrari und Mclaren-Mercedes begonnen. Um nicht mal eine Hundertstelsekunde hatte Weltmeister Kimi Räikkönen im freien Training vor dem Großen Preis von Australien am Sonntag (5.30 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) im Glutofen Melbourne schließlich die Nase vorn vor Kronprinz Lewis Hamilton.

Für Rekord-Weltmeister Michael Schumacher ist das Titelrennen bereits gelaufen. "Wir werden Weltmeister! Kimi oder Felipe Massa gewinnen das erste Rennen", sagte der heutige Ferrari-Berater, der den roten Renner in der Winterpause selbst mehrfach getestet hatte, der Bild-Zeitung. Ferrari hat laut Schumacher in diesem Jahr die beste Fahrer-Paarung. Für den Finnen Mika Häkkinen, der 1998 und 1999 im Silberpfeil zweimal Weltmeister wurde, steht Hamilton auf einer Stufe mit Räikkönen: "Die beiden sind die Besten - und dann kommt erstmal nichts."

Norbert Haug war mit dem Ausgang des ersten Kräftemessens nach rund fünfmonatiger Winterpause zufrieden. Das Team sei bereits ganz gut aufgestellt, meinte der Mercedes-Sportchef, er schränkte aber ein: "Das endgültige Kräfteverhältnis ist immer noch nicht klar - aber wäre heute Rennen statt Training gewesen, hätte ich uns eine Siegchance zugetraut."

Bei den Fans ist Räikkönen der heißeste Tipp. Laut einer von Motorsport-Total.com durchgeführten Umfrage sind 54,59 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass der "Iceman" wie schon im Vorjahr in Melbourne gewinnt. Nur 15,76 Prozent setzen auf Silberpfeil-Pilot Hamilton, 11,39 Prozent auf Massa. Für 7,67 Prozent ist BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld Favorit. Doch zunächst musste der Mönchengladbacher eine Niederlage einstecken. Nach Elektronikproblemen im ersten Trainingsabschnitt musste sich "Quick Nick" schließlich mit Platz 14 begnügen, damit war er nur die deutsche Nummer drei am Freitag.

Rosberg schnellster der fünf Deutschen

Schnellster der fünf deutschen Fahrer war bei drückender Hitze von 37 Grad Celsius Nico Rosberg (Wiesbaden), der im Williams-Toyota auf Rang acht fuhr. Der Hesse Timo Glock (Wersau), Nachfolger von Ralf Schumacher im Toyota, landete auf der 12. Position. Sebastian Vettel (Heppenheim) belegte im Toro-Rosso-Ferrari den 16. Platz. Deutsches Schlusslicht war Adrian Sutil (Gräfelfing), der für das neue Force-India-Team fährt und nicht über Rang 18 hinauskam. Damit verlor er auch das Duell gegen seinen neuen Teamkollegen Giancarlo Fisichella (Italien) deutlich, der immerhin Zehnter wurde.

Auch auf den Positionen drei und vier lag Rot vor Silber: Massa war Drittschnellster vor dem neuen Mclaren-Piloten Heikki Kovalainen (Finnland). Keine Rolle spielte der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso, der nach einem enttäuschenden Jahr bei den Silberpfeilen zu Renault zurückgekehrt ist: Der Spanier schaffte als Neunter gerade noch den Sprung unter die Top Ten.

Heidfeld sagte, dass ihn der technische Defekt eine Ausfahrt gekostet habe, aber das sei zu verschmerzen. "Meine Hoffnung ist, dass wir das drittstärkste Team und näher an den beiden Topteams dran sind", sagte der 30-Jährige, in der vergangenen Saison als WM-Fünfter "Best of the Rest".

Rosberg will sich von den Platzierungen im freien Training aber auf keinen Fall täuschen lassen. "Realistisch geschätzt liegen wir hinter BMW und gleichauf mit Renault und Red Bull", sagte der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg. Er unterstrich nochmals, warum er trotz eines Angebots von Mclaren-Mercedes weiterhin für Williams fahren will: "Ich fühle mich wohl, und das Team ist im Aufwind, da bin ich gerne dabei."

© SID

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