Motorsport Formel1
Räikkönen siegt in Malaysia vor Kubica

Weltmeister Kimi Räikkönen hat den Großen Preis von Malaysia gewonnen. Der Ferrari-Pilot verwies Robert Kubica und Heikki Kovalainen auf die Plätze. Nick Heidfeld wurde Sechster.

Ferrari feierte eine Wiederauferstehung, die Silberpfeile kamen am Ostersonntag mit einem blauen Auge davon, und die deutsche Rasselbande erlebte ein Debakel: Weltmeister Kimi Räikkönen meldete sich nur eine Woche nach dem Pannenstart in Australien mit einem Sieg in Malaysia im Formel-1-Titelrennen 2008 zurück. Der Finne bewahrte seinen Arbeitgeber vor einer erneuten Pleite. Teamkollege Felipe Massa (Brasilien), der auf der Pole Position stand, kam wieder nicht ins Ziel.

Für BMW gab es im zweiten Rennen den zweiten Podestplatz. Doch diesmal stand nicht der Mönchengladbacher Nick Heidfeld als Zweiter auf dem Treppchen, sondern sein Teamkollege Robert Kubica (Polen). Heidfeld musste sich mit Rang sechs begnügen. Damit war er aber erneut bester Deutscher. "Ich habe gerettet, was zu retten war, deshalb sind die drei Punkte sicher besser als nichts", meinte "Quick Nick", der sich allerdings über ein kleines Trostpflaster freute: die erste schnellste Rennrunde seiner Karriere und für BMW-Sauber.

Hamilton im Gesamtklassement weiter vorne

In der WM-Wertung führt weiter Melbourne-Sieger Lewis Hamilton (Großbritannien) mit 14 Punkten. Der Brite belegte in Malaysia im Mclaren-Mercedes den fünften Platz, Teamkollege Heikki Kovalainen (Finnland) wurde Dritter. Beide Silberpfeil-Piloten waren wegen eines Regelverstoßes nach dem Qualifying um jeweils fünf Plätze zurückversetzt worden, Hamilton stand auf Startposition neun, Kovalainen auf acht. "Mehr war heute für uns nicht drin, aber immerhin haben wir zehn wichtige Punkte gemacht", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Räikkönen schob sich durch den 16. Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere mit elf Zählern auf Rang zwei der WM-Gesamtwertung nach vorn. Der "Iceman" lag nach 56 wenig unterhaltsamen Runden 19,5 Sekunden vor Kubica. Räikkönens erster Saisonsieg war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Der Finne sprach hinterher selbst von einer Spazierfahrt: "Nach diesem schwierigen Wochenende in Australien wussten wir nicht, wo wir stehen. Aber das war heute ein ganz leichter Sieg. Wir hatten keine Probleme, alles lief perfekt."

Heidfeld ist nun mit elf Punkten WM-Dritter vor Kovalainen (10). Und in der Konstrukteurs-WM geben die deutschen Autobauer den Ton an: Mercedes führt mit 24 Punkten vor BMW (19)

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen freute sich über das beste Team-Ergebnis in der Formel 1: Elf Punkte hatten die Münchner bislang noch nie in einem Rennen geholt. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Saisonauftakt, das ist eine starke Basis für die nächsten Rennen", sagte Theissen.

Nico Rosberg (Wiesbaden), in Melbourne als Dritter erstmals auf dem Podium, stürzte im Williams-Toyota nach einer frühen Kollision auf den 14. Platz ab. Die drei anderen deutschen Fahrer, Sebastian Vettel (Heppenheim/Toro-Rosso-Ferrari), Timo Glock (Wersau/Toyota) und Adrian Sutil (Gräfelfing/Force-India-Ferrari), schieden alle aus.

Pech für Timo Glock

Wie von Mercedes-Sportchef Norbert Haug befürchtet, behauptete Ferrari die beiden Top-Positionen und setzte sich danach schnell von allen Rivalen ab. Pech im deutschen Duell hatte Timo Glock. In der ersten Runde kollidierte der Toyota-Pilot mit Nico Rosberg. Glock fuhr das beschädigte Auto zurück in die Box, dort stellten seine Mechaniker eine gebrochene Radaufhängung fest - das war das frühe Ende des Arbeitstages für den Hessen. Rosberg musste ebenfalls in die Box, der 23-Jährige konnte das Rennen mit einer neuen Frontpartie am Williams aber fortsetzen.

Glock war sich keiner Schuld bewusst. "Nico hat anscheinend versucht, mich in Kurve 14 zu überholen. Ich habe nur ganz normal eingelenkt, und er wollte reinfahren. Er hat mich mit dem Vorderrad an meinem Hinterrad getroffen", sagte der Toyota-Pilot. Es werde wohl noch eine Weile dauern, bis er diesen Ausfall verdaut habe, meinte Glock, "aber ändern kann ich es auch nicht mehr". Sutil musste in Runde sieben mit einem Hydraulikdefekt aufgeben, bei Vettel kündigte in Runde 41 eine Rauchwolke aus dem Heck seines Autos den Motorschaden an.

Massa kam in Runde 17 als erster Ferrari-Pilot zum Boxenstopp, Räikkönen eine Runde später. Der Finne wurde einen Tick schneller abgefertigt und kam Sekundenbruchteile vor Massa auf die Strecke zurück. Verfolger Kubica lag zu diesem Zeitpunkt schon fast 15 Sekunden hinter dem roten Spitzenduo auf Platz drei zurück.

Silberpfeil-Star Hamilton hatte sich mit einem Blitzstart zwar vom neunten auf den fünften Rang nach vorn geschoben, doch in Runde 20 warf ihn ein verpatzter Boxenstopp wieder zurück. Der Brite stand 20 Sekunden, weil seine Mechaniker offenbar Probleme mit dem rechten Vorderrad hatten. Sein Rückstand auf den führenden Räikkönen war dadurch auf mehr als 44 Sekunden angewachsen.

Massa ins Kiesbett

Aufregung herrschte in Runde 31 am Ferrari-Kommandostand. Massa verlor plötzlich die Kontrolle über den roten Renner, rutschte ins Kiesbett und grub sich dort tief ein. Damit war Räikkönen auf sich allein gestellt, der Weltmeister lag aber beruhigende 22 Sekunden vor Kubica.

Durch den erneuten Ausfall werden die Spekulationen um Massas Zukunft bei Ferrari weiter angeheizt. Angeblich soll der Brasilianer zum Saisonende in die Wüste geschickt und 2009 durch den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso ersetzt werden. Laut italienischen Medien soll der Spanier längst einen Vorvertrag bei den Roten unterschrieben haben. Renault-Pilot Alonso holte als Achter in Malaysia noch einen WM-Punkt.

© SID

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