Motorsport Formel1
Räikkönens "majestätischer" Auftritt im Königreich

Die Jagd ist eröffnet: Nach dem beeindruckenden Sieg von Kimi Räikkönen in Silverstone hat Ferrari Boden gut gemacht auf das entzauberte Wunderkind Lewis Hamilton im Mclaren-Mercedes. "Wenn wir diese Form konservieren können, haben wir jedes Wochenende eine gute Chance. Das Titelrennen ist völlig offen", sagte Räikkönen, der dem britischen Jungstar bei dessen Heimspiel die Schau gestohlen und die Euphorie um den WM-Spitzenreiter auf ein Normalmaß eingebremst hatte.

Räikkönen wittert Höhenluft

Mit 52 Punkten ist der "Iceman" aktuell die Nummer drei in der WM-Wertung. Noch führt Hamilton (70) deutlich vor seinem Teamrivalen, Weltmeister Fernando Alonso (58) aus Spanien. Beim Großen Preis von Europa am 22. Juli auf dem Nürburgring wird der junge Brite die Führung in jedem Fall behalten, doch Räikkönen hat Witterung aufgenommen: "Wir haben das Auto jetzt besser auf mich abgestimmt, da geht mir alles leichter von der Hand. Es ist noch eine lange Saison. Im Moment schaut es gut aus."

In den italienischen Medien stieg Räikkönen vom Buhmann rasch wieder zum Hoffnungträger auf. "Im Laufe von acht Tagen hat Kimi Räikkönen die Welt erobert", schrieb die Gazzetta, und der Corriere dello Sport sah einen "Super-Räikkönen", der "auf Schumachers Art" gesiegt habe: "Ferrari beginnt ernsthaft auf den WM-Titel zu hoffen. Nach einer schwierigen Woche wegen der Spionage-Affäre hat die Scuderia Grund zum Feiern."

Todt: "Kimi war einfach majestätisch"

Tuttosport ging noch einen Schritt weiter: "Ferrari, ein Triumph im Schumi-Stil. Räikkönen siegt im Hause der Gegner in Silverstone. Nur Weltmeister reagieren auf diese Weise, Weltmeister, die etwas Besonderes in sich haben. Räikkönen hat zwei perfekte Rennen bestritten.""Kimi war einfach majestätisch, von der ersten bis zur letzten Runde", befand Ferrari-Teamchef Jean Todt recht unbescheiden.

Enttäuschung herrschte nach der Hysterie um Hamilton dagegen in England. "Lewis Hamiltons Traum von einem Heimsieg hat sich zwar nicht in einen Albtraum verwandelt, aber das Gefühl einer Ernüchterung war unverkennbar", analysierte die Times.

Auch der Shootingstar musste trotz seines neunten Podiumsplatzes im neunten Rennen erkennen, dass ihm Grenzen gesetzt sind. "Ich war zu früh dran", räumte der 22-Jährige im Hinblick auf den ersten Boxenstopp ein, als er kurz anrollte, obwohl der Tankschlauch noch steckte: "Keine Ahnung, wie viele Sekunden ich da verloren habe, aber es waren jedenfalls sehr wertvolle."

Das sei aber nicht sein erster Fehler in der Saison gewesen, andere habe man nur nicht gesehen. Einen weiteren schrieb er sich ebenfalls zu. "Mit dem Setup habe ich eine falsche Entscheidung getroffen. Ich bin mit dem Heck einen anderen Weg als Fernando gegangen. Das wird mir eine Lehre sein", sagte Hamilton selbstkritisch.

Lob von Alonso: "Ferrari war einfach schneller"

Doch weder der vermasselte Boxenstopp noch die falsche Aerodynamik waren für die Niederlage gegen Ferrari entscheidend. "Der zweite Platz war das bestmögliche Ergebnis", befand Alonso: "Ferrari war einfach schneller." Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der wie Mclaren-Teamchef Ron Dennis auch einen Fehler bei der Reifenwahl einräumte, blickte lieber nach vorn: "Wir werden am Nürburgring wieder angreifen."

Die vier deutschen Fahrer freuen sich ebenfalls auf den Großen Preis von Europa am 22. Juli, das einzige der 17 Saisonrennen in der Heimat. "Dass wir in der Lage waren, weiter vorn zu kämpfen, verleiht dem Team bei der Vorbereitung auf den Nürburgring einen zusätzlichen Motivationsschub", sagte Toyota-Pilot Ralf Schumacher (Kerpen), der nach seinem sechsten Startplatz durch einen technischen Defekt im Rennen ausgeschieden war und abermals eine Enttäuschung erlebte.

Bei BMW-Sauber musste man indes erkennen, dass es wohl etwas voreilig war, die Jagd auf Ferrari auszurufen. "Es wäre natürlich schön, ganz an der Spitze mitzukämpfen, aber den dritten Platz zu festigen, ist alles, was wir uns momentan wünschen", sagte der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der als bester Deutscher Sechster geworden war.

© SID

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