Motorsport Formel1
Renault erleidet Rückschlag vor FIA-Gericht

Formel-1-Rennstall Renault hat den Kampf um seine "Schwingungstilger" vor dem Gericht der FIA verloren. Der Weltverband erklärte die von Fernando Alonso bislang sehr erfolgreich genutzte Technologie für regelwidrig.

Im Kampf um den WM-Titel in der Formel 1 gibt es eine neue Hiobsbotschaft für Titelverteidiger Fernando Alonso und seinen Rennstall Renault. Ein Gerichtsentscheid des Automobil-Weltverbandes FIA hat die Chancen von Widersacher Michael Schumacher auf seinen achten Weltmeistertitel erhöht. Das vierköpfige Berufungsgericht verbot die sogenannten "Schwingungstilger", die unter anderem im Renault-Boliden des spanischen Weltmeisters Alonso eingesetzt worden waren. Das Hilfsmittel zur Verbesserung der Aerodynamik soll einen Vorteil von bis zu 0,3 Sekunden pro Runde gebracht haben. Schumacher hat vor dem Großen Preis der Türkei am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere live) zehn Punkte Rückstand auf Alonso. Es stehen noch fünf Rennen auf dem Programm.

"Das Gericht hat entschieden, dass die Verwendung der unter dem Namen Tuned Mass Damper genutzten Vorrichtung ein Verstoß gegen den Artikel 3.15 des Technischen Reglements der Formel 1 darstellt", heißt es in einer am Mittwoch verkündeten Pressemitteilung der FIA. Die Richter stuften die Schwingungstilger damit als bewegliche aerodynamische Hilfsmittel ein, die laut Reglement verboten sind. Renault und andere Teams hatten das System die ganze Saison mit großem Erfolg eingesetzt, ehe es beim Rennen in Hockenheim von der FIA verboten worden war. Ohne das System folgte für Alonso Platz fünf beim Großen Preis von Deutschland und der Ausfall in Ungarn.

Michael Schumacher nicht vom Urteil betroffen

Das Weltmeister-Team Renault war am Dienstag persönlich bei der Anhörung vor dem Berufungsgericht erschienen, was die Bedeutung der Aerodynamik-Hilfe für die Franzosen untermauert. Chefingenieur Pat Symonds konnte das Gericht jedoch nicht davon überzeugen, dass die Technologie regelkonform ist. Vor der Anhörung hatte Symonds erklärt, dass "man das Urteil des unvoreingenommenen Gerichts respektieren wird." In Michael Schumachers Ferrari gibt es ebenfalls eine Schwingungsdämpfung, allerdings ohne bewegliche Teile.

Zur Gerichtsverhandlung war es gekommen, weil die FIA Einspruch gegen die Entscheidung ihrer eigenen Rennkommisare eingelegt hatte. Die "Regel-Sheriffs" hatten die Schwingungstilger bei Renault für regelkonform erklärt, was das Gericht nun für falsch erklärte.

© SID

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