Motorsport Formel1
Renault weist Spionage-Vorwürfe von sich

Das Formel-1-Team Renault hat den Vorwurf zurückgewiesen, von September 2006 bis Oktober 2007 im Besitz vertraulicher Daten vom Team Mclaren-Mercedes gewesen zu sein. Das erklärte der Rennstall am Freitag.

Nach dem Beginn einer Untersuchung durch den Automobil-Weltverband FIA hat das Formel-1-Team Renault den Vorwurf der Spionage zurückgewiesen. Man habe erst am 6. September 2007 Kenntnis davon erlangt, dass der frühere Mclaren-Mitarbeiter Phil Mackereth bei seinem Wechsel zu Renault ohne Wissen der Teamleitung vertrauliche "Silberpfeil"-Daten mitgebracht habe und Mackereth unverzüglich suspendiert. Das erklärte der Rennstall am Freitag in einer ersten Stellungnahme, nachdem am Tag zuvor Verantwortliche des Teams vom World Motor Sport Council der FIA zu einer Anhörung am 6. Dezember in Monaco vorgeladen worden waren.

100-Millionen-Dollar-Strafe

Der Weltverband hatte mitgeteilt, dass Renault von September 2006 bis Oktober 2007 in Besitz vertraulicher Mclaren-Daten über zahlreiche Bauteile der "Silberpfeile" gewesen sei. Mclaren-Mercedes war wegen eines ähnlichen Vergehens, dem Besitz geheimer Ferrari-Daten, am 13. September in Paris vom World Council zum Verlust aller Konstrukteurspunkte 2007 und einer Geldstrafe von 100 Mill. Dollar verurteilt worden, obwohl dem Team nicht nachgewiesen wurde, entsprechende Informationen auch genutzt zu haben.

Renault will nach eigener Aussage und nach eigenen Untersuchungen die Mclaren-Daten nicht genutzt haben. Zudem habe man unverzüglich zunächst Mclaren-Mercedes und dann die FIA informiert und danach kooperiert.

Informationen unverzüglich gelöscht

In der Pressemitteilung vom Freitag wies das Team darauf hin, dass die besagten Daten, die Mackereth auf mehreren Disketten mitgebracht habe, in seinen persönlichen Bereich des Renault-Computersystems eingespeist worden seien, ohne dass irgendjemand von der Teamleitung davon wusste. Als diese davon erfahren habe, seien die Informationen unverzüglich gelöscht und eine Untersuchung eingeleitet worden, über deren Fortschritte Mclaren und die FIA ständig informiert worden seien. Die Original-Disketten seien beschlagnahmt und den Teamanwälten übergeben worden, um sie an Mclaren zurückzuschicken.

Die interne Untersuchung habe dann ergeben, dass Mackereth einigen Ingenieuren Teile dieser Daten in Form von Zeichnungen gezeigt habe. Dabei habe es sich um den Aufbau des Benzintanks, das Layout des Getriebes, einen Massendämpfer und einen Stoßdämpfer gehandelt. Die FIA hatte am Donnerstag auch Informationen über relevante Abmessungen des Autos sowie das Hydrauliksystem genannt.

Ingenieure sagen für Renault aus

Ähnlich wie auch Mclaren in seiner letztlich erfolglosen Verteidigungsstrategie vor dem World Council beteuert auch Renault mit Aussagen relevanter Ingenieure, dass keine dieser Informationen in die Konstruktion des Renault-Autos eingeflossen sei.

Insbesondere die Daten des Massendämpfers seien nicht mehr relevant gewesen, da ein von Renault vorher schon genutztes solches System von der FIA bereits als illegal eingestuft und verboten worden war.

Um seine Einschätzung zu belegen, habe Renault Mclaren angeboten, unabhängige Experten in die Fabrik zu schicken, die dort die Computersysteme, die Autos und Designpläne inspizieren dürften. Auf Grund der völligen Transparenz seines Vorgehens blicke das Team dem Urteil der FIA sehr vertrauensvoll entgegen.

© SID

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