Motorsport Formel1
Renault wirft Piquet raus

Nelson Piquets Zeit bei Renault ist offenbar beendet. Der Brasilianer verkündete, der Rennstall habe ihm mitgeteilt, er werde in dieser Saison kein Rennen mehr für Renault fahren.

Nelson Piquet junior wird in dieser Formel-1-Saison nicht mehr für Renault ins Cockpit steigen wird. Das verkündete der Brasilianer am Montag auf seiner Internetseite. Der Rennstall habe ihm diese Entscheidung bereits mitgeteilt, ein offizielles Statement seitens Renault steht jedoch noch aus.

Piquet erklärte, er habe die Nachricht mit "großer Enttäuschung" aufgenommen, gleichzeitig aber auch Erleichterung "über das Ende der schlimmsten Zeit meiner Karriere" verspürt. "Ich kann nun weitergehen, meine Karriere wieder in die richtige Spur bringen und meine Reputation als schneller, erfolgreicher Fahrer wiedergewinnen", so Piquet. In der aktuellen Saison hat der 24-Jährige nach zehn WM-Läufen noch keine Punkte auf dem Konto, seine beste Platzierung war der 10. Rang beim Rennen in Bahrain.

"Briatore war mein Scharfrichter"

Die Erklärung nutzte der Sohn des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Nelson Piquet zur schonungslosen Abrechnung mit Renault-Teamchef Flavio Briatore. Der Italiener, der gleichzeitig als sein Manager fungierte, sei ihm in den Rücken gefallen. "Ein Manager soll dich ermutigen, dich unterstützen und dir Möglichkeiten schaffen. Bei mir war das Gegenteil der Fall. Flavio Briatore war mein Scharfrichter."

Briatore habe ihn vor Rennen mit Drohungen unter Druck gesetzt, dass er bei weiteren Misserfolgen ersetzt werde. Neben seinem Teamkollegen, dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso, sei er seit seinem Debüt 2008 nur derjenige gewesen, "der das andere Auto fährt". 2008 kam Piquet auf 19 WM-Punkte und den 12. Platz in der Gesamtwertung. Dabei gelang ihm auf dem Nürburgring mit dem zweiten Rang der erste und einzige Sprung aufs Podium.

In der Vorbereitung auf die Saison 2009 habe er deutlich weniger Trainingskilometer als Alonso absolvieren dürfen. In diesem Jahr sei er bei vier Rennen unter Bedingungen zweiter Klasse gefahren: "Die Renault-Ingenieure sagten mir, dass ich in diesen Rennen ein Auto hatte, das zwischen 0,5 und 0,8 Sekunden pro Runde langsamer war." Nach der schwachen Debüt-Saison galt Piquet allerdings schon vor diesem Jahr als Wackelkandidat bei Renault.

© SID

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