Motorsport Formel1
Schotte Coulthard beendet seine Formel-1-Karriere

Der Schotte David Coulthard wird nach dieser Saison seine Formel-1-Karriere beenden. Dies kündigte der 37-jährige Red-Bull-Pilot vor dem Rennen in Silverstone am Sonntag an.

Der Schotte David Coulthard wird seine Formel-1-Karriere nach dieser Saison beenden. Das kündigte der mit 37 Jahren dienstälteste Pilot in Silverstone an, wo am Sonntag (14. 00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) der Große Preis von Großbritannien stattfindet.

"Ich wollte die Entscheidung treffen, solange ich noch Spaß an meinem Beruf habe", sagt Coulthard. Der mit 37 Jahren dienstälteste Pilot legt Wert darauf, dass er den Helm nicht an den Nagel hängt: "Das werde ich sicher nicht tun. Ich bleibe dem Motorsport erhalten, aber in einer anderen Form." So werde er sich künftig als Berater bei Red Bull in die Test- und Entwicklungsarbeit einbringen.

Vettel möglicher Nachfolger, Webber verlängert Vertrag um ein Jahr

Nachfolger Coulthards bei Red Bull soll angeblich das deutsche Talent Sebastian Vettel (Heppenheim) werden. Der Hesse, der von BMW ausgebildet wurde, fährt derzeit für das Red-Bull-Schwesterteam Toro Rosso. Vettels künftiger Teamkollege wird der Australier Mark Webber sein, dessen Vertrag am Donnerstag um ein weiteres Jahr verlängert wurde. "Unser nächster Schritt muss es sein, die drei Top-Teams herauszufordern und wir glauben, dass Mark der absolut richtige Mann dafür ist", sagte Teamchef Christian Horner.

Coulthard fährt seine insgesamt 15. Saison in der Königsklasse. Seine größten Erfolge feierte er als Teamkollege des zweimaligen Weltmeisters Mika Häkkinen (Finnland) bei Mclaren-Mercedes. "DC", wie der Schotte von seinen Freunden nur genannt wird, fuhr bisher 237 Grand Prix. Dabei stand er zumeist im Schatten der wesentlich prominenteren und letztlich auch erfolgreicheren Teamkollegen. Coulthard gewann in seiner Karriere 13 Rennen.

"Werde bis zur letzten Runde mit der gleichen Hingabe fahren"

Die Entscheidung zum Rücktritt habe er schon früher in diesem Jahr getroffen und bewusst Silverstone als Bühne gewählt: "Ich habe dort zwei meiner 13 Siege gefeiert, das wird jeder verstehen." Und er sei außerdem Mitglied des veranstaltenden British Racing Driver's Club. Er sei stolz auf seine Arbeit bei Red Bull, meint Coulthard und verspricht: "Ich werde bis zur letzten Runde beim Finale in Brasilien mit der gleichen Hingabe fahren."

Außerhalb des Cockpits haftete ihm der Ruf eines Playboys an. Er habe es auf viel mehr Frauen gebracht als auf Siege, witzelten einst seine Fahrerkollegen. Coulthard ist der Gentleman unter den Rennfahrern, er ist stets höflich, hat gute Manieren und ist immer freundlich zu den Fans.

Coulthard fuhr viele Jahre für die beiden Top-Teams Williams und Mclaren-Mercedes. Dass er den Traum vom WM-Titel nie verwirklichen konnte, stört ihn offenbar nicht sehr: "Es ist nicht so, dass ich nachts nicht schlafen kann, weil ich keinen WM-Titel habe." So sei er nicht aus Zufall so lange in der Formel 1 gewesen, sondern weil er es verdient habe.

Nummer Vier der ewigen Punktetabelle

Mit seinen 13 Siegen ist Coulthard der zweiterfolgreichste Fahrer hinter dem Engländer Stirling Moss (16 Siege), der nie Weltmeister war. 2001 wurde er hinter Michael Schumacher Vize-Weltmeister, insgesamt 4-mal (1995, 1997, 1998, 2000) war er WM-Dritter. Eine feste Größe ist Coulthard in der ewigen Punktetabelle der Königsklasse. Dort belegt er mit 533 Zählern den vierten Platz hinter Michael Schumacher, Alain Prost und Ayrton Senna.

Coulthard hatte 1994 nach dem Tod des Brasilianers Senna dessen Platz bei Williams eingenommen und war am 14. Mai 1995 in Barcelona sein erstes Rennen gefahren. Von 1996 bis 2004 bildete er bei Mclaren mit dem Finnen Mika Häkkinen eines der erfolgreichsten Fahrer-Duos der Formel-1-Geschichte, bis er 2005 zu Red Bull wechselte.

Unvergessen ist sein Regen-Crash mit Michael Schumacher 1998 in Spa/Belgien, nach dem ihm der Kerpener erbost an den Kragen gehen wollte. Ein Wendepunkt in seiner Einstellung zum Leben war ein Flugzeugabsturz am 2. Mai 2000, den er unverletzt überlebte - und nur fünf Tage danach fuhr er wieder ein Rennen: natürlich in Barcelona.

© SID

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