Motorsport Formel1
Schumacher am Ende froh über "Trostpreis"

Viel riskiert, fast schon alles verloren und am Ende doch mit einem Trostpreis bedacht: Zocker Michael Schumacher war nach dem chaotischen und höchst unterhaltsamen Großen Preis von Ungarn glücklich über den einen geschenkten WM-Zähler. "Im Kampf um die WM zählt jeder Punkt, daher war das natürlich eine gute Nachricht", kommentierte der Ferrari-Pilot seinen nachträglichen Sprung auf Platz acht durch die Disqualifikation von BMW-Sauber-Mann Robert Kubica.

Auf dem Heimflug hatte sich Schumacher noch mit den Gedanken an eine verpasste große Chance gemacht, nachdem er im Rennen nach dem Ausfall seines großen WM-Rivalen Fernando Alonso in der Hoffnung auf einen Podiumsplatz zuviel riskierte und drei Runden vor Schluss ebenfalls aufgeben musste. Nach der Landung erreichte ihn per Telefon die Information, dass er doch noch vom ursprünglichen neunten auf den achten Platz nach vorne gerückt war.

Schumacher: "WM ist noch absolut offen"

"Jetzt sind es noch zehn Punkte Rückstand auf Fernando, mit denen wir in die Formel-1-Sommerpause gehen. Zehn Punkte, die wir in den nächsten fünf Rennen aufholen wollen und meiner festen Überzeugung nach aufholen können", meinte Schumacher: "Ich kann es nur noch einmal sagen: die WM ist noch absolut offen."

Allerdings hätte Schumachers Rückstand (90:100) schon ein bisschen kleiner sein können, wenn er in der Schlussphase auf Nummer sicher gegangen wäre und wie die Konkurrenten auf Trockenreifen gewechselt hätte. Ein zusätzlicher Boxenstopp hätte ihn voraussichtlich vom zweiten auf den vierten Platz zurückgeworfen, der ihm aber immerhin fünf Punkte eingebracht hätte.

Schumacher aber wollte mehr und blieb auf seinen Intermediates. Als die auf der abtrocknenden Strecke immer mehr abbauten, musste er sowohl Mclaren-Mercedes-Pilot Pedro de la Rosa als auch BMW-Sauber-Mann Nick Heidfeld ziehen lassen. Im harten, aber fairen Duell mit "Quick Nick" brach an Schumachers Ferrari dann die Spurstange, das warf den Kerpener endgültig aus dem Rennen.

Kritik von Stuck und Surer

"In der Situation, in der sich Michael Schumacher befand, wäre vielleicht ein etwas verhalteneres Fahren angebracht gewesen, um wenigstens ein paar Punkte zu machen. Der Crash mit Heidfeld war eigentlich unnötig", kritisierte der frühere Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck. Auch Ex-Fahrer Marc Surer meinte: "Schumacher hat gepokert und verloren. Wenn jemand drei Sekunden schneller ist, muss man ihn auch mal ziehen lassen." Der Schweizer gab aber Schumachers Ferrari-Team die meiste Schuld: "Sie hätten ihm die Reifen wechseln sollen."

Schumacher selbst verteidigte die Entscheidung. "Wir hätten sagen können: auf zwei, drei Positionen verzichten und dafür die Punkte mit nach Hause nehmen. Aber auf der anderen Seite bin das nun mal ich wie ich eben bin. Da wird gekämpft bis zum Schluss - bis sich nichts mehr dreht und nichts mehr geht. Deshalb hab ich so oft gewonnen", meinte der 37-Jährige, räumte aber ebenso wie Teamchef Jean Todt ein: "Im Nachhinein hätten wir es vielleicht anders machen sollen."

© SID

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