Motorsport Formel1
Schumacher denkt laut über Karriereende nach

Michael Schumacher spricht erstmals offen über ein baldiges Ende seiner Karriere. Der siebenmalige Weltmeister habe keine große Lust weiterzumachen, "wenn ich nicht mal eine Chance habe, Rennen zu gewinnen".

Der über Jahre hinweg so coole und souveräne Michael Schumacher ist im Herbst seiner Laufbahn ins Grübeln gekommen. Nur wenige Tage nach seinem 37. Geburtstag trägt sich der erfolgreichste Formel-1-Pilot der Geschichte mit dem Gedanken an ein baldiges Ende seiner Karriere: "Wenn ich nicht mal eine Chance habe, Rennen zu gewinnen und um den Titel zu kämpfen, glaube ich nicht, dass ich große Lust verspüre, meine Karriere fortzusetzen", sagte der Wahl-Schweizer in einem Interview des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Schumacher knüpft die Verlängerung seines zum Saisonende 2006 auslaufenden Ferrari-Vertrages an eine klare Bedingung: "Das Auto muss konkurrenzfähig sein." Die vergangene Saison mit einem geschenkten Sieg beim Skandalrennen in Indianapolis und nur Platz drei in der Gesamtwertung sei "katastrophal gelaufen" und hat bei Schumacher Spuren hinterlassen: "Manchmal war es wie verhext."

Mehr Geld ist keine Motivation

Der siebenmalige Weltmeister will abwarten und hat die Verhandlungen mit der Scuderia auf Eis gelegt. Erst Mitte des Jahres will Schumacher über seine Zukunft entscheiden. Da interessiert es den entthronten Champion auch nicht, dass ihm Fiat-Präsident Luca di Montezemolo einen Vertrag auf Lebenszeit angeboten hat.

Selbst eine angebliche Erhöhung seiner Jahresgage von geschätzten 38 auf 50 Mill. Euro wäre für Schumacher längst keine Motivation mehr. Der Formel-1-Rekordgewinner (84 Grand-Prix-Siege), der mit Ehefrau Corinna und den Kindern Gina-Maria und Mick zurückgezogen auf einem Anwesen in der Nähe des Genfer Sees in der Schweiz lebt, hat in 15 Jahren Formel 1 ein Privatvermögen von mehr als 500 Mill. Euro angehäuft.

Schumacher fordert mehr Einsatz von Ferrari

Ferrari muss noch größere Anstrengungen unternehmen, um im Duell mit Weltmeister Renault und den Mercedes-Silberpfeilen in dieser Saison zu bestehen. Deshalb verlangt Schumacher vom italienischen Autobauer eine Vergrößerung des Teams, um wieder konkurrenzfähig zu werden. "Wenn wir den Fortschritt wollen, brauchen wir zusätzliche Leute. In der Formel 1 kann man sich Stillstand nicht leisten."

Nach dem Verlust des WM-Titels an den Spanier Fernando Alonso (Renault) sparte Schumacher nicht mit Selbstkritik. Er habe Fehler gemacht, die er sich nicht hätte gestatten dürfen: "Nach all den Erfolgen schleichen sich Nachlässigkeiten ein, vieles will man mit Routine erledigen."

© SID

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