Motorsport Formel1
Schumacher erwartet die "Höhle des Löwen"

Ausgerechnet beim Klassiker in Silverstone will Michael Schumacher die Jagd auf Weltmeister Fernando Alonso mit einem Sieg eröffnen. Dabei erwarten ihn nicht nur offene Arme in England, sondern die "Höhle des Löwen".

Beim Klassiker in Silverstone will Michael Schumacher die beißende Kritik an seinem "Parkmanöver" von Monaco mit einem glorreichen Sieg vergessen machen, aber an der Stätte seiner bittersten Stunden wird "Schumi" es sehr schwer haben. Es soll endgültig die Jagd auf Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) eröffnet werden. "Wir fahren nach Silverstone, um zu gewinnen. Wir müssen Boden gut machen und wollen damit in England beginnen", erklärte der 37-Jährige nach den Erfolg versprechenden Testtagen in der Vorwoche in Barcelona.

Ex-Weltmeister Niki Lauda macht aber keinen Hehl daraus, "dass die WM für Michael gelaufen ist, wenn er jetzt gegenüber Alonso nicht kräftig punktet." Doch selbst 21 Punkte Rückstand auf den in der WM-Wertung führenden Renault-Piloten sind für den Ferrari-Star nach sieben von 18 Rennen längst noch kein Grund zum Resignieren. Im Gegenteil: "Die WM ist noch absolut offen. Alles wird sich darum drehen, wer bei den Weiterentwicklungen besser vorankommt", meinte "Schumi" und fügte hinzu: "Und in diesem Bereich sehen wir bei Ferrari traditionell gut aus."

"Schumi" eher unbeliebt in England

Trotz des demonstrativ zur Schau getragenen Optimismus könnte auf Schumacher ("Ich fahre immer gerne in Silverstone") auf und rund um den Traditionskurs aber die Hölle erwarten. Wegen seines einst mit harten Bandagen geführten Duells mit dem Engländer Damon Hill ist der Deutsche ungeachtet seiner drei Silverstone-Siege auf der Insel seit jeher unbeliebt. Da passt es ins (Feind-)Bild, dass Schumacher 1994 wegen eines verbotenen Überholverbots in der Aufwärmrunde sogar die schwarze Flagge gesehen hatte und für zwei Rennen gesperrt worden war.

Die Verachtung der Briten steigerte sich nach den Vorfällen von Monte Carlo vor anderthalb Wochen noch einmal, als Schumacher mit seiner "Straßensperre" die Konkurrenz behinderte und ans Ende des Feldes verbannt wurde. "Schumacher hat bewiesen, dass er der größte Anti-Held in der Geschichte der Formel 1 ist", urteilte die seriöse Times ungewohnt kritisch und bereitete das Feld für das Rennen in der "Höhle des Löwen".

Schumacher bleibt trotz der ungünstigen Vorzeichen zumindest äußerlich gelassen und hat auch seinen schweren Unfall in Silverstone von 1999 längst verarbeitet. Damals erlitt der Kerpener mehrere Beinbrüche und musste monatelang pausieren. Schumacher: "Da denkt man nicht mehr dran. Außer, wenn die Fragen von außen immer wieder kommen."

Ob Schumacher WM-Auftakt sehen kann ist fraglich

Ob der Hobby-Kicker ausgerechnet im Mutterland des Fußballs den WM-Auftakt der deutschen Mannschaft am Freitagabend gegen Costa Rica verfolgen kann, steht noch in den Sternen. Schumacher ("Ich setze auf Deutschland als Weltmeister") wurde wegen seines Manövers in Monaco von der Fahrergewerkschaft (Gpda) zum Rappott bestellt - am Freitagnachmittag.

Nach dem Wechselbad der Gefühle in Monaco mit dem Ausfall von Kimi Räikkönen (Finnland) und dem zweiten Platz von Juan Pablo Montoya (Kolumbien) hofft auch Mclaren-Mercedes auf den ersten Saisonsieg in der Grafschaft Northamptonshire. "Silverstone ist für unser Team ein Heim-Grand-Prix wie der Nürburgring oder Hockenheim. Wir hoffen, nach unseren Testfahrten in Barcelona einen weiteren Schritt nach vorne gemacht zu haben", betonte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Auch für BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) ist Silverstone kein Rennen wie jedes andere. "Dort gibt es viele sehr gut informierte Fans, echte Motorsportenthusiasten. Sie sind weniger auf Personen fixiert, sondern vom puren Sport begeistert", stellte "Quick Nick" fest, dessen Team in fünf der sieben bisherigen Rennen punktete. Hoffnung auf ein "paar Zähler" machen sich auch Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams und Ralf Schumacher (Kerpen) im Toyota.

© SID

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