Motorsport Formel1
Schumacher ganz entspannt, Krach bei Renault

Während sich Rekordweltmeister Michael Schumacher nach seinem Coup beim GP von China ganz entspannt auf das Rennen in Japan vorbereitet, hängt im Team des Titelverteidigers Fernando Alonso der Haussegen schief.

Im dramatischen Finish der Formel-1-Weltmeisterschaft kämpft Weltmeister Fernando Alonso an vielen Fronten. "Dem ganzen Renault-Team ist die Konstrukteurs-WM viel wichtiger als meine erfolgreiche Titelverteidigung", maulte der Spanier nach dem Verlust der WM-Führung an Michael Schumacher. Die Medien in Alonsos Heimat stützen diese provokante These. "Er hat den Feind im eigenen Lager", stellte die Tageszeitung Marca nüchtern fest.

Dagegen kann sich Michael Schumacher nicht erst seit seinem Sieg in Schanghai blind auf sein Ferrari-Team verlassen und sieht dem anstehenden Renn-Wochenende in Suzuka deshalb voller Freude entgegen. "Es wird sicher ein toller Fight - ich liebe so etwas", ließ der siebenmalige Champion auf seiner Homepage (www.michael-schumacher.de) wissen. Außerdem ist das Rennen in Suzuka für Schumacher etwas ganz Spezielles: "Der Kurs ist ein Traum, vor allem der erste Sektor. Den zu fahren, ist einfach klasse: die S-Kurven, der Rhythmus - geil."

Entspannte Vorbereitung beim Rekordweltmeister

Eine derart entspannte Vorbereitung auf das möglicherweise schon entscheidende Rennen der Saison ist Fernando Alonso nicht vergönnt. Nach dem zweiten Platz in Schanghai, wo ihn eine falsche Reifenwahl und ein verpatzter Boxenstopp den möglichen Sieg und die WM-Führung kosteten, steht der Champion mit dem Rücken zur Wand. Dass sein Teamkollege Giancarlo Fisichella ihn in Schanghai zwischenzeitlich sogar überholte, anstatt ihn weiter gegen Schumacher abzuschirmen, war für Alonso ein eindeutiges Zeichen: "Ich glaube nicht, dass Felipe Massa in einer ähnlichen Situation an Schumacher vorbeigefahren wäre." Der 25-Jährige vermutet, dass "einige im Team froh wären, wenn ich die Nummer eins nicht mitnehme". Bereits Anfang des Jahres hatte der Spanier seinen Wechsel zu Mclaren-Mercedes für 2007 angekündigt.

In jedem Fall ist Alonso vor den letzten beiden Rennen am kommenden Sonntag in Suzuka (7.00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) und 14 Tage später in Sao Paulo erstmals seit Saisonbeginn nicht mehr der Gejagte. Beim Punktegleichstand von 116:116 hat Schumacher, der in den letzten dreieinhalb Monaten 25 Zähler aufgeholt hat, aufgrund der größeren Anzahl von Siegen (7:6) die Nase vorn und könnte in Suzuka bereits seinen achten WM-Titel perfekt machen. Dafür müsste der Ferrari-Pilot gewinnen und Alonso ausfallen oder maximal Neunter werden.

Bei Renault hängt der Haussegen schief

Dass die Chemie bei Renault nicht mehr stimmt, zeigt auch die Tatsache, dass der Technische Direktor Pat Symonds öffentlich erklärte, Alonso habe in Schanghai den Wechsel der Vorderreifen beim ersten Boxenstopp gefordert, was sich später als entscheidender Fehler herausstellte: "Fernando trifft normalerweise gute Entscheidungen. Diesmal lag er daneben."

Die Panne beim zweiten Boxenstopp, als eine Radmutter aus dem Schlagschrauber gefallen war und die Abfertigung des Spaniers um zehn Sekunden verzögerte, hatte laut Alonso allerdings keine entscheidenden Auswirkungen mehr auf den Rennausgang. Pikant nur, dass der Patzer angeblich dem gleichen Mechaniker passierte, der schon bei Alonsos Ausfall in Ungarn die Radmutter angezogen hatte, die sich dann nach wenigen hundert Metern löste.

Ganz anders ist die Stimmung bei Ferrari. Fünf Siege in den letzten sieben Rennen haben die Basis dafür gelegt, dass Schumacher den achten Titel zum krönenden Abschluss seiner Karriere dicht vor Augen hat. Schumacher gibt alle Lorbeeren umgehend an sein Team weiter: "Dies ist einfach eine ganz besondere Truppe." Von der Fernando Alonso nur träumen kann.

© SID

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