Motorsport Formel1
Schumacher glaubt an Vettels Titelchance

Formel-1-Profi Sebastian Vettel erhält vor dem Saisonfinale Zuspruch von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone favorisiert dagegen Jenson Button.

Rekord-Weltmeister Michael Schumacher glaubt an seinen Kronprinzen Sebastian Vettel, für Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist die Entscheidung für Jenson Button schon gefallen und David Coulthard fühlt sich innerlich zerrissen: Die Motorsport-Prominenz betrachtet den Titelkampf in der Formel 1 mit höchst unterschiedlichen Emotionen.

"Sebastian hat noch immer die Chance auf den Titel. Mathematisch ist noch alles möglich, und ich drücke ihm dafür die Daumen", sagt Schumacher. Angesichts der zwei Punkte Rückstand auf Rubens Barrichello und vor allem der 16 auf dessen Brawn-Teamkollegen Button müsse der Heppenheimer, "kämpfen bis zum Schluss. Wir bei Ferrari haben das seit vielen Jahren verinnerlicht und deshalb viele Erfolge gefeiert."

Ecclestone sieht Button als Weltmeister

Das zieht Ecclestone, eigentlich (groß-)väterlicher Förderer Vettels völlig anders. Seine Meinung vor den beiden abschließenden Rennen an diesem Wochenende in Sao Paulo und zwei Wochen später in Abu Dhabi fasst er in vier knappen Worten zusammen: "Button wird sowieso Champion."

Zwei Herzen schlagen derweil in der Brust von Coulthard. Der Vize-Weltmeister von 2001 ist Berater in Vettels Team Red Bull, gleichzeitig aber eng befreundet mit Button. Deshalb bricht er auch eine Lanze für den Briten. "Manche vermitteln den Eindruck, dass Jenson kein würdiger Weltmeister wäre, weil er in der zweiten Saisonhälfte Probleme hatte", sagte der Schotte: "Aber wenn Jenson es schafft, hat er den Titel Sportler des Jahres im Sack. Letztendlich kommt es darauf an, den Nordpol zu erreichen, nicht, wie man ihn erreicht hat.

Psychologische Ratschläge der Teamchefs

Mclaren-Teamchef Martin Whitmarsh glaubt, dass für Button nichts mehr anbrennt. "Der Druck wächst. Er muss das Gefühl haben: Das ist meine Chance, vielleicht meine einzige! Aber ich glaube, Jenson wird die Nerven behalten." Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, damals der Profiteur, rät Vettel, "den Kopf von Rechenspielen zu befreien. Das hat Kimi vor zwei Jahren auch gemacht. Wenn das Auto gut genug ist, wird es reichen. Wenn du aber zu rechnen beginnst und dich fragst, was alles schief gehen kann, dann geht es auf jeden Fall schief."

Der 1996er-Weltmeister Damon Hill rät auch seinem Landsmann Button, nicht auf die WM-Wertung zu schauen: "Er muss Brasilien als normalen Grand Prix sehen." Der viermalige WM-Champion Alain Prost sieht einen großen Vorteil für Vettel, weil dessen Teamkollege Mark Webber im Vergleich zu Barrichello aus dem Titelrennen ausgeschieden ist. "Jetzt steht das Team wirklich hinter ihm. Und ich glaube, dass er in Sao Paulo nur sehr schwer zu schlagen sein wird", sagt der Franzose.

Jordan: Buttons Titel "in Stein gemeißelt"

"Die WM ist natürlich noch drin. Der Sebastian hat einen Lauf", sagt RTL-Experte Christian Danner, und auch Ralf Schumacher glaubt: "Alles ist noch drin." Ex-Weltmeister und Sky-Experte Keke Rosberg glaubt bei Button "die nackte Angst vor der Meisterschaft" zu erkennen: "Aber Button und Barrichello müssten beide Pech haben, damit Sebastian noch eine realistische Chance hat."

Der dreimalige Champion Niki Lauda glaubt fest an Button: "Das Polster müsste eigentlich groß genug sein, damit er das nach Hause fährt. So gescheit wird er sein." Und für Ex-Teamchef Eddie Jordan ist der Titel schon vergeben: "Das ist in Stein gemeißelt. Ich verstehe nicht, warum sich alle Sorgen machen."

© SID

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