Motorsport Formel1
Schumacher "heiß" auf Formel-1-Start in Bahrain

Michael Schumacher will zum Saisonauftakt der Formel-1 am Sonntag beim Großen Preis von Bahrain (12.30 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) auf eine offene Frage antworten. Die Formel 1 steht nämlich vor ihrer spannendsten Saison seit Jahren. Schafft Schumacher die Rückkehr auf "seinen" WM-Thron oder kann ihn Fernando Alonso in seiner Abschiedssaison bei Renault noch einmal düpieren? Sind die Silberpfeile von Mclaren-Mercedes diesmal reif für Gold? Wie schlägt sich BMW-Sauber im ersten Jahr unter eigener Flagge? Kann Nico Rosberg die hohen Erwartungen erfüllen? Schafft Ralf Schumacher mit Toyota den ersten Sieg oder werden sie vom japanischen Erzrivalen Honda überflügelt? Das sind nur einige der offenen Fragen vor dem Saisonstart.

Schumacher ist "heiß wie selten"

Der Ferrari-Pilot zumindest kann das erste von insgesamt 18 Rennen kaum noch erwarten, zu groß ist beim siebenmaligen Weltmeister das Verlangen, den Frust aus der völlig verkorksten Saison 2005 abzuschütteln. "Selten war ich so heiß auf eine Saison wie diesmal", sagt der 37 Jahre alte Ferrari-Pilot, der in seine 15. und vielleicht letzte WM-Saison geht. Erst im Sommer will er sich entscheiden, ob er seinen am Ende des Jahres auslaufenden Vertrag verlängert.

Schumacher will erst sehen, ob Ferrari den Anschluss zur Spitze wieder geschafft hat. "Außerhalb der Punkte rumzufahren, das tat schon sehr, sehr weh", meint Schumacher mit Blick auf 2005, als er nach fünf Jahren an der Formel-1-Spitze vom spanischen "Jungspund" Alonso zum Ex-Weltmeister degradiert wurde. "Ich will das Ex ausradieren", erklärt der mit sieben Titeln und 84 GP-Siegen erfolgreichste Fahrer aller Zeiten, den am meisten die Art und Weise geärgert hat, wie er seinen Titel verloren hat: "Ehrlich gesagt bin ich doch nur durch Fehler anderer überhaupt noch WM-Dritter geworden. Dass wir 2005 so lange nicht konkurrenzfähig waren, das stört mich am meisten."

Nach den Wintertests, bei denen sich alle Teams an die neuen V8-Renner gewöhnen mussten, sieht Schumacher sein Ferrari-Team noch nicht an der Spitze. "Renault sieht momentan am stärksten aus, gefolgt von drei Teams: Honda, Mercedes und Ferrari", sagt der Rekordweltmeister, der aber an die Entwicklungsfähigkeit der Scuderia glaubt: "Ferrari war in dieser Hinsicht traditionell immer sehr stark, und auch diesmal haben wir da recht gute Vorstellungen. In meinen Augen wird das eine sehr enge Saison werden. Ich glaube, die Teams liegen diesmal sehr dicht beieinander, so dass wir uns auf einen harten Kampf um die Titel gefasst machen müssen."

Die WM-Krone peilen auch die Silberpfeile an, nachdem 2005 die mangelnde Zuverlässigkeit des schnellsten Autos im Feld den großen Triumph verhinderte. Interessant dürfte bei Mclaren-Mercedes allerdings werden, wie sich die bereits bekannt gegebene Verpflichtung von Alonso für 2007 auswirkt. Vize-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland), der in einem Interview mit einer englischen Zeitung bekräftigte, nicht Nachfolger von Michael Schumacher bei Ferrari werden zu wollen, und Juan Pablo Montoya (Kolumbien) müssen sich für das zweite Cockpit für 2007 empfehlen.

Alonso, neben Schumacher und BMW-Sauber-Pilot Jacques Villeneuve (Kanada) einer von drei Weltmeistern im dank des neuen Teams Super Aguri jetzt 22-köpfigen Feld, empfindet nach dem Gewinn des Titels keinen Druck mehr. "Den haben die anderen 19 Fahrer", sagt der Spanier, der sich gerne mit der erfolgreichen Titelverteidigung von Renault verabschieden würde.

Premieren von BMW und Nico Rosberg

An den Titel denkt bei BMW-Sauber im ersten Jahr noch niemand, trotz viel versprechender Testergebnisse. "Ich tippe, dass Renault und Honda erst einmal vorn sind. Dann könnten Mclaren und Ferrari folgen und dahinter eine Gruppe von Teams, die dicht beieinander liegen. Zu dieser Gruppe dürften auch wir gehören", sagt der Mönchengladbacher Nick Heidfeld. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen geht die Sache vorsichtig an: "Wir erwarten keine Wunder, sondern wollen das Beste auf unseren Möglichkeiten machen und uns sukzessive steigern."

Zu den Gegnern auf BMW-Augenhöhe dürfte auch Ex-Partner Williams gehören, wo der in Wiesbaden geborene Nico Rosberg als vierter Deutscher fahren wird. Der Sohn des früheren Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg hat an Bahrain, wo in diesem Jahr erstmals der Auftakt stattfindet, gute Erinnerungen. Hier holte er im vorigen Jahr den Titel in der GP2-Serie. "Die Strecke gefällt mir sehr, ich hatte dort Erfolg und weiß, dass ich da sehr schnell bin", sagt der 20 Jahre alte Formel-1-Debütant.

Im Gegensatz zu Rosberg ist Ralf Schumacher mit 145 Rennen ein alter Hase. Zu seinen bisherigen sechs Siegen soll in diesem Jahr der erste mit Toyota kommen. "Nur das zählt für uns", sagt der Kerpener, dessen Team sich aber nach dem Wechsel zu Bridgestone erst noch an die neuen Reifen gewöhnen muss. Die japanische Konkurrenz von Honda war im Winter mit Ex-Ferrari-Pilot Rubens Barrichello (Brasilien) und Jenson Button (Großbritannien) noch deutlich besser unterwegs.

"Schumi" im freien Training Zweiter

Michael Schumacher hat den "Winterschlaf" der Formel 1 gut überstanden und das freie Training zum ersten Grand Prix der neuen Saison auf Platz zwei beendet. Der Ferrari-Pilot war in Bahrain in 1:31,751 Minuten knapp acht Zehntelsekunden schneller als Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien im Renault, der den sechsten Rang (1:32,538) belegte. Die Bestzeit fuhr Honda-Testfahrer Anthony Davidson.

© SID

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