Motorsport Formel1
Schumacher kehrt als Tester ins F1-Cockpit zurück

Für Testfahrten mit Formel-1-Boliden ohne Traktionskontrolle hat Ferrari Michael Schumacher reaktiviert. Seine große Erfahrung könnte dabei "hilfreich für uns sein", sagte Ferrari-Sprecher Luca Colajanni.

Michael Schumacher kehrt ins Cockpit zurück. Der 38 Jahre alte Formel-1-Rekordweltmeister wird in der kommenden Woche in Barcelona erstmals nach seinem Karriere-Ende im Jahr 2006 wieder offizielle Testfahrten für Ferrari absolvieren. "Das ist richtig. Wir haben immer gesagt, wenn Michael den Wunsch hat, wird das möglich sein", sagte Ferrari-Sprecher Luca Colajanni am Dienstag dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Hintergrund der Aktion sind aber nicht Comeback-Pläne des siebenmaligen Champions, nachdem bereits am Montag sein Manager Willi Weber im Gespräch mit dem sid Gerüchte über ein Engagement seines Schützlings bei Mclaren-Mercedes als völlig absurd bezeichnet hatte. Vielmehr will der heutige Ferrari-Berater seinem Arbeitgeber helfen.

Keine technischen Fahrhilfen

Ferrari wird in Barcelona ein Auto ohne technische Fahrhilfen wie Traktionskontrolle testen, wie es ab 2008 zum Einsatz kommen wird. Da könnte der 38-Jährige mit seiner großen Erfahrung "hilfreich für uns sein", meinte Colajanni. Der 91-malige GP-Sieger Schumacher kennt Autos ohne Traktionskontrolle noch aus früheren Zeiten seiner Karriere. Daher sei sein Einsatz beim Test "halb aus Spaß und halb aus technischen Gründen", erklärte der Ferrari-Sprecher.

Nur aus Spaß setzte sich der Kerpener am Montag in Valencia auf die Motogp-Maschine von Ducati-Werkspilot Casey Stoner - und beeindruckte die Experten. Schumacher fuhr am Tag nach dem Motorrad-Saisonfinale 58 Runden und lag am Ende mit seiner besten Zeit von 1:37,890 Minuten nur rund fünf Sekunden über dem am Sonntag vom Spanier Dani Pedrosa aufgestellten Streckenrekord (1:32, 748).

Schumacher selbst war von diesem Ergebnis überrascht. "Ich erinnere mich, dass ich beim letzten Mal knapp 15 Sekunden langsamer war als man hätte fahren können", sagte der 38-Jährige, der 2005 in Mugello schon einmal die damals aktuelle Ducati fahren durfte: "Ich dachte mir, dass ich nun vielleicht an die zehn Sekunden rankommen würde."

Schumacher: "Mache das nur zum Spaß"

Auf zwei Räder umsteigen will "Schumi" aber nicht. "Ich mache das nur zum Spaß, ich möchte keine Rennen fahren", erklärte er. Seine Erfahrungen im Formel-1-Boliden hätten ihm aber nicht geholfen. "Es sind zwei verschiedene Welten - es ist, als ob man auf der Erde ist und dann auf den Mond geht", meinte Schumacher: "Es ist unmöglich, die beiden zu vergleichen, sie haben einfach nichts gemeinsam. Wenn man fährt, versteht man, was man zu tun hat - zumindest allgemein, im Detail dann wieder nicht."

Ein großes Lob zollte der Weltmeister im Ruhestand Zweirad-Champion Stoner, der den siebenmaligen Weltmeister Valentino Rossi klar distanzierte und bereits Wochen vor dem Saisonende als Meister der Motorrad-Königsklasse feststand. Zwar habe er ein gutes Motorrad und gute Reifen gehabt, so Schumacher, "aber er hat seinen Teamkollegen und die anderen Jungs auf den gleichen Reifen geschlagen. Diese Ehre gebührt ihm. Er fuhr so sanft, so perfekt. Ich bin davon sehr beeindruckt."

Neben dem Rekordweltmeister durfte sich in Valencia ein weiterer früherer Formel-1-Pilot auf zwei Rädern austoben. Der zweimalige WM-Dritte und heutige Toro-Rosso-Teilhaber Gerhard Berger (Österreich) drehte mit der Werks-Honda und der Kawasaki einige Runden.

© SID

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