Motorsport Formel1
Schumacher lässt Ferrari weiter zappeln

Leicht genervt hat Michael Schumacher auf Fragen nach seiner Zukunft bei Ferrari reagiert. "Es gibt nichts Neues, ich muss euch noch etwas zappeln lassen", erklärte der Kerpener vor dem Rennen in Malaysia.

Kaum haben Ferrari und Michael Schumacher zum Saisonauftakt an die Leistungen der Vergangenheit angeknüpft, häufen sich die Fragen nach der Zukunft des siebemaligen Formel-1-Weltmeisters. Bei strahlendem Sonnenschein in Kuala Lumpur ließ sich der Kerpener zumindest kurzzeitig die gute Laune verderben. Noch sei keine Entscheidung gefallen, sagte der 37-Jährige und bestritt hartnäckig Meldungen über eine angebliche Einigung mit Ferrari. "Ich kann sowas nicht verhindern. Wenn das jemand unbedingt schreiben möchte, soll er es halt tun", meinte Schumacher leicht genervt vor dem zweiten Saisonrennen am Sonntag (8 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) in Malaysia.

"Ich muss euch noch etwas zappeln lassen"

Schumacher hat stets betont, dass er eine Verlängerung seines zum Jahresende auslaufenden Millionen-Vertrages einzig und allein von der Wettbewerbsfähigkeit seines Rennwagens abhängig mache. Nach dem zweiten Platz in Bahrain sprachen viele schon von einer sportlichen Wiederauferstehung bei Ferrari und werteten den Auftakt als Indiz für eine Vertragsverlängerung. Doch Schumacher wiegelte am Donnerstag ab: "Es gibt nichts Neues, ich muss euch noch etwas zappeln lassen. Wir haben doch erst ein Rennen hinter uns."

Angeblich hat Ferrari-Boss Luca di Montezemolo seinem teuersten Angestellten einen Zwei-Jahres-Vertrag für 80 Mill. Euro angeboten. "Michael kann solange für uns fahren wie er will. Nur er entscheidet. Ein Wort von ihm genügt", sagt der Italiener.

Keine Entscheidung vor dem Sommer

Für Schumacher ist es daher völlig legitim, auch den richtigen Zeitpunkt zu wählen, "wenn ich mir das schon aussuchen darf". Und dafür sei es jetzt einfach zu früh. Schumacher: "Wenn es etwas zu vermelden gibt, teile ich das schon rechtzeitig mit." Das unterstrich sein Manager Willi Weber: "Vor Sommer tut sich nichts."

Schumacher wirkte locker wie schon lange nicht mehr und verriet, dass sein Optimismus nach Bahrain größer geworden sei: "Dass es so gut läuft, hat auch mich überrascht." Entsprechend groß sei die Motivation: "Wir wollen da weitermachen, wo wir aufgehört haben." Im Vergleich zur vergangenen Saison habe er ein gutes Auto. Die Aerodynamik sei besser, und auch auf dem Reifensektor habe man große Fortschritte gemacht. Schumacher: "Wir waren nicht zufällig schnell, sondern über die ganze Renndistanz. Es gibt keinen Grund, warum das in den nächsten Rennen nicht auch so sein sollte."

Mclaren will noch weiter nach vorn

Mit Optimismus sieht auch Mclaren-Mercedes der nächsten Aufgabe entgegen. Man sei in Bahrain in der Position gewesen, um den Sieg zu fahren, sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug stolz. In der Tat: Kimi Räikkönen (Finnland) raste vom letzten Startplatz noch auf Rang drei nach vorn, Teamkollege Juan Pablo Montoya (Kolumbien) sammelte als Fünfter fünf WM-Punkte. Auf Dauer müssen aber Siege her, das weiß auch Haug: "Wenn Bahrain das letzte Rennen gewesen wäre, dann wäre Renault jetzt Weltmeister."

Noch sehr viel Arbeit wartet auf das neue BMW-Sauber-Team. Ein 14. Platz von Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und der frühe Ausfall des ehemaligen Weltmeisters Jacques Villeneuve (Kanada) waren alles andere als ein optimaler Start. "Es gibt einiges zu verbessern, das wissen wir", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen auf einer Pressekonferenz des Teamsponsors in Kuala Lumpur. Dennoch gebe es Lichtblicke: "Unser Auto war in der Qualifikation schon sehr schnell. Das heißt: Das Potenzial ist da."

Ganz andere Sorgen hat Nico Rosberg nach seinem Super-Debüt mit Platz sieben und den ersten beiden WM-Punkten in Bahrain. Unzählige Interviews, Fototermine und immer wieder Autogramme schreiben - der 20-Jährige bekam den ganzen Stress eines Formel-1-Fahrers gleich zu spüren. Doch der neue deutsche Shootingstar hebt nicht ab und gibt sich bescheiden. "Ich versuche einfach, gelassen zu bleiben", sagt der Sohn des ehemaligen Weltmeisters Keke Rosberg, der ebenso wie sein Vater damals in einem Williams sitzt.

© SID

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