Motorsport Formel1
Schumacher sieht Nachfolger in den Startlöchern

Wer soll die Lücke füllen, die Michael Schumacher nach seinem Rücktritt lassen wird? Der siebenmalige Weltmeister hebt von "sehr vielen guten deutschen Rennfahrern" vor allem Nick Heidfeld und Sebastian Vettel hervor.

Die Trauer ist bei seinen Fans noch nicht bewältigt, doch Michael Schumacher spricht schon von der Zukunft. Die Formel 1 in Deutschland sieht der Kerpener nach seinem Rücktritt keinesfalls in ein Loch fallen. "Wir haben in BMW und Mercedes zwei deutsche Hersteller, und vor allem haben wir sehr viele gute deutsche Rennfahrer", sagte Schumacher: "Nick Heidfeld zeigt gerade, was er mit einem guten Auto leisten kann. Und in Sebastian Vettel gibt es einen neuen, ganz starken Nachwuchsfahrer."

Seinen Bruder Ralf, der in seiner Karriere immerhin schon sechs Siege feierte, und das Supertalent Nico Rosberg hat Schumacher dabei noch vergessen. Zudem überzeugten neben Vettel auch Adrian Sutil und Markus Winkelhock als Testfahrer.

BMW will die Lücke füllen

Trotzdem wird dem Ende der rund 15-jährigen "Schumi"-Erfolgsära vorerst wohl ein sinkendes Interesse an der "Königsklasse" folgen. TV-Rechteinhaber RTL befürchtet bröckelnde Quoten, und ab 2007 wird es erstmals seit zehn Jahren nur ein Formel-1-Rennen in Deutschland geben. Es findet am 22. Juli voraussichtlich auf dem Nürburgring statt, Hockenheim wäre dann 2008 wieder an der Reihe.

Beim aufstrebenden BMW-Team sieht man sich bestens gerüstet, die Lücke nach dem Schumacher-Rücktritt zu füllen. "Quick" Nick Heidfeld bezeichnet es offen als Ziel "in den nächsten Jahren den Weltmeistertitel" zu holen, und der erst 19 Jahre alte Vettel wird nach zwei glanzvollen Trainingsbestzeiten in zwei Einsätzen als Formel-1-Testfahrer bereits als Nachfolger von Schumacher bezeichnet.

Mercedes will zurück zu alter Stärke

"Wir sind sehr gut aufgestellt, ich mache mir überhaupt keine Sorgen um die Formel 1 in Deutschland. 2008 wollen wir um Siege und unseren ersten Titel mitfahren", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Dass in Monza zwei deutsche Hersteller hinter Michael Schumacher auf dem Podium standen, war doch genau das richtige Signal für die Zukunft."

Mercedes, in Italien mit dem Finnen Kimi Räikkönen Zweiter vor dem Polen Robert Kubica im BMW, holte insgesamt schon drei WM-Titel. Nach Michael Schumachers Abschied sollen weitere folgen. "Natürlich wollen wir die Nummer eins werden. Wir haben in Fernando Alonso im kommenden Jahr den Weltmeister an Bord, und vielleicht haben wir auch bald einen deutschen Fahrer", meinte Sportchef Norbert Haug.

Für den früheren Formel-1-Piloten Hans-Joachim Stuck ist jetzt vor allem eins wichtig: "Die deutschen Hersteller und Fahrer dürfen nicht versuchen, in die Fußstapfen von Michael Schumacher zu treten. Die sind ohnehin zu groß. Wir brauchen neue Stars mit neuem Profil, die auch die Massen ansprechen."

© SID

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