Motorsport Formel1
Schumacher startet hinter Räikkönen in Monza

Beim Qualifying für den Großen Preis von Italien am Sonntag ist Kimi Räikkönen (Mclaren Mercedes) auf die Pole Position gefahren. Ferrari-Pilot Michael Schumacher startet an zweiter Position vor Nick Heidfeld (BMW).

Sein eigener "Erbe" hat Michael Schumacher mit winzigen zwei Tausendstel Vorsprung die Pole Position bei seinem wohl letzten Ferrari-"Heimspiel" in Monza entrissen. Der noch bei Mclaren-Mercedes unter Vertrag stehende Kimi Räikkönen triumphierte in der Qualifikation für den Großen Preis von Italien am Sonntag (14 Uhr/live bei Premiere und RTL). Vor der Verkündung seiner Zukunftspläne nach dem Rennen kann Schumacher allerdings einen wichtigen Schritt zum achten WM-Titel tun, denn Erzrivale Fernando Alonso landete zuerst nur auf Platz fünf und wurde in den Abendstunden wegen einer angeblichen Behinderung von Schumachers Teamkollegen Felipe Massa vom Motorsport-Weltverband FIA auf Rang zehn zurückgestuft.

"Natürlich wäre es sehr schön gewesen, beim Heim-Grand-Prix auf der Pole zu stehen, aber so ist es eine ideale Situation für die Meisterschaft. Schön, dass Fernando so weit hinten ist", erklärte Schumacher mit angespannter Miene: "Ich hoffe, ich kann noch den kleinen Schritt zum Sieg gehen." Seine Chancen, den Zwölf-Punkte-Rückstand auf Alonso in der WM zu verkürzen, erhöhten sich am Abend nach einem erfolgreichen Ferrari-Protest gegen Alonso schlagartig. "Die Aktion mag keine Absicht gewesen sein, aber die Behinderung eines Fahrers ist nach Artikel 116 der Regularien ein Vergehen", begründeten die Rennkommissare die Strafe gegen Alonso nach einer Anhörung.

"Quick Nick" fährt auf Platz drei

In einem Herzschlagfinale lag Schumacher in 1:21,486 Minuten nur knapp hinter dem Finnen Räikkönen (1:21,484). BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) schaffte als Dritter (1:21,653) die bislang beste Platzierung für das neue BMW-Team.

"Es war keine perfekte Runde, aber gut genug für Pole. Ich hoffe, dass das Auto auch gut genug für den Sieg ist", sagte der "Iceman" Räikkönen nach der Galafahrt im "Silberpfeil". Zum offenbar perfekten Wechsel zu Ferrari, der am Sonntag verkündet werden soll, wollte Räikkönen noch nichts sagen. Auch Schumacher wehrte alle Nachfragen ab, ob er wie erwartet seinen Helm an den Nagel hängt oder doch als Teamkollege von Räikkönen 2007 bei Ferrari weiterfährt: "Am Sonntag werden es alle wissen. In mir drin ist alles klar, für mich ist die Situation keine Belastung. Ich will einfach den Titel holen."

Alonso verliert Teile des Heckflügels

Dabei könnte dem in der WM-Wertung zwölf Punkte zurückliegenden 37-Jährigen ein Missgeschick von Alonso helfen, der nach einem Reifenschaden einige Teile seines Heckflügels verlor. "Ferrari ist hier Favorit. Wir müssen dieses Rennen einfach überstehen", meinte der Spanier.

Sogar BMW-Pilot Heidfeld reihte sich vor dem Weltmeister ein. "Das ist schon eine Überraschung, es geht stetig aufwärts", meinte "Quick Nick". Nico Rosberg (Wiesbaden) landete im Williams als Zwölfter einen Rang vor dem enttäuschenden Toyota-Piloten Ralf Schumacher (Kerpen).

Dominierendes Thema bei strahlendem Sonnenschein und 30 Grad Celsius war aber einmal mehr die Zukunft von Schumacher. "Die elf Jahre mit Michael waren toll. Er ist ein einmaliger Sportler, er hat Ferrari viel gegeben", sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, und es klang fast wie eine Bestätigung des Rücktritts.

Fans lieben ihren "Schumi"

Am Sonntag gegen 15.30 Uhr soll das Geheimnis gelüftet werden. Die Fans hoffen immer noch, dass Schumacher weitermacht: "Michael - wir sind immer auf Deiner Seite" und "Schumi - Ich liebe Dich" hatten sie auf Plakate an der Zielgerade gepinselt.

Die Gazzetta dello Sport mutmaßte über einen Aufstieg von Schumacher in die Rennstall-Leitung neben Teamchef Jean Todt. "Schumacher Chef von Räikkönen", hieß die Schlagzeile.

Das vielleicht letzte Ferrari-Heimspiel für Schumacher könnte auch das letzte Rennen in Monza sein, denn die Fahrer drohen wegen erheblicher Sicherheitsbedenken mit einem Boykott für die Zukunft. "Wir sind nicht glücklich mit der Situation. Speziell die zweite Schikane entspricht absolut nicht den Standards", kritisierte Schumacher.

© SID

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