Motorsport Formel1
Schumacher will vorerst „abtauchen"

Rekordweltmeister Michael Schumacher plant für die nähere Zukunft keine Rückkehr auf die Rennpiste und will sich nach seinem Abschied von der Formel 1 ganz auf sein Privatleben konzentrieren. Wunschlos glücklich zeigte sich der siebenmalige Champion nach seinem letzten Grand Prix und schloss ein Comeback oder den Wechsel in die Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) aus - zumindest im Moment. "Warum sollte ich das tun?", sagte Schumacher in einem Interview mit der Sport Bild: "Allerdings: Ich kann diese ganzen Fragen mit Bestimmtheit nur vom heutigen Standpunkt aus beantworten. Niki Laudas Comeback, Mika Häkkinens Rückkehr in die DTM - das ist alles nach einer gewissen Zeit passiert. Ich kann jetzt nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, was in zwei oder drei Jahren sein wird."

"Irgendwo in den Urlaub fahren"

Im Moment freut sich der 37-Jährige, der am vorigen Sonntag in Sao Paulo sein 250. und letztes Formel-1-Rennen gefahren ist, darauf, mehr Zeit für seine Familie und Dinge außerhalb des Rennsports zu haben. In sechs Wochen, wenn die Ex-Kollegen mit den Testfahrten für die Saison 2007 beginnen, hätten seine Kinder Gina-Maria und Mick wahrscheinlich Ferien, "und wir werden irgendwo in den Urlaub fahren", meinte Schumacher: "Dann werde ich persönliche Dinge erledigen, um die ich mich kümmern muss, weil sie in der Vergangenheit einfach zu kurz gekommen sind."

Große Wünsche für die Zukunft habe er nicht, versicherte der erfolgreichste Formel-1-Pilot aller Zeiten. "Ich führe ein so erfülltes und glückliches Leben - da hat man eigentlich keine Wünsche mehr. Aber ich werde mich sicher darauf freuen, irgendwann etwas weniger Aufmerksamkeit zu bekommen." Der völlige Rückzug ins Privatleben sei "morgen sicher noch nicht" möglich: "Aber irgendwann schon. Wenn ich alt, grau und dick bin."

"Die Wale waren immer woanders"

Einige Dinge sind aber während Schumachers fast 16-jähriger Karriere in der "Königsklasse" zu kurz gekommen. "Ich wollte schon immer einmal mit Walen tauchen gehen. Das habe ich bisher nie geschafft. Ganz einfach, weil ich immer zu den richtigen Zeitpunkten an den falschen Orten sein musste. Die Wale waren immer woanders", verriet Schumacher: "Jetzt werde ich die Zeit haben, dahin zu reisen, wo die Wale sich gerade befinden."

Auch will sich der Unesco-Sonderbotschafter mehr Zeit für soziale Projekte nehmen. "Die wenige Zeit, die ich in meiner aktiven Zeit hatte, wollte ich verständlicherweise in erster Linie mit meiner Familie verbringen. Jetzt werde ich mehr Zeit haben, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen", meinte er. Schumacher hat in den letzten Jahren regelmäßig Beträge bis in Millionenhöhe für den guten Zweck gespendet und vor zwei Jahren auf einen Schlag sogar zehn Mill. Dollar für die Tsunami-Geschädigten gegeben.

Die Tsunami-Katastrophe bezeichnete Schumacher dann auch neben dem Tod seiner Mutter als die negativen Schlüsselszenen der letzten 16 Jahre. Doch auch da überwiegen die positiven Erinnerungen: "Die Geburt meiner Kinder. Der Tag, an dem Corinna und ich ein Paar wurden. Die ersten Weltmeisterschaften - mit Benetton 1994 und mehr noch mit Ferrari im Jahr 2000."

© SID

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