Motorsport Formel1
"Schumi" assistiert Todt bei Ferrari

Michael Schumacher kehrt Ferrari nach seinem Rücktritt als Formel-1-Pilot nicht gänzlich den Rücken. Als Assistent von Jean Todt in der Geschäftsführung des Gesamtunternehmens bleibt der Rekordchampion den "Roten" erhalten. Das wurde am Sonntag beim Ferrari Day in Monza offiziell bekannt.

Der bisherige Formel-1-Teamchef Todt kann sich 2007 als Geschäftsführer nicht mehr um die Renneinsätze der Scuderia kümmern, diesen Job übernimmt Stefano Domenicali. Schumacher soll Todt hinsichtlich der Entwicklung in der Formel 1 beraten und mit seiner Erfahrung unterstützen. "Wir versuchen, das große Wissen von Schumacher für sportliche, technische und strategische Entscheidungen zu nutzen", erklärte Todt.

"Im Dezember werde ich mein neues Leben beginnen. Im Moment möchte ich mich erstmal ein bisschen von der Formel 1 entfernen, um mir Gedanken über mein neues Leben und darüber zu machen, was ich für Ferrari tun kann", sagte Schumacher auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Todt und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo.

"Einzigartige und außergewöhnliche Situation"

"Ferrari schenkt mir viel Vertrauen und gibt mir Freiheit für meine Entscheidungen. Ich befinde mich in einer einzigartigen und außergewöhnlichen Situation", meinte der 37 Jahre alte Kerpener, der eine weitere Zusammenarbeit mit dem Ferrari-Team, mit dem er fünf seiner sieben WM-Titel gewann, schon lange angedeutet hatte.

In einem ARD-Interview räumte er am Sonntagabend aber auch ein, dass "es noch keine in punkto Zeitfolge und Ablauf definierte Rolle" für ihn gibt. Er werde sich im Prinzip "wie schon in der Vergangenheit um den Nachwuchs kümmern, aber auch die Entwicklung der Straßenfahrzeuge betreuen". Er will aber auch im strategischen Bereich seine Erfahrungen einbringen.

Schumacher wird kein "Schreibtischtäter"

Formel-1-Rentner Schumacher, der am vorigen Sonntag nach seinem 250. Grand Prix seine einzigartige Karriere als Fahrer beendet hatte, wird aber nicht zum "Schreibtischtäter". "Michael muss nicht im Büro anwesend sein, auch nicht bei Tests oder den Grand Prix. Aber er wird eine nötige Schnittstelle für wichtige Entscheidungen sein", erklärte Todt.

Neben dem Franzosen werden dem Formel-1-Team von Ferrari 2007 auch der Technische Direktor Ross Brawn sowie Motorenchef Paulo Martinelli fehlen. Beide ziehen sich aus der Königsklasse zurück. Brawn wird aber möglicherweise nach einem Urlaubsjahr zur Scuderia zurückkehren.

Den Platz von Schumacher im Cockpit übernimmt 2007 der Finne Kimi Räikkönen, der von Mclaren-Mercedes zu Ferrari kommt. Zweiter Pilot bleibt der Brasilianer Felipe Massa.

Häkkinen glaubt an Schumis Comeback

Sein früherer Konkurrent Mika Häkkinen glaubt an ein Comeback des zurückgetretenen Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher. "So wie er für den Motorsport gelebt hat, würde ich das sagen. Er wird irgendwann zurückkommen. Es sei denn, er ist die große Ausnahme", sagte der Finne in einem Interview der Welt am Sonntag.

Der zweimalige Weltmeister Häkkinen kehrte selbst drei Jahre nach seinem Formel-1-Abschied ins Rennauto zurück und fährt seitdem für Mercedes in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). "Rennfahren liegt mir im Blut, im Herzen. Ich werde es immer vermissen. Man kann es ein paar Jahre ohne aushalten, aber dann überkommt dich dieser Drang", meinte Häkkinen.

Schumacher, mit dem er denkwürdige Duelle auf der Strecke ausgefochten hatte, gibt Häkkinen für die erste Zeit als "Rentner" folgenden Tipp: "Er soll die Zeit genießen und bereit sein für die nächste Herausforderung. Jetzt muss er zu Hause der Held sein."

© SID

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