Motorsport Formel1
"Schumi II" bedauert Weggang von Montoya

"Ich finde es persönlich sehr schade. Er war wirklich ein cooler Typ", äußert sich Ralf Schumacher zum Weggang von Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer hatte der Formel 1 Anfang der vergangenen Woche den Rücken gekehrt.

Einige Fahrerkollegen weinen Juan Pablo Montoya nach seinem Weggang aus der Formel 1 eine Träne nach. "Ich finde es persönlich sehr, sehr schade. Er war wirklich ein cooler Typ, speziell nach unserer Zusammenarbeit haben wir uns sehr gut verstanden", sagte Ralf Schumacher, der mit dem Kolumbianer einst bei BMW-Williams vier Jahre ein Team bildete.

"Schumi" mag die Nascar-Seri nicht

Mclaren-Mercedes hatte Montoyas bis zum Saisonende laufenden Vertrag Anfang der Woche aufgelöst. Der Südamerikaner verkündete daraufhin seinen Wechsel in die amerikanische Nascar-Serie, was zunächst bei einigen Formel-1-Kollegen für Erstaunen sorgte. "Was ist so aufregend an Nascar? Ich kann nichts Aufregendes daran erkennen, in Ovalen zu fahren", meinte Michael Schumacher in Magny-Cours, wo am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) der Große Preis von Frankreich stattfindet.

Die Autos in der Nascar-Serie seien im Vergleich zur Formel 1 technisch nur sehr wenig entwickelt, sagt Schumacher: "Das ist in meinen Augen keine Herausforderung." Er selbst könne sich deshalb auch nicht vorstellen, irgendwann einmal in dieser Rennserie zu fahren, in der wilde Karambolagen zur Tagesordnung gehören. Doch Nascar boomt in Nordamerika, der Zuschauerschnitt liegt bei fast 200 000 - und das bei mehr als 30 Saisonrennen. Damit ist es mit Abstand die populärste Tourenwagenserie der Welt.

Wann Motoya dort tatsächlich einsteigt, scheint allerdings offen. Denn Mclaren-Mercedes verweigert dem "Aussteiger" die Freigabe. "Er steht noch bis zum Saisonende bei uns unter Vertrag und kann deshalb nicht vorher in irgendeiner anderen Rennserie starten", sagte Mclaren-Teamchef Ron Dennis. Montoya will noch in diesem Jahr erste Rennen in der Nascar-Serie fahren. Der Südamerikaner droht angeblich auch mit rechtlichen Schritten, um ausstehende Gehaltsforderungen in Höhe von drei Mill. Dollar einzuklagen. Dennis betonte dagegen, dass Mclaren-Mercedes das letzte Wort habe. "Wenn wir es wollen, muss er wieder für uns testen und Rennen fahren", sagte der Engländer.

Michael Schumacher gab unterdessen im Gegensatz zu seinem Bruder und einigen anderen Fahrerkollegen werde er Montoya nicht gerade vermissen, gab Michael Schumacher zu verstehen. "Man muss nicht mit allen befreundet sein, und man kann nicht wirklich behaupten, dass ich mit ihm befreundet war", erzählt der siebenmalige Weltmeister, der sich etliche Rad-an-Rad-Duelle mit dem Kolumbianer geliefert hat. Mehr wolle er zu diesem Thema nicht sagen, "denn dazu kenne ich ihn nicht gut genug".

"Schumi II" kann Montoya verstehen

Ralf Schumacher hat Verständnis für Montoyas Entscheidung. "Ich denke, er hat sich nicht mehr wohl gefühlt, wo er war. Das hat dazu geführt, dass er nicht die Leistung gebracht hat, die das Team von ihm erwartet hat", meint der Toyota-Pilot. BMW-Sauber-Pilot Jacques Villeneuve (35), in jüngeren Jahren ein Hitzkopf wie Montoya, lobt die Konsequenz des Ex-Kollegen. "Das war eine mutige Entscheidung, ich denke, er wird in den USA das finden, was er in der Formel 1 vergeblich gesucht hat", sagt der Kanadier, dessen Karriere in der US-Cart-Serie begann.

Heidfeld überrascht

Villeneuves Teamkollege Nick Heidfeld hat Montoyas plötzlicher Abgang überrascht. "Es hat in den vergangenen Wochen Spekulationen darüber gegeben, wo er hingehen könnte und ob er noch einen guten Platz in der Formel 1 findet. Dass er jetzt aber so plötzlich nach Amerika geht, hätte ich nicht gedacht", sagt der Mönchengladbacher. Er sei sehr gespannt, wie sich Montoya in der Nascar-Serie behaupten werde. Heidfeld: "Ich freue mich auf jeden Fall darauf, zu beobachten, wie er sich da drüben schlägt. Ich halte ihn für einen sehr guten Piloten, der es vom Talent her schaffen sollte."

Auch Weltmeister Fernando Alonso wollte die Nachricht im ersten Moment nicht glauben. "Wenn es das Beste für alle ist, dann bin ich glücklich für sie", sagte der Spanier und zollte Montoya Respekt. Er könne aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen, wie sich der einstige Rivale gefühlt haben muss. "Ein Fahrer muss glücklich und motiviert sein, sonst verliert er die Aggressivität in seinem Fahrstil und wird langsamer", meint der Renault-Pilot, der 2007 pikanterweise in Montoyas Silberpfeil sitzen wird.

Alonso wünscht dem ehemaligen Konkurrenten Glück für die neue Aufgabe in der Nascar-Serie, die für ihn eine "tolle Meisterschaft" ist. Das einzige, was ihm nicht gefällt, sind die vielen Rempeleien, die es dort in den Rennen gibt. Alonso: "Manchmal geht es etwas zu weit, das ist kein Fairplay mehr - aber Juan Pablo wird dort mit seinem Stil viel Spaß haben."

© SID

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