Motorsport Formel1
"Schumi" nach China-Triumph mit Vollgas gen Titel

Mit einer fulminanten Aufholjagd ist Michael Schumacher zum Sieg in Schanghai gerast. Damit hat sich der Ferrari-Star an die Spitze der WM-Wertung katapultiert und rast nun mit Vollgas seinem achten Titel entgegen.

Das Warten hat ein Ende: Nach 708 Tagen können die Fans von Michael Schumacher ihr Idol nach einem Formel-1-Rennen wieder als Nummer eins in der WM-Wertung thronen sehen. Vielleicht dauert es nur weitere sieben Tage, bis sie den Ferrari-Star zum achten Mal als Weltmeister feiern dürfen. Nach dem Sieg in Schanghai drücken alle "Rotkäppchen" ihrem "Schumi" die Daumen, dass er schon am Sonntag die erste rechnerische Chance im Titel-Duell mit Fernando Alonso nutzt - in Suzuka, wo Schumacher 2000 auf einer seiner Lieblingsstrecken den ersten WM-Titel für Ferrari holte.

"Ja, es stimmt, dass mein Fahrstil zur Strecke passt und ich Suzuka sehr mag. Eine fantastische Strecke", sagte Schumacher mit glänzenden Augen, als er schon am Sonntag kurz nach dem Triumph beim Großen Preis von China nach vorne blickte.

Nächster Sieg könnte reichen

Nachdem der Ferrari-Star den punktgleichen Titelverteidiger Alonso (Spanien/beide 116) aufgrund der größeren Zahl der Siege (7: 6) von der Spitze verdrängt hat, kann er beim Großen Preis von Japan (Sonntag, 7.00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL) mit einem weiteren Sieg schon vor dem Saisonfinale in Sao Paulo (22. Oktober) den Titel perfekt machen. Dafür müsste der Renault-Pilot ausfallen oder nicht unter die ersten Acht kommen.

Ein Gedanke, der vor allem die Tifosi in Verzückung geraten lässt. "Das Treffen Schumis mit der Geschichte steht vor der Tür, er hat gute Gründe, um bis zum Grand Prix in Japan ruhig schlafen zu können", schrieb am Montag die Gazzetta dello Sport. Und Tuttosport machte dem 37-Jährigen sogar eine "Liebeserklärung". "Schumi, eine Legende. 16 Jahre lang war er nicht gerade sympathisch, jetzt, wo ihm nur zwei Rennen bis zum Ende seiner Karriere fehlen, ist er freundlicher und heiterer geworden. Vielleicht hat er seinen Schutzpanzer abgelegt und zeigt sich, wie er ist", meinte die Sportzeitung und folgerte: "Jetzt kann man ihm nur noch den achten WM-Titel wünschen."

Dass er diesem Titel wirklich nochmal so nah kommen würde, hatte Schumacher selbst vor dreieinhalb Monaten "kaum noch zu träumen gewagt", als sein Rückstand nach Alonsos Sieg beim Großen Preis von Kanada in Montreal 25 Punkte betrug. "Arbeit", lautet Schumachers Erklärung dafür, wie er mit seinem Ferrari-Team diesen Rückstand in gerade mal sieben Rennen aufgeholt hat: "In erster Linie Arbeit, und eine dementsprechende Qualität an Leuten hinter sich, die all das umsetzen können, was man sich manchmal wünscht. Wenn man ein paar Wochen zurückschaut, ist es ein Wunder, wie weit wir gekommen sind."

Aufholjagd bringt Selbstvertrauen

Dazu gehört ein Fahrer, der im entscheidenden Moment auch kurz vor dem Ende der Karriere seine Klasse abrufen kann. Nur zweimal - 1995 in Spa von Platz 16 und 2003 in Indianapolis von Platz sieben - gewann Schumacher in seiner Laufbahn mit jetzt 91 GP-Siegen von schlechteren Startpositionen als dem sechsten Rang von Schanghai. In China ließ er sich auch vom Wetter und dem zwischenzeitlichen 25-Sekunden-Rückstand auf Alonso nicht aus der Ruhe bringen.

Jetzt kommt Schumacher als WM-Spitzenreiter nach Japan und mit zusätzlichem Selbstvertrauen. "Wir sind alle heiß auf die Titel. Wir wissen genau, dass der Kampf extrem eng und knapp sein wird. Und ich muss sagen, ich freue mich total darauf", meinte der Ausnahmefahrer.

© SID

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