Motorsport Formel1
"Silberpfeile" fahren gegen den Strafen-Schock

Das Renn-Wochenende in Belgien beginnt heute im Schatten der Spionage-Affäre. Im einstigen "Wohnzimmer" von Michael Schumacher wollen die "Silberpfeile" aus den Negativ-Schlagzeilen fahren, doch auch BMW hat Großes vor.

Wohl nur selten ist vor einem Formel-1-Wochenende das eigentliche Renngeschehen so in den Hintergrund getreten wie im Vorfeld des Grand-Prix-Wochenendes in Spa. Denn eigentlich gab unter der Woche nur ein Thema: Die Spionage-Affäre um die Teams Mclaren-Mercedes und Ferrari, die am Donnerstag mit dem Urteil in Paris ihren Höhepunkt erreichte.

Trotz aller Unschuldsbeteuerungen wurden die Silberpfeile empfindlich bestraft, mussten neben einem Rekord-Bußgeld von 100 Mill. Dollar die Aberkennung aller in dieser Saison gewonnenen Punkte in der Konstrukteurs-WM schlucken. "Das Urteil ist ein Schock für alle im Team und, wie Reaktionen beim Publikum zeigen, auch für weite Teile draußen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Immerhin: Die in der WM-Wertung führenden Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Fernando Alonso wurden weder ausgeschlossen noch anderweitig bestraft, dürfen ihre WM-Punkte behalten. Und so baut Haug jetzt auf eine Trotzreaktion: "Wir kämpfen aber jetzt erst Recht mit aller Entschiedenheit weiter, um auf der Piste Antworten zu geben, wie zuletzt in Monza, und neben der Rennstrecke vor Gericht Gerechtigkeit zu finden."

Die erste Gelegenheit bietet sich eben nun beim Großen Preis von Belgien am Sonntag in Spa (14 Uhr). Auf der früheren Lieblingsstrecke von Michael Schumacher, der in den Ardennen sechsmal gewinnen konnte, ist die Formel 1 nach einem Jahr Pause wegen Umbauarbeiten wieder zu Gast. Gerade Fernando Alonso will die Berg- und Talfahrt zum Angriff auf die Führung in der WM-Wertung nutzen - mit 89 Punkten liegt der Spanier derzeit drei Zähler hinter Hamilton zurück: "Ich hatte nach Magny-Cours 15 Punkte Rückstand, jetzt nur noch drei. Ich sehe meine Chancen und werde sie nutzen."

Zuletzt zweimal in Folge Räikkönen

Alonsos Optimismus in allen Ehren - seine bisherigen Auftritte auf der selektiven Strecke waren bislang alles andere als mitreißend: Nur 2005 fuhr der "Prinz von Asturien" als Zweiter auf das Podest. Die beiden jüngsten Siege gingen dennoch auf das Konto von Mclaren. Der Triumphator von damals, der Finne Kimi Räikkönen, fährt aber mittlerweile für Ferrari, hat als WM-Dritter 74 Punkte auf dem Konto und will ebenso wie "Scuderia"-Kollege Felipe Massa (69.) den Rückstand auf die Spitze verkürzen.

Als Geheimfavoriten gelten derweil die beiden BMW von Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Robert Kubica (Polen). "Ich freue mich, dass Spa wieder im Kalender ist", sagt Heidfeld. Und dies wahrscheinlich nicht grundlos, denn die Ardennenstrecke mit ihrer langen Vollgas-Passage nach der weltberühmten "Eau Rouge " sollte den kräftigen BMW-Motoren liegen.

© SID

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