Motorsport Formel1
"Silberpfeile" ohne Interesse an Spionage-Daten

Mclaren-Mercedes wird in der Spionage-Affäre durch den entlassenen Techniker Mike Coughlan entlastet. Mehreren Teammitgliedern habe er geheime Daten über Ferrari angeboten, doch die "Silberpfeile" hatten kein Interesse.

Der entlassene Techniker Mike Coughlan hat in der Spionage-Affäre der Formel 1 seinen früheren Arbeitgeber Mclaren-Mercedes offenbar entlastet. Das britisch-schwäbische Team habe kein Interesse daran gehabt, die Coughlan zugespielten geheimen Daten des Konkurrenten Ferrari zu verwenden. Das schreibt das Internetportal motorsport-total.com unter Berufung auf die englische Tageszeitung Daily Mail, die am Montag aus einer von Coughlan abgegebenen eidesstattlichen Erklärung zitierte.

"Die Reaktionen waren immer dieselben, sie sagten mir, dass ich sie loswerden soll", erklärte Coughlan, der die Daten vom ehemaligen Ferrari-Techniker Nigel Stepney erhalten haben soll. Den Besitz der Daten hatte Coughlan bestätigt, er übernehme dafür auch die Verantwortung. Er habe darüber aber auch mit mehreren anderen Teammitgliedern gesprochen, meinte Coughlan.

Am Montagabend unterstrich Mclaren in einer Presseerklärung allerdings nochmals, dass "kein anderer Mclaren-Angestellte außer der von Ferrari angeklagten Person (Coughlan, Anm. d. Red.) jemals in Besitz von Ferrari-Material oder Daten" gewesen sei. Dass dieser Mitarbeiter besagtes Material zu Hause gelagert hatte, sei keinem anderen Teammitglied vor dem 3. Juli bekannt gewesen.

Über die Spionage-Affäre berät am 26. Juli in Paris der World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA. Sollte dieses Gremium zu der Ansicht kommen, dass Mclaren-Mercedes von den Daten des Konkurrenten in irgendeiner Weise profitiert habe, sind Strafen bis zur Aberkennung aller im fraglichen Zeitraum gewonnenen WM-Punkte möglich.

Unklar ist offenbar noch, zu welchem Zeitpunkt Coughlan von Stepney die Ferrari-Daten erhalten hat. Laut der italienischen Tageszeitung La Repubblica soll ein Ferrari-Anwalt erklärt haben, dass die fraglichen Dokumente nicht im April, sondern erst im Mai übergeben worden seien.

Dem frühere Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney droht wegen Spionage, Verbreitung industrieller Geheimnisse und Sabotage eine Strafe von bis zu vier Jahren Haft. Zudem soll Stepney vor dem Monaco-Grand-Prix im Mai 2007 ein weißes Pulver, das sich inzwischen als Düngemittel herausgestellt hat, in die Benzintanks der beiden Ferrari von Kimi Räikkönen und Felipe Massa geschüttet haben.

© SID

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