Motorsport Formel1
Stadtkurs in Valencia steht vor der Feuertaufe

Der Formel-1-Zirkus betritt am Wochenende wieder einmal Neuland. Erstmals findet ein Rennen in der Innenstadt von Valencia statt. Auf die Fahrer wartet eine anspruchsvolle Strecke.

Mit dem ersten Grand Prix in Valencia bricht die Formel 1 auf zu neuen Ufern. Mitten im Hafen der America's-Cup-Segler verschafft ein neuer Stadtkurs dem Großen Preis von Europa am Sonntag (14.00 Uhr) eine ganz besondere Atmosphäre, wobei die 5,440 Kilometer lange Strecke sogar das große Vorbild Monaco in den Schatten stellt.

"Beim Stichwort Stadtrennen denkt man in der Formel 1 zunächst an Monaco. Doch mit diesem Klassiker hat Valencia nicht viel gemein, außer dass beide Städte am Mittelmeer liegen und der Kurs am Hafen vorbei führt", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Anstatt im Fürstentum mit Durchschnitttempo 156 durch die engen Leitplanken-Schluchten zu rollen, werden in Valencia fünfmal pro Runde mehr als Tempo 300 erreicht: "Nicht gerade typisch für einen Stadtkurs also, sondern eher so etwas wie Silverstone oder Monza in der Stadt."

Die Fahrer freuen sich nach der dreiwöchigen Sommerpause auf die neue Herausforderung. "Es wird ein echter Stadtkurs im Sinne von Innenstadt. In Sachen Charme und Anspruch könnte das Rennen Monaco am nächsten kommen", meint BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld. Toyota-Fahrer Timo Glock, nach Platz zwei zuletzt in Budapest der Mann der Stunde unter den fünf deutschen Piloten, hat keine Angst vor der für alle unbekannten Piste, im Gegenteil. "Ich bin in Amerika schon viele Stadtrennen gefahren, und in der Saison damals waren alle Strecken für mich neu. Da musste ich lernen, mich schnell anzupassen", sagt der Odenwälder.

13 Rechts-, zwölf Linkskurven und eine Schwenkbrücke über den neuen Hafenkanal warten auf die Fahrer, die sich mit Computersimulationen oder Videobildern von den Formel-3-Rennen bei der Generalprobe vor einiger Zeit einen ersten Eindruck verschafft haben. Lokalmatador Fernando Alonso hatte sogar einen Freund im Straßenauto mit einer Videokamera über die Strecke geschickt. "Am meisten lernt man aber, wenn man selber fährt", sagt der zweimalige Weltmeister aus Spanien, der sich auf die Premiere seines zweiten Heimspiels neben Barcelona freut.

Noch nicht alle Tickets abgesetzt

"Es ist immer ein spezielles Gefühl, vor meinen Landsleuten zu fahren", sagt Alonso, der in diesem Jahr aber im Renault meist der absoluten Spitze hinterhergefahren ist. Platz vier zuletzt in Budapest war sein bisher bestes Ergebnis. Da überrascht es nicht, dass die 112 000 Tickets noch längst nicht komplett verkauft sind, zumal auch bei den spanischen Sportfans der Euro nicht mehr so locker sitzt.

In den spanischen Medien war der Grand Prix in Valencia zu Beginn der Woche angesichts der fehlenden Alonso-Erfolge auch noch kein großes Thema. Die Olympischen Spiele in Peking, unter anderem mit der Gold-Medaille für Volksheld und Wimbledon-Sieger Rafael Nadal, oder auch der erste Auftritt der Fußball-Nationalelf nach ihrem EM-Triumph von Wien am Mittwoch in Kopenhagen beherrschten stattdessen die Schlagzeilen in den Sportzeitungen.

© SID

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