Motorsport Formel1
Sutil und Vettel zeigen Regen-Qualitäten

In der verregneten Nachmittags-Session des freien Trainings in Suzuka haben Adrian Sutil und Sebastian Vettel Platz eins und zwei belegt. Am Vormittag lag Heikki Kovalainen vorne.

Die Fahrer saßen die meiste Zeit untätig in der Garage, durch die Boxengasse schwammen Papierboote: Der Regen von Suzuka machte der Formel 1 einen Strich durch die Rechnung. Nur Timo Glock hatte alles richtig gemacht. Der Toyota-Pilot war wegen einer Erkältung im Hotel geblieben. "Wenn es am Samstag und Sonntag wie angesagt trocken wird, hat er überhaupt nichts verpasst", sagte Sebastian Vettel nach den Wasserspielen im freien Training.

Der Red-Bull-Pilot freute sich ein bisschen, dass er durch den Regen seinen Motor noch mehr schonen konnte als vorgesehen und einen positiven Eindruck von seinem Boliden bekommen hat. "Die Zeiten zu interpretieren, wäre schwachsinnig. Wichtig war, dass sich das Auto gut angefühlt hat", meinte Vettel, der unter den schlechteren Bedingungen am Nachmittag hinter Force-India-Pilot Adrian Sutil (Gräfelfing) Zweitschnellster war.

Vettel braucht keinen Regen

Dennoch wünscht sich Vettel, der zwei seiner drei Siege im Nassen geholt und noch eine kleine rechnerische Chance auf den WM-Titel hat, nicht unbedingt auch für das Rennen am Sonntag (7.00 Uhr Mesz/live bei RTL und Sky) Regen: "Das Wetter ist mir eigentlich wurscht. Unser Auto funktioniert im Nassen genauso gut wie im Trockenen."

Vettel (59 Punkte) müsste mindestens sechs Punkte auf WM-Spitzenreiter Jenson Button (Großbritannien/84) im Brawn-Mercedes aufholen, um weiter im Titelrennen zu bleiben. Würde Button seinerseits fünf Punkte mehr holen als sein Teamkollege Rubens Barrichello (Brasilien/69), stünde er schon nach dem 15. von 17 WM-Läufen als neuer Weltmeister fest.

Button und Barricello machen Pause

Im strömenden Regen am Nachmittag verzichteten Button und Barrichello auf weitere Probefahrten und machten lieber vorzeitig Feierabend. Ebenso wie Mclaren-Mercedes-Pilot Heikki Kovalainen (Finnland), der am Vormittag bei etwas weniger Wasser auf der Strecke die Tagesbestzeit markiert hatte.

Komplett trocken blieb als Einziger Timo Glock, der am Morgen über leichtes Fieber geklagt hatte. Der Teamarzt empfahl ihm, lieber einen Tag zu pausieren, um für die Qualifikation am Samstag und das Rennen wieder fit zu werden.

"Schade, ich wäre gerne im Regen gefahren", sagte Glock: "Aber da am Samstag und Sonntag total andere Bedingungen herrschen sollen, habe ich auch nichts verpasst." Vertreten wurde der Hesse durch den japanischen Toyota-Ersatzfahrer Kamui Kobayashi.

Glock muss krank passen

Glock verbrachte fünf Tage nach seinem zweiten Platz beim Nachtrennen in Singapur den Tag im Circuit Hotel an der Strecke. Nach Aussage seines Managers Hans-Bernd Kamps war Glocks Temperatur (39,1 Grad) schon im Laufe des Vormittags wieder zurückgegangen. "Er wollte sogar zum zweiten Training schon wieder kommen, aber dann haben wir gemeinsam mit dem Team entschieden, dass er sich besser ausruhen soll", sagte Kamps.

Für Schlagzeilen sorgte ein Fahrer, der gar nicht da war. Der derzeit verletzte Ferrari-Pilot Felipe Massa hat in einem Interview mit dem brasilianischen Sender Globo seinen Landsmann Nelson Piquet junior beschuldigt, ihm den WM-Titel 2008 gestohlen zu haben. Der vom damaligen Renault-Fahrer Piquet inszenierte Unfall beim Großen Preis von Singapur 2008 habe ihn damals dort um den Sieg gebracht, was ihn letztlich die WM gekostet habe.

Massa fühlt sich um WM-Titel betrogen

"Was Renault gemacht hat, ist Diebstahl. Aber an dem Rennergebnis hat sich nichts geändert. Das ist nicht in Ordnung", zitiert die Globo-Internetseite aus dem Interview. Massa zog Vergleiche zum Fußball. "Ich habe schon gesehen, wie ein Schiedsrichter im Fußball Geld genommen hat, um ein Spiel zu manipulieren. Da hat man die verdächtigen Ergebnisse nachträglich annulliert", meinte er: "In Italien hat man Juventus in die zweite Liga geschickt. Aber in der Formel 1 schicken sie nur Briatore nach Hause - und das war"s. Das verstehe ich nicht, und das halte ich nicht für richtig."

© SID

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