Motorsport Formel1
Theissen: "Nick fährt nicht um seinen Job"

Trotz seiner aktuellen Schwächephase muss Nick Heidfeld nicht um seinen Job bangen. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen erklärte in Montreal, dass eine Trennung kein Thema sei.

Für BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen steht eine Trennung von Nick Heidfeld zur Zeit nicht zur Debatte. "Nick hat ordentlich Kredit, denn er hat das Team nach vorne gebracht", sagte Theissen vor dem Großen Preis von Kanada in Montreal im Interview der Bild am Sonntag. Angeblich sollen die Münchner aber Kontakt zum zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) aufgenommen haben, der bei Renault hinterherfährt. Zudem kündigte Theissen an, den Vertrag von Heidfelds Teamkollegen Robert Kubica (Polen) verlängern zu wollen.

"Die Steigerung kommt"

In Montreal verlor der 31 Jahre alte Heidfeld auch das siebte Qualifying-Duell der Saison gegen seinen pfeilschnellen Teamkollegen. Theissen will den Mönchengladbacher aber nicht zusätzlich unter Druck setzen. Es gebe keinen festen Zeitplan für die Erfolge, meint der BMW-Chef, doch seine Forderung an Heidfeld ist deutlich: "Er muss sich steigern, und ich erwarte, dass die Steigerung kommt."

Heidfeld nehme das Problem ernst, sagt Theissen. Er versuche schon seit Wochen, aus dem Tief zu kommen. Der Motorsportdirektor stärkt seinem Fahrer (noch) den Rücken. Heidfeld fahre nicht um seinen Job, sondern um gute Resultate, betont Theissen: "Wenn er seine Möglichkeiten nutzt und sich voll auf die Aufgabe konzentriert, werden die sich auch wieder einstellen."

Auch fehlende Motivation kann Theissen nicht als Ursache für Heidfelds Talfahrt ausmachen. Nick sei nun mal ein ruhiger Typ. Da könne womöglich der falsche Eindruck entstehen. Theissen: "Er ist in den letzten Jahren sehr konstant unterwegs gewesen - war praktisch der gesetzte erste Mann. Das könnte satt machen. Wenn ich aber sehe, wie er sich jetzt hineinkniet, dann sage ich: Nein, er ist nicht satt."

Ganz anders ist die Situation für Kubica. Die Münchner wollen den Power-Polen, der angeblich auch als Nachfolger von Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) bei Ferrari gehandelt wird, langfristig binden. "Ich habe keinen Grund, mir etwas anderes zu wünschen", meint Theissen.

Glücksfall Kubica

Obwohl Kubicas Vertrag noch eine weitere Saison läuft, soll es bald Verhandlungen über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geben. Theissen bestätigt: "Ja, wir werden mit ihm noch in diesem Jahr Gespräche über einen neuen Vertrag führen." Dann dürfte Kubicas Gehalt wohl verdoppelt werden, von derzeit fünf auf dann zehn Mill. Euro.

Für BMW ist der Pole ein Glücksfall. Dem Team bescherte er in diesem Jahr in Bahrain die erste Pole Position, in der WM liegt er aussichtsreich im Rennen, und der erste Sieg scheint nur noch eine Frage der Zeit. Vor einem Jahr sah Kubica auch die Schattenseiten der Formel 1, da überstand er einen Horror-Unfall in Montreal wie durch ein Wunder nahezu unverletzt.

Das alles scheint den 23-Jährigen nur noch schneller gemacht zu haben, er ist bislang die Entdeckung der Saison. Was zeichnet Kubica aus, was macht er besser als Heidfeld? Theissen: "Robert hat eine hohe Grundschnelligkeit. Er konzentriert sich voll aufs Rennfahren, er hat eine gesunde Härte sich selbst gegenüber und fordert sich stark."

© SID

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