Motorsport Formel1
Timo Glock übersteht Hockenheim-Unfall glimpflich

Timo Glock hat bereits einen Tag nach seinem Unfall in Hockenheim die Klinik wieder verlassen. Der Toyota-Pilot kam ohne Verletzungen davon, aber ein fader Beigeschmack bleibt.

Der Schock war groß, die Erleichterung über den glimpflichen Verlauf noch größer: Nach dem spektakulären Crash des deutschen Formel-1-Piloten Timo Glock auf dem Hockenheimring hat sich eine Debatte um die Sofortmaßnahmen aufflammen lassen. Die Bergung und die Ursache des offenbar durch einen Materialfehler verursachten Unfalls beim Großen Preis von Deutschland hat Fragen aufgeworfen.

Start in Budapest ist nicht in Gefahr

Passiert ist aber nichts: Bereits am Montagmorgen konnte der 26-Jährige aus Wersau nach einer Nacht in einer Ludwigshafener Klinik schon wieder entlassen werden und dürfte bei den Toyota-Testfahrten in Jerez von Dienstag bis Freitag sogar wieder hinterm Steuer sitzen. Beim Rennen in Budapest am 3. August wird er auf jeden Fall starten.

"Es geht ihm ausgesprochen gut. Er ist schon wieder gut drauf", sagte Glock-Manager Hans-Bernd Kamps dem Sport-Informations-Dienst (sid) am Montag. Bei den Untersuchungen seien keinerlei Verletzungen festgestellt worden. Glock im Glück - er kam mit ein paar blauen Flecken davon.

Glock "hat Riesenglück gehabt"

Der Unfall sorgt dennoch für Aufregung. "Er hat Riesenglück gehabt. Es hätte sehr viel schlimmer werden können. Das mit der Aufhängung darf nicht passieren. So einen Materialfehler muss man vorher finden", schimpfte RTL-Experte und Ex-Rennfahrer Niki Lauda, der in seiner aktiven Karriere 1979 auf dem Nürburgring selbst schwer verunglückt war und sich dabei noch heute sichtbare schwerste Verbrennungen im Gesicht zugezogen hatte.

Glock blieb unverletzt, war bei seinem rückwärtigen Einschlag in die Boxenmauer aber im Glück. Die Bild-Zeitung zitierte den Bruchpiloten mit den Worten: "Mir geht es gut. Ich habe schon wieder Hunger."

Für den dreimaligen Weltmeister Lauda stand fest: "Hinten sind Motor und Getriebe. Deshalb wird der Rückwärts-Aufprall brutal hart. Man zieht sich mindestens Prellungen zu."Über Schmerzen im Lendenwirbelbereich habe Glock geklagt, berichtete Vater Karl, doch eine Schädigung des Rückgrats war nicht festzustellen.

Die genaue Ursache ist noch unklar

Bei dem deutschen Toyota-Pilot war eingangs der Start-Ziel-Geraden offenbar die Radaufhängung hinten links gebrochen. Bei knapp 200 km/h brach der Bolide aus und schleuderte quer über die Strecke in die Mauer. Fünf Runden lang fuhr fortan das Safety-Car vor dem Feld her. Toyota will die Analyse des Unfalls abwarten, ehe man die genaue Ursache benennt.

Dass Glock danach aber aus dem Wrack kletterte und nicht mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen geborgen wurde, sorgte für Zündstoff. "Wir wollen uns mit ihnen darüber unterhalten, wie der Fahrer aus dem Cockpit geborgen wurde. Beschweren werden wir uns aber nicht", sagte Toyota-Teampräsident John Howett, merkte jedoch an: "Normalerweise holen sie ihn mit der Sitzschale raus." Denn ob Glock tatsächlich keinen Schaden an der Wirbelsäule genommen hatte, war unmittelbar nach dem Unfall ungewiss.

Erinnerungen an Kubica-Crash wurden wach

Geschützt haben dürfte ihn neben der mittlerweile hohen Sicherheit der Formel-1-Boldien auch das vorgeschriebene Hans-System, das die Halswirbelsäule stabilisiert und die Gefahr von Genickbrüchen deutlich senkt. Schlimmeres verhindert hatten die hohen Sicherheitsvorkehrungen auch beim Polen Robert Kubica in der Vorsaison in Montreal, als dieser mit hoher Geschwindigkeit in eine Mauer gekracht war, dabei aber ebenfalls unverletzt blieb.

Wie damals bei dem BMW-Sauber-Pilot wird nun voraussichtlich auch bei Glock von den FIA-Ärzten entschieden werden, ob er beim kommenden Rennen starten darf. Üblicherweise findet dieser Test am Donnerstag vor einem Grand Prix statt. Bei Toyota ist man aber sehr zuversichtlich, dass der Deutsche auch beim Großen Preis von Ungarn wieder in seinem Dienstwagen sitzt. Glück gehabt.

© SID

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