Motorsport Formel1
Umstrittener Mosley nicht in Bahrain dabei

Seine Reise zum Grand Prix von Bahrain hat Max Mosley nach der Affäre um sein "Skandal-Video" abgesagt. Er will aber weiterhin Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA bleiben.

Bis sich die Wogen etwas geglättet haben, bleibt Max Mosley der Öffentlichkeit fern: Der FIA-Chef hat seine geplante Reise zum Formel-1-Rennen nach Bahrain aus persönlichen Gründen endgültig abgesagt und damit auf die Vorwürfe gegen ihn im Zusammenhang mit einem in britischen Medien veröffentlichten Sex-Video reagiert. Der Automobil-Weltverband (FIA) bestätigte am Mittwoch in Bahrain Mosleys Verzicht auf die Reise, die ihn am Freitag auch mit der Königsfamilie des Golf-Staates zusammengebracht hätte.

Mosley hatte sich am Dienstag in einem Brief an den Weltrat der FIA erstmals selbst zu dem Video geäußert und sich dabei lediglich von einem nationalsozialistischen Hintergrund distanziert. "Eine britische Boulevardzeitung hat sich nicht damit zufrieden gegeben, sehr persönliche und private Aktivitäten zu veröffentlichen, die - gelinde gesagt - peinlich sind, sondern außerdem mit der Behauptung, dass es eine Nazi-Verbindung gebe. Das ist völlig falsch", zitierten die französische Nachrichtenagentur afp und die Tageszeitung Die Welt aus Mosleys Brief, in dem er zudem bekräftigte, mit Unterstützung der Adressaten sein Amt an der Spitze der FIA weiter ausüben zu wollen.

Vater Oswald mit brauner Vergangenheit

Der Mann in besagtem Video hatte mit Prostituierten in Uniformen Handlungen durchgeführt, die an die Nazis erinnerten. Mosley, ein in England angesehener Jurist und seit 1993 ehrenamtlicher FIA-Chef, ist der Sohn von Sir Oswald Mosley, der in den 20er und 30er Jahren zunächst Minister für die Labour-Partei war und 1932 die faschistische Partei British Union of Fascists (BUF) gründete.

Max Mosley führte aus, dass in den letzten zwei Wochen "eine Gruppe von Menschen, die auf solche Dinge spezialisiert sind, aus noch unbekannten Gründen und für noch unbekannte Kunden" sein Privatleben ausspioniert habe und bezeichnete das als "absichtliche und kalkulierte persönliche Attacke". Die Ergebnisse dieser Untersuchung seien leider veröffentlicht worden. Der Anwalt kündigte an, gegen die Boulevard-Zeitung News of the World wegen eines "unbefugten Eingriffs in meine Privatsphäre" juristisch vorgehen zu wollen.

Auf seine Arbeit als FIA-Chef habe das keinen Einfluss. "Von innerhalb der FIA und aus Motor- und Motorsportkreisen habe ich eine Vielzahl von Sympathiebekundungen und Unterstützung erhalten, wonach mein Privatleben keine Rolle in meiner Arbeit spielt und dass ich in meiner Rolle weitermachen solle. Ich bin dankbar dafür, und mit Ihrer Unterstützung werde ich diesem Rat folgen", schrieb Mosley.

Stuck und Co. fordern Rücktritt

Mit dem Verzicht auf die Reise nach Bahrain folgt Mosley einer Empfehlung seines Freundes, Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Die Königsfamilie in Bahrain wäre von Mosleys Besuch nicht erfreut, hatte der Formel-1-Boss erklärt und zudem angeführt, dass Mosley in Bahrain wohl alles Medien-Interesse auf sich gezogen hätte. Ehemalige Formel-1-Größen wie Sir Stirling Moss, Jody Scheckter und Hans-Joachim Stuck hatten bereits einen Rücktritt von Mosley gefordert.

© SID

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