Motorsport Formel1
Vettel bei Button-Sieg auf Rang zwei

Sebastian Vettel hat beim Großen Preis von Bahrain im Red Bull den zweiten Rang bejubeln dürfen. Den Sieg sicherte sich erneut der WM-Führende Jenson Button im Brawn-Mercedes.

Sebastian Vettel hat in der Hitzeschlacht von Bahrain als Zweiter einen kühlen Kopf behalten und kann als Jäger von Dominator Jenson Button weiter vom WM-Titel träumen. Der Brite feierte im Brawn-Mercedes auf der 50 Grad heißen Piste seinen dritten Sieg im vierten Saisonrennen. 7,1 Sekunden dahinter fuhr Vettel eine Woche nach seinem Triumph von China zum dritten Mal in seiner Karriere aufs Podest und war dennoch nicht ganz zufrieden. Überschattet wurde das Wüsten-Rennen von der Ausstiegsdrohung von Mercedes aus der Formel 1, auf der Rennstrecke erlebte BMW ein Debakel.

"Ein gutes Resultat nach einem schwierigen und verdammt heißen Rennen. Wir waren nah dran an Button, aber wir konnten ihn nicht schlagen. Wir müssen weiter hart arbeiten, dass wir ganz nach vorn kommen", sagte Red-Bull-Pilot Vettel und lieferte gleich eine Begründung für den verpassten Sieg: "Ich bin am Start überrascht worden, habe zwei Positionen verloren und dann im Verkehr festgesteckt."

Das Überholmanöver von Button gegen Vettel beim Start war die Entscheidung in einem langweiligen Rennen. "Unser Speed war sehr ähnlich. Wenn ich Sebastian nicht überholt hätte, wäre es spannend geworden. Sebastian ist verdammt schnell, aber ich fahre derzeit so gut wie noch nie in meiner Karriere", sagte Button.

Vettel Dritter in WM-Wertung

In der WM ist Vettel nach vier von 17 Läufen mit 18 Punkten weiter Dritter hinter dem Briten Button (31) und dessen diesmal fünftplatzierten Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien/19). Jubel gab es auch beim in Köln beheimateten Toyota-Team, für das der von der Pole Position gestartete Italiener Jarno Trulli Platz drei belegte. Timo Glock (Wersau), der nach dem Start für zwölf Runden in Führung gelegen hatte, belegte am Ende nur Platz sieben. In der WM ist er mit zwölf Zählern jetzt Fünfter.

Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) schaffte als Vierter das beste Saisonresultat für Mclaren-Mercedes. "Wir sind stärker, aber noch nicht da, wo wir hinwollen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

BMW erlebt Debakel

BMW erlebte die größte Enttäuschung seit dem Grand-Prix-Debüt als eigenständiges Team vor drei Jahren an gleicher Stelle. Robert Kubica (Polen) und Nick Heidfeld (Mönchengladbach) kamen auf den Positionen 18 und 19 ins Ziel, das war an diesem Tag der letzte und vorletzte Platz. "Wir haben vom ersten bis zu diesem Rennen eher einen Schritt zurückgemacht", sagte Heidfeld frustriert.

Für die Negativ-Schlagzeile abseits des Strecke hatte zuvor der Daimler-Konzern gesorgt, der im Zusammenhang mit der "Lügen-Affäre" mit dem Ausstieg von Mercedes drohte. "Wenn sich das Umfeld ändern sollte, etwa durch eine unangemessene Bestrafung durch die FIA, wäre es möglich, dass wir das Engagement überdenken", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche dem Focus. Zuvor hatte bereits der Betriebsrat der Stuttgarter wegen der hohen Kosten den Ausstieg aus der Königsklasse gefordert.

Das World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA entscheidet am Mittwoch in Paris über eine mögliche Bestrafung von Mclaren-Mercedes wegen der "Lügen-Affäre". Von einer Geldstrafe über eine Sperre für mehrere Rennen bis hin zum WM-Ausschluss ist alles möglich.

Rosberg belegt Platz neun, Sutil auf Rang 16

Trainings-Weltmeister Nico Rosberg verpasste im Williams als Neunter die Punkteränge knapp. Adrian Sutil (Gräfelfing) landete im Force India auf Platz 16. Jubel gab es bei Ferrari; die Italiener kamen durch den sechsten Platz von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) zu den ersten WM-Punkten der Saison.

Beim Start hatte der Qualifikations-Zweite Glock mit seinem leichten Auto die Führung erobert, während Vettel auf Platz fünf hinter Button und Hamilton zurückfiel. "Ich habe vielleicht einen kleinen Fehler gemacht, und das hat ein bisschen unser Rennen verdorben", sagte Vettel.

Die deutsche Führung hielt jedoch nur zwölf Runden, dann musste der 21-jährige Glock an die Box und kam auf Position vier wieder auf die Strecke zurück. Kurz darauf übernahm dann Button erstmals die Führung. Vettel steckte als Dritter hinter Trulli fest und verlor wichtige Zeit auf den Briten.

Erst in Runde 38 mussten Button und Trulli an die Box, sodass Vettel erneut die Führung übernahm. Drei Runden später fuhr er zum zweiten Mal zum Tanken an die Box und hatte den Italiener überholt. Button konnte er aber nicht mehr einholen. Vettel: "Jetzt brauchen wir ein paar neue Teile am Auto, damit wir schneller werden und damit die Nummer eins sind."

© SID

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