Motorsport Formel1
Vettel feiert Start-Ziel-Sieg vor Trulli

Sebastian Vettel hat den Grand Prix in Japan souverän gewonnen. Jarno Trulli sicherte sich Platz zwei vor Lewis Hamilton. Rubens Barrichello wurde Siebter, Jenson Button Achter.

Sebastian Vettel machte einen Luftsprung wie einst Michael Schumacher auf dem Podium, dann sang er vor Freude ein paar Takte der deutschen Nationalhymne mit und gab dem Siegerpokal einen dicken Kuss: Mit einem eindrucksvollen Start-Ziel-Erfolg beim Großen Preis von Japan in Suzuka hat sich der Red-Bull-Pilot doch noch einmal ins Formel-1-Titelrennen zurückgemeldet.

Durch seinen dritten Saisonsieg verkürzte Vettel den Rückstand auf den seit Wochen schwächelnden WM-Spitzenreiter Jenson Button von 25 auf 16 Zähler. Der Brite holte als enttäuschender Achter nur ein mageres Pünktchen. "Alles ist noch möglich. Es sieht wieder besser aus für uns. Es wäre schön, wenn wir noch ein paar Rennen mehr hätten", sagte Vettel vor den letzten beiden WM-Läufen am 18. Oktober in Brasilien und danach in Abu Dhabi (1. November).

Kämpfen bis zum letzten Atemzug

Vettel weiß, dass ihm nur noch Siege helfen. "Ich werde bis zum letzten Atemzug kämpfen. Es kann noch viel passieren. Fragen Sie mal den Mann hier neben mir", sagte der 22-Jährige. Dabei deutete er in der Siegerpressekonferenz auf Lewis Hamilton, den er beim Start mit etwas Mühe hinter sich gehalten und damit das Rennen eigentlich schon zu seinen Gunsten entschieden hatte.

Der Mclaren-Mercedes-Pilot, in Suzuka Dritter hinter Jarno Trulli (Italien) im Toyota, hatte vor zwei Jahren in den letzten beiden Rennen sogar 17 Punkte Vorsprung verspielt und den scheinbar schon sicheren Titel noch an Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen verloren. "Bei ihm hatten damals auch alle gedacht, es sollte kein Problem sein, den Titel zu holen", sagte Vettel, der jetzt 69 Punkte auf seinem Konto hat.

Button hat den WM-Sieg vor Augen

Button (85) führt die WM-Wertung vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien/71) an. Der Brite will sich offenbar in den verbleibenden beiden Rennen nur noch irgendwie mit ein paar Punkten ins Ziel retten. "Heute ging es nur darum, Punkte zu holen, und das habe ich gemacht", sagte der 29-Jährige. Den letzten seiner bislang sechs Siege hatte er vor fast vier Monaten am 7. Juni in Istanbul gefeiert. Button: "Mein Tempo war gut, aber es ist schwierig, wenn man hinter Leuten herfährt, die deutlich später zum Boxenstopp kommen."

Für den vorzeitigen Gewinn der Konstrukteurs-WM holte das Brawn-Duo einen Punkt zu wenig. "Aber es sind noch zwei Rennen - nur bitte nicht so eines wie dieses hier", meinte Teamchef Ross Brawn.

Die Hoffnung für Barrichello und Button, durch eine Strafe für den fünftplatzierten Williams-Piloten Nico Rosberg (Wiesbaden) noch jeweils einen Platz aufzurücken und damit den Teamtitel zu sichern, erfüllte sich nicht. Rosberg war zwar in der Safety-Car-Phase kurz vor Ende des Rennens schneller als erlaubt an die Box gefahren. Die Anzeige "Low Fuel" (wenig Benzin) hatte in seinem Display aber die Einblendung der erlaubten Geschwindigkeit überdeckt.

Rosberg zweitbester Deutscher

Rosberg war damit zweitbester Deutscher und lag einen Rang vor BMW-Pilot Nick Heidfeld, der über Platz sechs allerdings enttäuscht war. "Heute war nicht unser Glückstag, denn es war Platz vier drin", meinte der Mönchengladbacher. Eine klemmende Radmutter beim zweiten Boxenstopp hatte ihn zurückgeworfen.

Force-India-Pilot Adrian Sutil (Gräfelfing) landete auf Rang 13, nachdem er bei einem Überholversuch gegen Heikki Kovalainen den type="unknownISIN" value="McLaren">Mclaren-Mercedes des Finnen berührt und sich gedreht hatte. "Damit war mein Rennen eigentlich beendet", sagte der 26-Jährige.

Trulli sorgte vor den Augen von Toyota-Chef Akio Toyoda mit Platz zwei für einen versöhnlichen Abschluss des Heimspiels der Japaner. Ob Toyota auch 2010 in der Formel 1 startet, steht allerdings in den Sternen.

Glock nach Unfall nicht am Start

"Nach Timo Glocks zweitem Platz von Singapur erneut auf dem Podium zu stehen, ist fantastisch für das Team", sagte Trulli. Der Italiener schickte sofort Genesungswünsche an seinen Teamkollegen, der am Samstag bei einem schweren Unfall in der Qualifikation eine Schnittwunde an der linken Wade erlitten hatte und auf einen Start verzichten musste. "Ich wünsche Timo alles Gute. Ich habe immer viel Spaß mit ihm und arbeite gut mit ihm zusammen."

Glocks Wunde war am Samstag mit 14 Stichen genäht worden. "Ich habe noch bis 2.00 Uhr morgens mit meinem Physiotherapeuten alles versucht, aber am Ende war es unmöglich", sagte Glock, der sich schon kurz nach dem Rennbeginn auf den Heimweg machte. Bis zum Brasilien-Grand-Prix will er aber wieder einsatzfähig sein.

© SID

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