Motorsport Formel1
Vettel: "Ich bin auf der Strecke ein Egoist"

Für Sebastian Vettel sind Ehrgeiz und Willensstärke Grundlage für Erfolg in der Formel 1. "Ich bin auf der Strecke ein Egoist. Ich möchte immer Erster sein", so der Red-Bull-Pilot.

Für Formel-1-Pilot Sebastian Vettel sind eine gesunde Portion Ehrgeiz und Willensstärke die Grundlage für Erfolg. "Ich bin auf der Strecke ein Egoist, möchte die Dinge möglichst auf meine Art erledigen. Den Kampfgeist bekommt man automatisch mit", sagte der Red-Bull-Pilot in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Egal, was ich mache, ich möchte immer Erster sein. Auch wenn ich mit anderen zum Joggen verabredet bin. Ich will den anderen schlagen, um bestätigt zu bekommen, dass ich mehr getan habe als er."

Allerdings müsse man aufpassen, dass es nicht zu extrem werde, sonst schade dieser Ehrgeiz einem selbst, räumte der 23-Jährige ein. "Aber das generelle Extra an Willen braucht man. Nur dabei zu sein in der Formel 1, würde mir keinen Spaß machen", sagte Vettel.

Genauso wenig wie Verlieren. Als er im vorigen Jahr durch Platz fünf in Brasilien das Titelrennen gegen Jenson Button endgültig verloren hatte, sei er enttäuscht gewesen, sein Ziel nicht erreicht zu haben. "Damit muss man erst mal klarkommen. Für mich war das eine ganz neue Situation in meiner Karriere", sagte Vettel, der seine Emotionen auch nach außen zeigt. "Ich bin keiner, der seine Gefühle versteckt. So bin ich auch nicht erzogen worden. Ich bin Rennfahrer, kein Schauspieler. Wer sich verstellt, seine Gefühle nicht zulässt, der wird auf Sicht keinen Erfolg haben", erklärte er. Er habe viel Spaß an der Formel 1 und daher auch oft Grund zu lächeln. "Aber bin ich hier, um Spaß zu haben? Nein. Natürlich habe ich Ziele, und für die arbeite ich hart", sagte er.

Rückschläge schnell abhaken

Aberglaube ist für Vettel kein Thema. "Wenn man glaubt, einen Fluch mit sich herumzutragen, dann bedeutet das doch, dass der Kopf schon voller Gedanken ist. Dann bekommt man es vielleicht mit einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu tun", sagte er. Rückschläge, die es auch in dieser Saison häufiger gab, hakt er schnell ab. "Wenn man einen Fehler gemacht hat, darf man sich beim nächsten Rennen nicht pausenlos einreden: bloß kein Fehler, bloß kein Fehler, bloß kein Fehler. Sonst macht man mit ziemlicher Sicherheit nur noch mehr Fehler. Ich versuche, die Dinge nicht komplizierter zu machen, als sie sind und einen klaren Kopf zu behalten", sagte er.

"In der Formel 1 kommt es zwar sehr auf die Technik und das Fahrtalent an, aber am Ende zählt, was im Kopf passiert. Man muss sich auf seinen Instinkt verlassen können, mit den Waffen kämpfen, die man hat, und nicht das große Bild aus den Augen verlieren", meinte der jüngste GP-Sieger aller Zeiten, der in diesem Jahr gerne auch noch der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte werden würde: "Aber ich betreibe keine eigenen Hochrechnungen. Ich will das Optimum aus den letzten vier Rennen herausholen, damit ich weiter eine Chance habe und am Ende den Titel gewinne."

© SID

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