Motorsport Formel1
Vettel: "Ich hoffe noch"

Rückkehr auf den Kurs des Unfall-Skandals: Trotz 26 Punkten Rückstand bei vier offenen Rennen träumt Sebastian Vettel vor dem Nacht-GP von Singapur nach wie vor seinen WM-Traum.

Die Formel 1 will nach dem Unfall-Skandal um Renault ausgerechnet bei der Rückkehr nach Singapur endlich wieder sportliche Schlagzeilen produzieren. Beim Nachtrennen in dem Stadtstaat, das auch ohne inszenierte Unfälle genügend Spektakel bietet, kämpft Sebastian Vettel am Sonntag (14.00 Uhr Mesz/live bei RTL und Sky) um seine letzte kleine WM-Chance.

"Ich hoffe noch", sagt der 22 Jahre alte Red-Bull-Pilot trotz der 26 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button. Bei nur noch 40 zu vergebenden Zählern ist es eigentlich ein aussichtsloses Unterfangen, doch Vettel gibt sich noch nicht geschlagen. "Das Ziel ist die Maximalpunktzahl. Dann sehen wir weiter, wohin uns das noch führt", sagt der Deutsche, der seinen achten Platz von Monza abgehakt hat: "Monza scheint nicht unsere beste Strecke zu sein, auch wenn ich dort im Vorjahr einen fantastischen Moment erlebt habe."

Button: "Fürchte Sebastian mehr als Rubens"

Anstatt im Königlichen Park seinen sensationellen ersten Sieg zu wiederholen, musste Vettel diesmal mitansehen, wie Button mit Platz zwei hinter seinem Brawn-Kollegen Rubens Barrichello (Brasilien) eine längere Durststrecke eindrucksvoll beendete. Sollte Button (80 Punkte) am Sonntag vier Punkte mehr holen als Vettel (54), wäre dessen WM-Traum endgültig geplatzt.

Doch daran will der Red-Bull-Pilot, der auf einen Fortschritt durch ein paar Verbesserungen an seinem Boliden hofft, noch nicht denken. "Ich weiß, dass es bei meinem Rückstand nicht einfach wird, aber wir werden sehen. Die vorderen Vier haben alle eine Chance", sagt er und meint damit neben sich und Button auch Barrichello (66) und seinen eigenen Teamkollegen Mark Webber (Australien/51,5): "Für manche ist die Chance kleiner, für manche größer."

Button hat Vettel jedenfalls noch lange nicht abgeschrieben, im Gegenteil. "Ich fürchte Sebastian mehr als Rubens", sagt der Brawn-Pilot: "Red Bull darf man nie abschreiben. Bei denen weiß man nie, ob sie nicht noch einmal extrem konkurrenzfähig zurückkommen und ich vielleicht noch einmal richtig Pech habe."

Sutil und Rosberg frohen Mutes

"Oldie" Barrichello (38), der in Monza den zweiten Saisonsieg nach Valencia feierte und bei 14 Zählern Rückstand noch vom WM-Titel träumt, könne er dagegen besser einschätzen, sagt Button. "Bei ihm weiß ich: Wir haben das gleiche Auto, bekommen in Singapur das gleiche Aerodynamik-Update, tauschen uns über die Abstimmung des Autos aus und haben damit die gleichen Voraussetzungen. Ich weiß genau, in welchen Situationen er gut ist und in welchen nicht", sagt der WM-Spitzenreiter: "Ich will damit nicht sagen, dass ich ihn als Konkurrenten nicht ernst nehme. Aber er ist berechenbarer."

Zum Unruhestifter könnte auf dem Stadtkurs vielleicht Adrian Sutil aus Gräfelfing werden. Nach Platz vier in Monza hofft der Force-India-Pilot, durch "unser letztes Update", das weitere 0,3 Sekunden pro Runde bringen soll, "nochmal ein Stückchen weiter nach vorne" zu kommen.

Seinen Podiumsplatz vom Vorjahr, als er hinter dem von Renault durch den absichtlichen Unfall von Nelson Piquet junior (Brasilien) nach vorne gespülten Spanier Fernando Alonso Zweiter wurde, würde Nico Rosberg ("Eigentlich ist das mein Sieg") gerne wiederholen. Nachdem der Williams-Pilot zuvor achtmal in Folge in die Punkte gefahren war, ging er in Monza leer aus. Da in Singapur aber wieder viel Abtrieb gefordert ist, "sollte die Strecke unserem Wagen gut passen".

© SID

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