Motorsport Formel1
Vettel muss zurück auf die Ersatzbank

Der Formel-1-Alltag hat Sebastian Vettel wieder eingeholt. Nach einem medizinischen Check erhielt der Pole Robert Kubica von den Ärzten Grünes Licht für den Großen Preis von Frankreich und löst den Deutschen wieder ab.

Jungstar Sebastian Vettel muss seinen Platz im Formel-1-Cockpit definitiv räumen. Der Pole Robert Kubica erhielt nach einem medizinischen Check am Donnerstag in Magny-Cours von den Ärzten Grünes Licht für den Großen Preis von Frankreich und verdrängt Vettel beim BMW-Sauber-Team wieder auf die harte Ersatzbank.

"Damit muss ich leben. Ich bin halt der Ersatzfahrer, der immer im Ernstfall einspringen muss", sagte Vettel dem Sport-Informations-Dienst (sid). Natürlich wäre er nach der historischen Punktejagd von Indianapolis gerne noch ein Rennen gefahren, meint der 19-Jährige aus Heppenheim, denn zuschauen sei niemals schön: "Als Rennfahrer möchtest du immer Rennen fahren, das ist doch klar." Auch wenn er nun wieder ins zweite Glied zurück muss, sei er nicht nach Magny-Cours gekommen, um Urlaub zu machen.

Kubica freut sich auf Comeback

Auf der anderen Seite freut er sich auch für den Teamkollegen Kubica, der knapp drei Wochen nach dem schweren Unfall in Montreal sein Formel-1-Comeback gibt. Der 22-Jährige, der den Crash mit etwa 280km/h wie durch ein Wunder nahezu unverletzt überstanden hatte, wird beim achten WM-Lauf am Sonntag (14.00 Uhr) wieder an der Seite des Mönchengladbachers Nick Heidfeld den zweiten BMW-Sauber fahren.

Er werde auch für keinen anderen Rennstall zum Einsatz kommen, sagte Vettel und dementierte damit Gerüchte, dass er bei Toro Rosso den glücklosen US-Amerikaner Scott Speed ablösen soll. "Davon weiß ich nichts, mit mir hat noch niemand darüber gesprochen. Ich finde das alles nur amüsant", meinte der BMW-Junior.

"Bin zu hundert Prozent fit"

Absolut happy war Kubica am Donnerstag, als er hörte, dass die Startampel für ihn wieder auf Grün steht. "Ich bin hundert Prozent fit und freue mich auf das Rennen. Ich bin froh, dass ich nur ein Rennen aussetzen musste", sagte der Pole.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen war die Erleichterung ebenfalls deutlich anzumerken: "Wir alle freuen uns, dass Robert jetzt wieder fit ist und im Auto sitzen kann. Wir wünschen ihm für das Wochenende alles Gute." Kubica liegt in der WM-Wertung mit zwölf Punkten derzeit auf Position sieben.

Vettel hatte Kubica in Indianapolis hervorragend vertreten. Der 19-Jährige belegte bei seinem Formel-1-Debüt den achten Platz und ging damit sogar als jüngster Punktesammler aller Zeiten in die Formel-1-Geschichte ein. "Es hat Spaß gemacht, und ich habe viel gelernt. Ich freue mich aber auch für Robert, dass er nun wieder fahren kann", sagte der 19-Jährige.

Kubica hatte auf Anraten der Ärzte vor zwei Wochen in "Indy" noch pausieren müssen. Bei dem Unfall in Montreal hatte der Pole gleich mehrere Schutzengel. Nach nur einer Nacht konnte er damals das Krankenhaus wieder verlassen, bis auf einen Brummschädel und Prellungen war er wohlauf.

"Eher ermutigend als Besorgnis erregend"

Kubica habe vor allem die große Anteilnahme des Teams und der Fans Mut gemacht: "Obwohl ich selbst nicht in Polen war, weiß ich von meiner Familie, dass der Unfall in meiner Heimat einen Schock ausgelöst hat." Er habe von den Freunden und Fans aus Polen viele Grußbotschaften bekommen. "Das hat mir sehr geholfen", betont der BMW-Sauber-Pilot, der ohne Angst in sein Cockpit steigt: "Dank der Erfahrung, dass man nach so einem schweren Unfall unverletzt aussteigen kann, ist das Geschehene für mein Empfinden eher ermutigend als Besorgnis erregend."

© SID

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