Motorsport Formel1
Vettel nimmt Kurs auf den Traum vom F1-Stammplatz

Eine Stammplatz-Garantie in der Formel 1 gibt es auch für einen Überflieger wie Sebastian Vettel nicht. Den Ernstfall probt Vettel dennoch mit Renault, wo er derzeit als Star in der World Series an den Start geht.

Noch hat er den Traum vom Stammplatz in der Formel 1 nicht realisieren können, dennoch: Sebastian Vettel gilt als ein Ausnahmetalent wie einst Stefan Bellof und als der kommende Michael Schumacher. Trotz einiger Rekordrunden bei seinen Schnupperkursen im freien Training in der vergangenen Saison ist der 19-Jährige bei Arbeitgeber BMW (noch) zweite Wahl.

Keine Stammplatz-Garantie

Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Robert Kubica (Polen) sind für die Münchner die Fahrer-Paarung 2007. Eine Stammplatz-Garantie gibt es auch für einen Überflieger nicht. Das weiß Vettel, deshalb verzichtet er auf flotte Sprüche und formuliert seine Ziele lieber zurückhaltend. Denn eine Karriere sei im Motorsport immer nur sehr schwer zu planen.

Er möchte einfach nur schnell Auto fahren, und das könne man am besten in der Formel 1. "Da möchte ich mich mit den anderen messen, duellieren, und dafür sollte oder muss man natürlich Rennen fahren", sagte Vettel dem sid. Inzwischen hat der Rennfahrer seinen Wohnsitz von Heppenheim nach Zug in der Schweiz verlagert. Denn dort ist er näher am Firmensitz von BMW-Partner Sauber dran und hat es nicht weit zum teameigenen Windkanal in Hinwil.

Die Diskussion über Heidfelds Vertragsverlängerung nimmt der Jungspund mit einem Lächeln zur Kenntnis, ansonsten denkt er sich lieber seinen Teil dazu. Im Augenblick bringe Nick eine sehr gute Leistung, nicht nur nach außen, sondern auch teamintern, erzählt Vettel: "Jetzt muss man einfach mal abwarten."

Titel in der World Series im Visier

Den Ernstfall probt Vettel mit Renault, wo er als Star in der World Series an den Start geht. Am Wochenende steht sein Heimspiel auf dem Nürburgring auf dem Programm. "Da will ich Rennen gewinnen und am Ende des Jahres ganz oben stehen - Meister werden", meint Vettel. Die Einheitsautos von Dallara wiegen 600 kg (wie in der Formel-1-WM), haben einen 3,5 Liter V6-Motor, leisten 425 PS und sind etwa 275 km/h schnell.

Im Rahmen der "World Series by Renault" lädt der französische Automobilhersteller am 5./6. Mai zur großen Party in die Eifel. Es gibt ein attraktives und vielfältiges Unterhaltungsprogramm - und das alles kostenlos. Im vergangenen Jahr kamen 63 000 Besucher zu dem großen Motorsport-Fest. Als besonderes Bonbon gibt es an beiden Veranstaltungstagen Formel-1-Demofahrten. Auf Einladung von Renault wird der frühere Formel-1-Pilot und heutige RTL-Motorsport-Experte Christian Danner den aktuellen Rs27 auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings pilotieren.

Vettel freut sich, dass er in der Renault World Series fleißig Rennerfahrung sammeln kann: "Das ist für mich sicher was Gutes. Ich bleibe im Rennrhythmus, und es macht mir tierisch Spaß." Es sei für ihn etwas Anderes, wenn man Rennen fährt, nachdem man vorher immer nur als Testfahrer erwähnt wurde. Vettel: "Das ist ja der Grund, warum ich das mache."

Sein Traum ist es allerdings, so schnell wie möglich Rennen in der Formel 1 zu fahren. Und wenn das Auto gut funktioniere, so wie es bei BMW oder Mercedes derzeit der Fall sei, habe man die Chance, sich zu beweisen. Der neue Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton sei das beste Beispiel dafür. Der Neuling stand in den ersten drei Rennen jedesmal auf dem Treppchen.

Noch aber sei es etwas zu früh, um schon über die Fahrerpaarung für das nächste Jahr zu sprechen. "Wir haben gerade mal drei Rennen gefahren", meint Vettel, dessen blonde Locken einem windschnittigen Kurzhaarschnitt zum Opfer gefallen sind. Auch wenn er erst am Anfang einer möglicherweise großen Karriere steht, spürt der Youngster die gestiegenen Anforderungen jeden Tag etwas mehr und sucht aus diesem Grund jemanden, der seine Interessen vertritt. Vettel: "Ein Manager wäre sicher nicht verkehrt, aber es ist schwierig, den richtigen Mann zu finden, der kam bislang noch nicht."

© SID

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