Motorsport Formel1
Vettel sichert sich Pole in letzter Sekunde

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel war im Qualifying zum Großen Preis von Südkorea der Schnellste. Hinter Vettel landeten sein Teamkollege Mark Webber und Fernando Alonso im Ferrari.

Mit eisernen Nerven und kühlem Kopf hat sich Sebastian Vettel die Pole Position für das erste Formel-1-Rennen in Südkorea gesichert. In letzter Sekunde fuhr der Red-Bull-Pilot im Qualifying Bestzeit und hat damit im drittletzten Saisonrennen am Sonntag (8.00 Uhr MEZ/RTL und Sky) in Yeongam alle Trümpfe in der Hand.

"Das war ein ganz starkes Qualifying. Ich habe alles in die letzte Runde gelegt, alles gegeben, und es hat gereicht", sagte Vettel, der bis zu seiner Superzeit eigentlich ein schweres Wochenende hatte: "Es gab aber keinen Grund für Panik. Wir haben immer die Nerven behalten und sind ruhig geblieben."



Achte Pole für Red Bull in dieser Saison

Damit nimmt Red Bull im 17. Rennen des Jahres zum achten Mal die ersten beiden Startplätze ein, für Vettel ist es bereits die neunte Pole der Saison, mit der er sich sogar Lob aus fremden Lagern verdiente. "Damit hatte heute morgen wohl nicht mal er gerechnet", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Umso höher ist seine Leistung einzuschätzen."

Für Sonntag hofft Vettel, "dass ich gut wegkomme und das Rennen von vorne kontrollieren kann". Nicht nur, weil in Teamkollege und WM-Spitzenreiter Mark Webber (Australien) sowie dem mit Vettel punktgleichen Ferrari-Piloten Fernando Alonso die beiden ärgsten Titelrivalen direkt hinter ihm starten. Sondern auch wegen der 1,2km langen Gerade 300 Meter nach dem Start, die dem Red Bull aufgrund des PS-Nachteils nicht liegt.

Sie ist laut Vettel "so lang, dass man zwei Bier trinken kann", insgesamt 66 der rund 309 Kilometer müssen Vettel und Webber demnach mit Nachteilen leben. "Daran können wir nichts ändern", meinte der Deutsche: "Aber dann müssen wir eben in den Kurven zurückschlagen."



Webber startet auf der "schmutzigen" Seite

Webber hat den Nachteil, auf der linken Seite starten zu müssen. "Die Seite ist sehr schmutzig", sagte Rekordweltmeister Michael Schumacher: "Die armen Kerle, die dort starten müssen, werden Mühe haben." Dafür geht Webber mit dem Vorteil ins Rennen, als einziger Titelkandidat noch einen neuen Motor einsetzen zu können. Mit Startplatz zwei war der 34-Jährige zufrieden, doch auch er fürchtet die Power von Alonso und des viertplatzierten Lewis Hamilton, der im Mclaren wie Teamkollege Jenson Button (diesmal nur Siebter) noch theoretische Titel-Chancen hat. "Es kann sein, dass sie uns am Anfang des Rennens überholen", sagte der Australier: "Aber dann sind ja noch 300 Kilometer zu fahren."

Etwas angesäuert schaute derweil Alonso drein. Als die Uhr beim Qualifiying abgelaufen war, war der Spanier noch Erster, dann zogen die beiden Rivalen innerhalb weniger Sekunden in den noch zu Ende zu fahrenden Runden vorbei. "Die Quali ist in diesem Jahr eh nicht unsere Stärke", meinte der zweimalige Weltmeister: "Deshalb war der dritte Platz heute die maximale Ausbeute. Mut macht, dass wir so nahe dran sind an den Red Bulls." Auch Hamilton gab sich optimistisch. "Ich habe nichts zu verlieren und alles zu gewinnen", sagte der Brite: "Den Druck haben die anderen."



Rosberg auf Platz fünf

Mercedes-Pilot Nico Rosberg nimmt als zweitbester deutscher Fahrer von Rang fünf aus das Podium ins Visier. "Von der Startposition aus ist das möglich", sagte der Wiesbadener. "Nico hat das Äußerste rausgeholt. Und vielleicht geht morgen noch ein bisschen mehr", sagte Haug. Auch der neuntplatzierte Schumacher hofft auf eine Verbesserung. "Unser Auto haben wir speziell für das Rennen abgestimmt, weil wir glauben, dass es kein typisches Rennen sein wird. Hoffentlich haben wir richtig gepokert", sagte er.

Nico Hülkenberg im Williams verpasste als Elfter knapp die letzte Qualifikationsrunde der besten Zehn. Nick Heidfeld belegte im Sauber-Ferrari Rang 13, Adrian Sutil musste sich im Force-India-Mercedes mit Rang 14 begnügen. Deutsches Schlusslicht war wie gewohnt Timo Glock im Virgin auf Platz 20.

© SID

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